Hokusai-fuji-koryuu.png, Drache über dem Berg Fuji]] Als japanischen Farbholzschnitt bezeichnet man eine bestimmte Form des Holzschnittes, der in Japan über mehrere Jahrhunderte zu den traditionellen Kunstformen gehört.
Der Holzschnitt besitzt im Fernen Osten insgesamt eine wesentlich weiter zurückreichende Tradition als im Abendland. Bildmitteilungen mittels einfacher Stempelformen reichen in die früheste geschichtliche Zeit zurück.
Die klassische japanische Holzschnitt-Kunst, der eine der abendländischen Tradition vollkommen entgegengesetzte Auffassung von Bildkomposition zugrunde lag, hatte ihre Blütezeit zwischen 1660 und 1860 in der Edo-Zeit.
Im Unterschied zur klassischen ostasiatischen Malerei beschäftigte sich der japanische Holzschnitt mit der „vergänglichen“ Welt. Erotische Szenen, Sumo- und Schauspielerbildnisse, Legende, Mythologie und Naturdarstellungen waren seine Themen (so genanntes Ukiyo-e). Kennzeichnend für den klassischen japanischen Holzschnitt sind einfarbige Flächen mit stilisierten Konturen, wodurch der Flächencharakter des Bildes betont wird. Räumlichkeit findet ihren Ausdruck durch sich überlagernde und überschneidende Gegenstände. Ein Bildmittelpunkt fehlt und lädt damit den Betrachter ein, den Blick über die dekorativ aufgefasste Bildfläche wandern zu lassen. Häufig finden sich auf den Drucken auch ungewöhnliche Blickwinkel und am Bildrand angeschnittene Figuren. Viele Impressionisten griffen diese Art der Komposition auf.
Die Herstellung eines fertigen Farbholzschnittdrucks von der Vorlage erfolgt in drei Schritten, die auch von unterschiedlichen Personen ausgeführt werden können. Grundlage ist eine mehrfarbige Tuschezeichnung des Künstlers.
Beim klassischen japanischen Farbholzschnitt kommen bis zu zwölf Druckplatten zum Einsatz, was bei der Arbeit höchste Präzision erfordert. Die für japanische Holzschnittdrucke verwendeten Pigmente sind stets voll transparent und können daher auch ohne Kontrastverlust auf schwarze Umrisse gedruckt werden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Künstler der stark formalisierten Darstellungen des Ukiyo-e allmählich überdrüssig. Gleichzeitig gelangten immer mehr europäische Einflüsse nach Japan. Insbesondere der Impressionismus hatte starke Auswirkungen auf die japanischen Künstler. Die Stilsprache des klassisch-japanischen Holzschnitts wurde zwar grundsätzlich beibehalten, aber man stellte Personen jetzt individueller dar, spielte mit Licht und Schatten. Derartige Bilder bezeichnete man als Shin Hanga ("Neue Drucke"). Eine große Rolle für die Verbreitung der neuen Kunstrichtung spielte der Verleger Shozaburo Watanabe (1885–1962), der zahlreiche Künstler für sich arbeiten ließ und vor allem Exportabsichten verfolgte. Außerhalb Japans entwickelte sich vor allem in den Vereinigten Staaten ein Markt für Shin-Hanga-Grafiken. Noch beliebter wurden die Holzschnitte dieser Stilrichtung in den USA, als amerikanische Besatzungssoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg die Bilder mit in ihre Heimat brachten. So entstanden in den USA einige große Shin-Hanga-Sammlungen.
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