Yamada-vertical.png Japanische Namen bestehen meist aus chinesischen Schriftzeichen, den Kanji. Heute haben Japaner einen Namen mit zwei Teilen, Familienname und Personenname. In der ostasiatischen Namensordnung kommt der Familienname zuerst und es folgt der Personenname. In der japanischen Schreibweise werden diese zwei Teile zudem nicht getrennt geschrieben. Deshalb heißt Yoko Ono auf japanisch Ono Yōko (小野洋子) und der Premierminister Junichiro Koizumi Koizumi Junichirō (小泉純一郎).
Alle Japaner außer dem Kaiser und seiner Familie haben Familiennamen. Die kaiserliche Familie hat eigentlich einen eigenen Familiennamen, aber niemand nennt sie mit diesem. Im Japanischen wird die kaiserliche Familie als kōshitsu (皇室) oder tennōke (天皇家) bezeichnet, was beides sowohl "Kaiserhaus" als auch "kaiserliche Familie" bedeutet.
Wenn man sich gesetzlich verheiratet, soll das Ehepaar einen gemeinsamen Familiennamen annehmen. Es darf aber kein neuer Familienname ausgedacht werden. Wenn ein Ausländer die japanische Nationalität annimmt, bekommt er einen neuen Vor- und Familiennamen in Kanji nach festen gesetzlichen Bestimmungen. Für eine Namensänderung braucht man die Erlaubnis eines Familiengerichts.
Zur Benennung gab es mindestens zwei Namen: Den uji-Namen und den Vornamen, z. B. Soga (no) Emishi (蘇我蝦夷, Emishi vom Soga-Clan) oder Fujiwara (no) Kamatari (藤原鎌足, Kamatari vom Fujiwara-Clan). War man bei Hofe beschäftigt, hatte man auch einen offiziellen Titel, der dem uji gehörte, den kabane (姓). In so einem Fall bezeichnete man sich mit seinem uji-Namen, dem kabane-Namen und dem Vornamen. Die höchstrangigen kabane-Begriffe waren Omi (臣, König) und Muraji (連).
Kaiser Temmu änderte dieses uji-kabane-System und gab acht neue kabane vor.
Die Regierung sah bald die Notwendigkeit eines Systems zur Registrierung von Personen und erließ 1875 das „Gesetz zur notwendigen Benennung mit Familiennamen“ (苗字必称令, myōji-hitsushō-ryō), durch das alle Bürger zum Tragen eines Familiennamen verpflichtet wurden. Zugleich wurde das altertümliche uji-kabane-System aufgehoben. Verheiratete Frauen konnten eigentlich ihren Geburtsnamen behalten, aber in der Neuzeit wurde es zunehmend gebräuchlich, den Familiennamen des Ehemannes anzunehmen.
Weibliche Vornamen enden oft auf -ko (子, Kind) oder enthalten die Silbe -mi- (美, schön/Schönheit).
Weitere häufige Familiennamen kommen z. B. zustande, indem man zwei bzw. drei Elemente der unten aufgeführten Liste zusammenfügt. So deutet beispielsweise der Familienname Tanaka (田中) darauf hin, dass die Vorfahren wohl inmitten (中 -naka) eines Reisfelds (田 ta-) gearbeitet oder gewohnt haben könnten.
Auswahl gängiger japanischer Namensteile:
Auf Hokkaidō und Okinawa sind regionale Familiennamen gebräuchlich, die von den üblichen hochjapanischen abweichen. Auch die Nachkommen von Künstler- oder Samuraifamilien haben oft unübliche „ältere“ Nachnamen.
Gesellschaft (Japan) | Name | Japanische Sprache
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