Cramming school of calligraphy.jpg Das Schriftsystem der modernen japanischen Sprache besteht aus den Kanji, die der chinesischen Schrift entstammen und als Logogramme meist den Wortstamm bilden, den Silbenschriften Hiragana (oft für grammatikalische Formen) und Katakana (hauptsächlich für Fremdwörter) und dem lateinischen Alphabet, das in Japan als Rōmaji bezeichnet wird. Diese Schriftarten haben unterschiedliche spezifische Funktionen und werden in Alltagstexten parallel verwendet.
Im traditionellen Japanisch wird, wie auch im klassischen Chinesisch, von oben nach unten geschrieben, wobei die Spalten von rechts nach links aneinandergereiht werden. Diese Schreibrichtung findet heutzutage bei literarischen Texten und Manga Anwendung. Hieraus ergibt sich auch, dass japanische Bücher und andere mehrseitige Druckwerke auf der (nach westlichem Verständnis) „falschen“ Seite aufgeschlagen werden: sieht man auf die Titelseite, so liegt der Buchrücken rechts.
Bei Sachtexten und Texten, die viele Rōmaji enthalten, wird meist nach westlichem Vorbild in horizontalen Zeilen von links nach rechts geschrieben. Dies gilt auch für (waagerechte) Hinweisschilder.
In Zeitungen kommen abhängig vom jeweiligen Artikel beide Schreibrichtungen vor.
Die Kanji haben (im Gegensatz zu den Kana) eine eigenständige Bedeutung und werden auch als Logogramme bezeichnet, die wiederum in drei Gruppen aufgeteilt werden können: Piktogramme, Ideogramme und Phonogramme. Viele Kanji sind dabei aus mehreren (oft zwei) verkleinerten Zeichen zusammengesetzt. Diejenigen Ideogramme unter diesen Bestandteilen, die oft für die Kernbedeutung der jeweiligen Kanji stehen und nach denen sie in Kanji-Lexika geordnet werden, nennt man Radikale bzw. Bushu; das andere Element in zweiteiligen Zeichen bezeichnet oft die originale chinesische Aussprache. Die Lesung (Aussprache-Art) wurde dabei dem japanischen Lautsystem angepasst. In der Folge wurden auch eine relativ kleine Zahl eigener japanischer Kanji entwickelt, die sogenannten Landeszeichen oder Kokuji (国字), wie z. B. 働 (dō, dt. Arbeit), 辻 (tsuji, dt. Straße) und 峠 (tōge, dt. Bergpass).
Viele Kanji haben zwei oder noch mehr unterschiedliche Lesungen, die man in zwei Gruppen zusammenfassen kann:
Es heißt in japanischen Legenden, dass ein in Paekche (Baekje) wirkender chinesischer Gelehrter namens Wani (王仁, koreanisch Wang-In, chin. Wang-Ren) die chinesischen Schriftzeichen im späten 4. Jahrhundert nach Japan brachte, als er an den Hof des Yamato-Reiches eingeladen wurde, um den Konfuzianismus zu lehren, und dabei die chinesischen Bücher Analekte des Konfuzius und den Tausend-Zeichen-Klassiker nach Japan brachte. Wani wird im Kojiki und im Nihon Shoki erwähnt. Ob Wani wirklich lebte oder nur eine fiktive Person ist, ist unklar, denn die heute bekannte Version vom Tausend-Zeichen-Klassiker ist zur Zeit der Regentschaft von Kaiser Liang Wu Di (502-549) entstanden.
Es wird von einigen Wissenschaftlern für möglich gehalten, dass bereits im 3. Jahrhundert chinesische Werke ihren Weg nach Japan fanden. Als gesichert gilt, dass spätestens ab dem 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung die Kanji in mehreren Wellen aus verschiedenen Teilen Chinas importiert wurden.
Heute nennt man die klassische Schreibweise der chinesischen Texte für Japan Kanbun.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anzahl der „für den Alltag gebräuchlichen Schriftzeichen“ vom Bildungsministerium auf zuerst 1.850 und im Jahr 1981 auf 1.945 (Tōyō- bzw. Jōyō-Kanji) festgelegt, die auch in der Schule gelehrt werden. Amtliche Texte und viele Zeitungen beschränken sich auf diese Zeichen und geben alle anderen Begriffe in Kana wieder. Daneben gibt es weitere ca. 580 sogenannte Jinmeiyō Kanji, die nur für die Verwendung in japanischen Eigennamen offiziell sind.
Grundsätzlich entsprechen die Kanji den traditionellen chinesischen Langzeichen. Einige Zeichen wurden mit der Tōyō-Reform aber in einer ähnlichen Weise vereinfacht wie die Kurzzeichen bei der chinesischen Schriftreform von 1955.
Gebildete Japaner beherrschen nicht selten (zumindest passiv) über 5.000 Kanji, was vor allem zum Lesen von literarischen Texten notwendig ist. Insgesamt gibt es mehr als 50.000, in der Mehrzahl aber ungebräuchliche Kanji. In manchen Berufsfeldern, etwa Jura, Medizin oder buddhistischer Theologie, wird die Beherrschung von bis zu 1.000 weiteren Kanji, die in diesem Bereich eine Rolle spielen, vorausgesetzt. Dabei handelt es sich jedoch um Fachbegriffe.
Japanische Texte für Erwachsene lassen sich bei Bedarf mit hoher Geschwindigkeit „querlesen“. Da der wesentliche Inhalt mit Kanji geschrieben wird und auch komplexe Begriffe mit nur wenigen Kanji dargestellt werden können, kann man durch Springen von Kanji zu Kanji unter Nichtbeachtung der anderen Zeichensysteme den Sinn eines Textes rasch erfassen. Andererseits kann man am Gesamtanteil und dem Schwierigkeitsgrad der Kanji eines Textes erkennen, für welche Alters- bzw. Bildungsgruppe er vorzugsweise geschrieben wurde.
Durch den starken chinesischen Einfluss auf Korea waren Kanji (kor. Hanja) traditionell auch in Korea gebräuchlich, seit der Kabo-Reform Ende des 19. Jh. sind diese aber weitgehend durch die Hangul-Zeichen ersetzt worden.
Insgesamt geht die Anzahl der verwendeten Kanji immer mehr zurück, was möglicherweise auch daran liegt, dass aufgrund der heute vorhandenen elektronischen Schreibhilfen japanischer Textverarbeitungssysteme die jüngeren Japaner sie zwar noch lesen, aber besonders die selteneren Kanji immer öfter nicht mehr handschriftlich schreiben können, so dass in zahlreichen Printmedien inzwischen über komplizierten Kanji die dazugehörigen Kana (Furigana) abgedruckt werden.
Dies führte zur Bildung der so genannten Kana aus den Kanji. Sie sind Silbenalphabete, bei denen die einzelnen stark vereinfachten Zeichen keine eigenständige Bedeutung haben und nur Laute wiedergeben. Je nach Entstehungsgeschichte und Schreibstil unterscheidet man bei den Kana zwischen Hiragana und Katakana.
Siehe auch: Ableitungstafel der Kana-Zeichen
Hiragana (ひらがな oder auch 平仮名) wurden im 9. Jahrhundert entwickelt und zuerst vor allem von adeligen Frauen verwendet, da für Frauen sowohl das Studium der chinesischen Sprache als auch das Erlernen der Kanji als unangemessen galt. Bei Hiragana handelt es sich um abgeschliffene Kursivformen der oben beschriebenen Man'yōgana, daher wirken sie relativ einfach geformt und abgerundet. Im Laufe der Jahre setzte sich jeweils ein einziges Zeichen für jede mögliche japanische Silbe durch. Dieses wurde in ein Alphabet eingeordnet, das man nach dem Vorbild der Siddham-Schrift des damaligen Sanskrit systematisch aufbaute, der einzigen alphabetischen Schrift, die durch den Buddhismus in Japan einigen Gelehrten bekannt war. Dieses Alphabet, die Fünfzig-Laute-Tafel, dient auch heute noch in Japan zur alphabetischen Anordnung, etwa in Wörterbüchern; in Kanji oder Katakana geschriebene Wörter werden dabei entsprechend ihrer Hiragana-Umschrift eingeordnet.
Japanische Kinder lesen und schreiben alles zuerst in Hiragana, bevor sie zum Lernen der Kanji übergehen (Beispiel: ひらがな bedeutet Hiragana in Hiragana geschrieben und 平仮名 bedeutet Hiragana in Kanji geschrieben). Bei Texten für Erwachsene werden Hiragana vor allem für Prä- und Suffixe, für grammatikalische Partikel (Okurigana) und für solche japanischen Wörter verwendet, für die es kein Kanji gibt oder für die das Kanji so selten ist, dass man es mit Rücksicht auf die Leser nicht benutzen möchte. Auch in Privatbriefen werden viele Hiragana verwendet, da es gegenüber dem Empfänger als unhöflich gilt, diesen durch die eigene Bildung beeindrucken zu wollen.
Bei Verwendung von wenig bekannten oder noch nicht gelernten Kanji (z. B. in Schulbüchern) wird die korrekte Aussprache in Form von kleinen Hiragana über (bei senkrechter Schreibweise rechts neben) das entsprechende Zeichen geschrieben. Solche Hiragana werden als Furigana (ふりがな) bezeichnet.
Katakana (カタカナ oder auch 片仮名) wurden von buddhistischen Mönchen, besonders der Shingon-Sekte, entwickelt und dienten zunächst als Lesehilfe für chinesische religiöse Texte sowie als eine Art Stenografie. Sie sind zumeist aus Einzelelementen komplizierter Kanji entstanden und fallen als besonders einfach geformt und eckig auf. Aufgrund ihres futuristischen Aussehens werden sie außerhalb Japans manchmal für Design-Effekte oder sogar für Sciencefiction-Filme verwendet (z. B. bestehen die grünen Zeichenkaskaden, die in den drei Filmen der Matrix-Trilogie über den Bildschirm laufen, neben Ziffern auch aus spiegelverkehrten Katakana).
Heute dienen Katakana vor allem der Hervorhebung, ähnlich den Kursivbuchstaben im Deutschen. Werbung, Manga und Konsumgüterbeschriftungen benutzen entsprechend viele Katakana.
Sie werden auch für Lehnwörter und Namen aus anderen Sprachen verwendet, für die es keine chinesischen Schriftzeichen gibt. Auch Künstler und Ortsnamen aus dem Koreanischen und Chinesischen werden in den letzten Jahren überwiegend mit Katakana dargestellt, um bei der Aussprache dem Original zu folgen. Für meist im Schriftgebrauch bedeutende Personen des politischen Lebens und der Geschichte bleibt die Übernahme der chinesischen Schriftzeichen üblich. Das fremdsprachige Wort wird nicht anhand der originalen Orthografie, sondern allein der Aussprache nach umgesetzt, sodass beispielsweise aus Toys "R" Us in Katakana トイザラス (to-i-za-ra-su) wird.
Auch wissenschaftliche Namen von Tieren und Pflanzen werden mit Katakana geschrieben, wobei es in den letzten Jahren einen gewissen Trend zurück zur Kanji-Schreibweise gibt. In der Sprachlehre geben Katakana die On-Lesung eines Kanji an.
Siehe auch: Gairaigo
Die lateinischen Schriftzeichen kamen hauptsächlich durch portugiesische Jesuiten-Missionare nach Japan, die bereits kurz nach der Landung der ersten Europäer im Jahr 1544 nach Japan reisten, um das „Wort Gottes“ zu verbreiten. 1590 wurde die erste Druckpresse von Portugal nach Japan gebracht. Diese und weitere eingeführte Pressen brachten 20 Jahre die kirishitanban (Christen-Drucke) hervor, die in Latein, Portugiesisch oder romanisiertem Japanisch verfasst waren.
Danach verschwanden die Rōmaji aufgrund des politischen Klimas fast vollständig aus Japan und gewannen erst wieder nach der Öffnung des Landes an Bedeutung. Der US-amerikanische Arzt und Missionar Dr. James Curtis Hepburn verfasste 1867 das erste Japanisch-Englische Wörterbuch, das wa eigo rin shūsei (和英語林集成), und entwickelte dafür ein lateinisches Transkriptionssystem, das nach ihm benannte Hepburn-System.
Rōmaji werden heute zu Marketing-Zwecken benutzt, weil in Rōmaji geschriebenes Japanisch besonders modern und international wirken soll, und zur Umschrift von japanischen Schildern verwendet, damit sich Ausländer besser zurechtfinden. Da alle Schüler in Japan Englisch lernen, lernen auch alle Rōmaji. Es gibt drei anerkannte Transkriptionssysteme von japanischen Schriftsätzen nach Rōmaji: Neben dem Hepburn-System gibt es noch das Nippon-System sowie das Kunrei-System. Das Nippon-System ist eine modifizierte Form des Hepburn-Systems und nach ISO 3602 Strict standardisiert. Das Kunrei-System ist wiederum eine modifizierte Form des Nippon-Systems und nach ISO 3602 standardisiert. Daneben gibt es noch einige andere Transkriptionssysteme, die geringere Bedeutung haben, wie z.B. JSL. Da sich diese i.d.R. von einem der anerkannten Systeme ableiten, können sie ohne große Probleme von Kundigen eines anderen Systems gelesen werden.
| Hepburn | ISO 3602 | JSL | wāpuro | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| original | modifiziert | Strict: Nihon | Loose: Kunrei | |||
| -a + a | ā | â | ā | â | aa | aa |
| -i + i | ī | î (ii) | ī | î | ii | ii |
| -u + u | ū | û | ū | û | uu | uu |
| -e + i (jap.) | ei | ei | ei | ei | ei | ei |
| -e + i (sino-jap.) | ē | ê | ē | ê | ei | ei |
| -e + e | ē | ê | ē | ê | ee | ee |
| -o + u | ō | ô | ō | ô | ou/oo | ou |
| -o + o | ō | ô | ō | ô | oo | oo |
| Dehnungszeichen ー | ¯ | ^ | ¯ | ^ | Vokalverdoppelung | - |
| さ, サ | sa | sa | sa | sa | sa | sa |
| ざ, ザ | za | za | za | za | za | za |
| し, シ | shi | shi | si | si | si | shi, si |
| ち, チ | chi | chi | ti | ti | ti | chi, ti |
| ず, ズ | zu | zu | zu | zu | zu | zu |
| つ, ツ | tsu | tsu | tu | tu | tu | tsu, tu |
| ふ, フ | fu | fu | hu | hu | hu | fu, hu |
| づ, ヅ | zu | zu | du | zu | du | du |
| じ, ジ | ji | ji | zi | zi | zi | ji, zi |
| ぢ, ヂ | ji | ji | di | zi | di | di |
| ら, ラ | ra | ra | ra | ra | ra | ra |
| わ, ワ | wa | wa | wa | wa | wa | wa |
| を, ヲ | o | o | wo | o/wo | wo | wo |
| や, ヤ | ya | ya | ya | ya | ya | ya |
| ん, ン vor m*, b*, p* | m | n | n | n | n̄ | n |
| ん, ン vor a, i, u, e, o, y*, n* | n’ | n | n’ | n' | n' | nn, n' |
| Stopflaut (っ, ッ) | (Erst-)Konsonantenverdopplung, aber cch → tch | (Erst-)Konsonantenverdopplung | ||||
| Partikel は | wa | wa | ha | wa | wa | ha |
| Partikel へ | e | e | he | e | e | he |
| Substantiv groß | nein | nein | darf | darf | nein | darf |
| Betonung | nein | nein | nein | nein | ´, `, ^ | nein |
Rōmaji sind für die Japaner mittlerweile zur Standardmethode für Computer-Eingaben geworden, da in Japan fast alle Computer englische Tastaturen haben. Um auf einem japanischen Computer japanisch zu schreiben, buchstabiert man die einzelnen Silben gewöhnlich in Rōmaji, die auf dem Bildschirm zunächst als Kana erscheinen. Diese Romanisierung wird als wāpuro rōmaji (von engl. word processor) bezeichnet. Dabei werden im wesentlichen sowohl Hepburn-, als auch Kunrei- und Nippon-Romanisierungen akzeptiert. Besonderheiten dieses Systems sind, dass lange Vokale gemäß ihrer Kana-Schreibweise mit zwei Vokalzeichen eingegeben werden, und dass kleine Kana durch ein vorangestelltes x eingegeben werden können.
Sobald genügend Silben eingegeben sind, bietet der Computer eine Liste mit möglichen Kanji bzw. Kanji-Kombinationen an, aus der man den richtigen Begriff auswählen kann. Nach der Bestätigung werden die Silben durch den ausgewählten Begriff ersetzt.
Es gibt sowohl bei Hiragana als auch bei Katakana nicht genau 50, sondern je 46 Grund-Kana (gerade Laute). Bis 1945 waren es je 48; zwei wurden abgeschafft (ゐ und ゑ bzw. ヰ und ヱ), da das w davor nicht mehr artikuliert wird und sie deshalb genau wie die Vokale i und e (い und え bzw. イ und エ) klingen.
Die seit 1945 nicht mehr üblichen Zeichen sind in der folgenden Tabelle in runde Klammern gesetzt. Die eingeklammerten (w) zeigen an, dass dort früher ein (englisches) w gesprochen wurde, im heutigen Japanisch aber nicht mehr.
| K. | Transkription (Hepburn) | Hiragana | Katakana | - | – | a | i | u | e | o | あ | い | う | え | お | ア | イ | ウ | エ | オ | - | K | ka | ki | ku | ke | ko | か | き | く | け | こ | カ | キ | ク | ケ | コ | - | S | sa | shi | su | se | so | さ | し | す | せ | そ | サ | シ | ス | セ | ソ | - | T | ta | chi | tsu | te | to | た | ち | つ | て | と | タ | チ | ツ | テ | ト | - | N | na | ni | nu | ne | no | な | に | ぬ | ね | の | ナ | ニ | ヌ | ネ | ノ | - | H | ha | hi | fu | he | ho | は | ひ | ふ | へ | ほ | ハ | ヒ | フ | ヘ | ホ | - | M | ma | mi | mu | me | mo | ま | み | む | め | も | マ | ミ | ム | メ | モ | - | Y | ya | yu | yo | や | ゆ | よ | ヤ | ユ | ヨ | - | R | ra | ri | ru | re | ro | ら | り | る | れ | ろ | ラ | リ | ル | レ | ロ | - | W | wa | (w)i | (w)e | (w)o | わ | (ゐ) | (ゑ) | を | ワ | (ヰ) | (ヱ) | ヲ | - | Ń | n | ん | ン |
|---|
| K. | Transkription (Hepburn) | Hiragana | Katakana | G | ga | gi | gu | ge | go | が | ぎ | ぐ | げ | ご | ガ | ギ | グ | ゲ | ゴ | Z | za | ji | zu | ze | zo | ざ | じ | ず | ぜ | ぞ | ザ | ジ | ズ | ゼ | ゾ | D | da | ji | zu | de | do | だ | ぢ | づ | で | ど | ダ | ヂ | ヅ | デ | ド | B | ba | bi | bu | be | bo | ば | び | ぶ | べ | ぼ | バ | ビ | ブ | ベ | ボ | P | pa | pi | pu | pe | po | ぱ | ぴ | ぷ | ぺ | ぽ | パ | ピ | プ | ペ | ポ |
|---|
| K. | Transkription (Hepburn) | Hiragana | Katakana | - | ya | yu | yo | ゃ | ゅ | ュ | ャ | ょ | ョ | K(i) | kya | kyu | kyo | きゃ | きゅ | きょ | キャ | キュ | キョ | S(i) | sha | shu | sho | しゃ | しゅ | しょ | シャ | シュ | ショ | T(i) | cha | chu | cho | ちゃ | ちゅ | ちょ | チャ | チュ | チョ | N(i) | nya | nyu | nyo | にゃ | にゅ | にょ | ニャ | ニュ | ニョ | H(i) | hya | hyu | hyo | ひゃ | ひゅ | ひょ | ヒャ | ヒュ | ヒョ | M(i) | mya | myu | myo | みゃ | みゅ | みょ | ミャ | ミュ | ミョ | R(i) | rya | ryu | ryo | りゃ | りゅ | りょ | リャ | リュ | リョ | G(i) | gya | gyu | gyo | ぎゃ | ぎゅ | ぎょ | ギャ | ギュ | ギョ | Z(i) | ja | ju | jo | じゃ | じゅ | じょ | ジャ | ジュ | ジョ | B(i) | bya | byu | byo | びゃ | びゅ | びょ | ビャ | ビュ | ビョ | P(i) | pya | pyu | pyo | ぴゃ | ぴゅ | ぴょ | ピャ | ピュ | ピョ |
|---|
Katakana bietet darüberhinaus weitere Möglichkeiten für Fremdwörter, im Japanischen nicht vorkommende Silben abzubilden, indem auch Silben auf andere Vokale mit kleinen Versionen der Vokale (ァ, ィ, ゥ, ェ, ォ) kombiniert werden. Die 1945 weggefallenen ヰ (wi) und ヱ (we) können so bspw. durch ウ (u) plus Vokal ersetzt werden (ウィ und ウェ), wenn die Laute in einer anderen Sprache vorkommen; außerdem wird bei ウォ im Gegensatz zu ヲ das w ausgesprochen. Mit Nigori wird aus dem Vokal endgültig eine Konsonantensilbe: ヴ = vu (dt. wu), die wiederum mit den anderen Vokalen kombiniert werden kann, z.B. ヴィ = vi. Aus su und zu (ス, ズ) plus i wird si und zi. Sche/she/še, –/je/že und tsche/che/če werden aus den Silben auf i (シ = s(h)i, ジ = z(h)i/ji, チ = ti/chi) mit kleinem e (ェ) gebildet. Bei t und d werden einerseits die Silben auf e (テ, デ) mit kleinem i zu ti bzw. di verbunden, andererseits die auf o (ト, ド) mit kleinem u (ゥ) zu tu und du. Die Silben ツ (tsu, dt. zu) und フ (fu/hu) können schließlich mit a, i, e und o kombiniert werden, so dass das u wegfällt. Letztere kann außerdem auch vom kleinen yu gefolgt werden: フュ (fyu).
| K. | Hepburn | Katakana | – | a | i | u | e | o | ァ | ィ | ゥ | ェ | ォ | I | ye | イェ | U | wi | we | wo | ウィ | ウェ | ウォ | V(u) | va | vi | vu | ve | vo | ヴァ | ヴィ | ヴ | ヴェ | ヴォ | S(u) | si | スィ | Z(u) | zi | ズィ | S(i) | she | シェ | Z(i) | je | ジェ | T(i) | che | チェ | T(e)/T(o) | ti | tu | ティ | トゥ | D(e)/D(o) | di | du | ディ | ドゥ | T(u) | tsa | tsi | tse | tso | ツァ | ツィ | ツェ | ツォ | H(u) | fa | fi | fe | fo | ファ | フィ | フェ | フォ | S(y) | syu | スュ | Z(y) | zyu | ズュ | T(y) | tyu | テュ | D(y) | dyu | デュ | F(y) | fyu | fyo | フュ | フョ |
|---|
| Katakana (ohne Dakuten) | Kanji und Kana | Übersetzung | ||||||
| イロハニホヘト |
| チリヌルヲ |
| ワカヨタレソ |
| ツネナラム |
| ウヰノオクヤマ |
| ケフコエテ |
| アサキユメミシ |
| ヱヒモセス |
| 色は匂へど |
| 散りぬるを |
| 我が世誰ぞ |
| 常ならむ |
| 有為の奥山 |
| 今日越えて |
| 浅き夢見し |
| 酔ひもせず |
| Auch wenn Blumen duften, |
| verblühen sie doch. |
| In unserer Welt |
| währt alles nicht ewig. |
| Das tiefe Gebirge des Entstehens und Vergehens |
| will ich heute überwinden, |
| (in der Welt der Erleuchtung) keine leeren Träume träumen, |
| mich nicht an der Illusion berauschen. |
Die angegebenen Katakana geben dabei die damalige Originalaussprache wieder, im heutigen Japanisch klingen einige der Wörter etwas anders. Das Zeichen n fehlt, da es erst vor relativ kurzer Zeit als eigenständiges Zeichen eingeführt wurde; früher schrieb man für ein gesprochenes n als Behelf mu, was auch in diesem Gedicht der Fall ist. Dafür finden sich aber die beiden nach 1945 abgeschafften Zeichen.
Das Lied ist eine freie, poetisierte japanische Übertragung der folgenden chinesischen Passage des mahayana-buddhistischen Textes Daihatsunehangyō (大般涅槃経; Sutra des Nirvana): 諸行無常 / 是正滅法 / 生滅滅己 / 寂滅為楽 (Chinesisch mit japanischer Aussprache, wie die heiligen Texte im japanischen Buddhismus gewöhnlich gelesen werden: Shogyōmujō / Zeshōmeppō / Shōmetsumetsuï / Jakumetsuïraku)
Seit der Meiji-Ära hat es in Japan daher mehrmals Überlegungen gegeben, die japanische Schrift radikal zu reformieren. Die Vorschläge reichen von einer Beschränkung auf die Silbenschriften (wie z. B. im Koreanischen) mit weitgehendem Verzicht auf Kanji bis zu einer vollständigen Umstellung auf die lateinische Schrift (ähnlich wie es z. B. im Türkischen geschehen ist).
Dies scheiterte bisher jedoch an zahlreichen Faktoren:
Im Jahr 1945 wurden im Zuge einer Schriftreform die Anzahl der „Alltags-Kanji“ auf 1850 reduziert (1981 kamen 95 wieder hinzu), die Zahl der Lesungen eines Kanji deutlich verringert und neue Regeln für die Verwendung von Hiragana, Katakana, Okurigana und Furigana aufgestellt.
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