Japan als asiatische Nation wurde erst spät und auf Umwegen zur Kolonialmacht; die vorherrschende europäische Meinung während des 17. und 18. Jahrhunderts war, dass es selbst über kurz oder lang als Kolonie einer westlichen Großmacht zufallen würde. Nachdem sich das Land jedoch auf militärischen Druck der Amerikaner im Jahre 1854 nach beinahe 250-jähriger Isolation dem Westen öffnete, wuchs es schnell zu einer leistungsfähigen und modernen Industrienation nach westlichem Vorbild heran, die bald ihre eigene wirtschaftliche, technische und militärische Überlegenheit im Pazifikraum erkennen und ausnutzen sollte.
Japan gerät mit Russland in einen Konflikt um die Kontrolle der Mandschurei. Als Folge des Konflikts kommt es zum Russisch-Japanischen Krieg, den Japan gewinnt.
Japan erwirbt die Halbinsel Liaotung (im Süden der Mandschurei) und die südliche Hälfte der Insel Sachalin, die somit den japanischen Namen „Karafuto“ erhält, sowie die diplomatische Zuordnung Koreas zum japanischen Kaiserreich. 1905 wird Korea zu einem Protektorat Japans; im Jahre 1910 wird es schließlich offiziell annektiert. Vgl. Hauptartikel Korea unter japanischer Herrschaft
Russland muss sich aus der Mandschurei zurückziehen und Japan baut die Südmandschurische Eisenbahn auf, um Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea bringen zu können, von wo sie nach Japan verschifft werden. Um diese Bahn zu schützen wird die Guandong-Armee gegründet, die in den chinesischen Kolonien und Einflussgebieten Japans stationiert wird.
Im Ersten Weltkrieg beteiligt sich Japan auf Seiten der Alliierten und bekommt nach Kriegsende durch den Versailler Vertrag einige vormals deutsche Kolonien zugesprochen: Die Marianen, die Karolinen und die Marshall-Inseln werden japanische Kolonien, sowie noch während des Krieges (am 7. November 1914) die ehemalige deutsche „Vorzeigekolonie“ Kiautschou, die aber am 10. Dezember 1922 auf Drängen der amerikanischen Diplomatie an China zurückgegeben wird.
Nachdem im September 1931 in der Mandschurei eine Gruppe solcher Verschwörer aus Kreisen der japanischen Armee durch einen inszenierten Sabotageakt auf die Südmandschurische Bahngesellschaft (dem sogenannten Mukden-Zwischenfall) das Eingreifen des Militärs provoziert (Mandschurei-Krise), nimmt die in Guangdong stationierte Truppe innerhalb eines halben Jahres Stück für Stück die gesamte Mandschurei gegen den vom chinesischen Bürgerkrieg geschwächten chinesischen Widerstand in Besitz, ohne dass jedoch eine Kriegserklärung vorliegt. Die Verwaltung der Mandschurei fällt in japanische Hände, es kommt zur Errichtung des Marionettenstaates Mandschuko unter der „Führung“ Pu Yis, des letzten chinesischen Kaisers der Qing-Dynastie. Der Völkerbund verurteilt das japanische Vorgehen und fordert am 24. Oktober 1931 einen japanischen Truppenabzug sowie die Untersuchung der Vorfälle in der Mandschurei. Die japanische Politik streitet währenddessen ab, den Befehl zur Besetzung der Mandschurei gegeben zu haben und behauptet, die Armee operiere auf eigene Faust, was wohl auch zu einem gewissen Teil der Wirklichkeit entsprochen haben dürfte.
Die chinesische Reaktion darauf sind Handelsboykotts, in den großen chinesischen Hafenstädten werden japanische Schiffe nicht mehr be- und entladen. Die japanischen Exporte gehen auf ein Sechstel des üblichen Niveaus zurück. Die Stimmung heizt sich weiter auf, und so reagiert Japan im Januar 1932 äußerst brutal auf einen scheinbar belanglosen Zwischenfall in Shanghai (es wurden fünf japanische Mönche auf offener Straße überfallen und verprügelt, einer von ihnen starb an seinen Verletzungen), der Proteststürme in den japanischen Medien und der Öffentlichkeit auslöste: Es kommt hier unter anderem am 29. Januar zum ersten Flächenbombardement auf Zivilbevölkerung in der Geschichte durch japanische Land- und Schiffsartillerie und auf Flugzeugträgern stationierte Bomber; etwa 18,000 chinesische Zivilisten werden getötet, etwa 240,000 verlieren ihre Häuser. Die Handelsboykotts werden schließlich fallengelassen und eine entmilitarisierte Zone wird um Shanghai errichtet. Der Völkerbund verurteilt das japanische Vorgehen zwar verbal aufs Schärfste, trifft jedoch weiterhin keinerlei handfeste Maßnahmen gegen das äußerst aggressive Vorgehen der Japaner. Im Mai 1933 schließt die chinesische Führung angesicht der inneren Instabilität einerseits ( Bürgerkrieg zwischen Kuomintang und Kommunisten) und andererseits der offen ausgesprochenen Drohung eines japanischen Einmarschs in Peking einen Waffenstillstand und erkennt darin die japanischen Ansprüche auf die Mandschurei an, trotz der bis dato von Japan bereits begangenen Gräueltaten, denen dort später auch die Kriegsverbrechen und Menschenversuche der Einheit 731 folgen werden.
Nach einem zwar in erster Instanz missglückten (das Kriegsrecht wird nicht verhängt), jedoch im Endeffekt als äußerst wirksam anzusehenden blutigen Staatsstreich am 15. Mai 1932, der das Vertrauen der Japaner in ihre Parlamentarier vollkommen erschüttert, übernimmt das Militär und damit die Expansionisten die politische Führung in Japan.
Japan tritt 1933 aufgrund der scharfen Kritik und der Hoover-Stimson-Doktrin, die forderte, den Waffenstillstand als durch völkerrechtlich illegale Aktionen erlangten Vertrag international zu ignorieren, komplett aus dem Völkerbund aus. Die außenpolitische Position Japans verschiebt sich in diesen Jahren vollends hin zu einem aggressiven, totalitären Expansionismus. Es kommt zu ersten Verträgen mit Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien (u.a. dem Antikominternpakt).
Im September 1940 schließt Japan den Dreimächtepakt mit Nazi-Deutschland und Mussolinis Italien; es übernimmt mit Zustimmung des Vichy-Regimes die Kolonien in Französisch-Indochina (Vietnam, Laos, Kambodscha) und unternimmt Bestrebungen, in Niederländisch Ostindien, dem heutigen Indonesien, Fuß zu fassen. Die Ideologie der Großostasiatischen Wohlstandssphäre, eines durch Japan von den europäischen Kolonialherren befreiten Asiens, verbreitet sich (analog dazu: Am Deutschen Wesen wird die Welt genesen).
Die japanischen Expansionsbestrebungen stoßen auf heftige Kritik der USA, die schließlich in Ölembargos gegen Japan und der Verstärkung amerikanischer Militärpräsenz im Pazifik resultieren. Japan sieht sich dadurch wirtschaftlich an die Wand gedrängt, und der frisch gewählte Premierminister Tojo Hideki lässt noch während der laufenden Friedensbemühungen am 7. Dezember 1941 den japanischen Angriff auf Pearl Harbor starten, der schließlich im Eintritt der USA in den sogenannten Pazifikkrieg resultiert (historisches Vorbild dazu: Russisch-Japanischer Krieg, Angriff auf Port Arthur). Die Intention dahinter war, durch Ausschaltung der amerikanischen Pazifikflotte freie Hand bei der Eroberung weiterer Kolonien im Pazifik zu erlangen. Im Dezember 1941 zwingt Japan Thailand durch Truppeneinmarsch zur militärischen Allianz. Die japanischen Truppen besetzen Burma, Britisch Malaya, Singapur, Borneo, Hongkong und auch Niederländisch Ostindien. Bis zum Mai 1942 fallen auch die unter amerikanischer Kontrolle stehenden Philippinen, die Salomonen, sowie der Norden der Insel Neuguinea in japanische Hände. Von größtem Interesse für die japanischen Streitkräfte waren dabei die Ölfelder Sumatras und Borneos. Mit der Niederlage in der blutigen und langgezogenen Schlacht von Guadalcanal beginnt der Siegeszug der Amerikaner im Pazifikkrieg. Japan verliert nach und nach weitere Territorien, die Amerikaner praktizieren die Taktik des „Island Hopping“ (Inselspringen).
Bis Kriegsende erkämpfen sich die Amerikaner ihren Weg bis zur Insel Okinawa, die zur Ryukyu-Inselgruppe gehört und eine der frühesten kolonialistischen Eroberungen Japans darstellt. Nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 werden die Ländereien und Inselgruppen neu verteilt; die Hauptfiguren der japanischen Expansionsbestrebungen aus Militär und Politik wurden in den sogenannten Tokioter Prozessen angeklagt, analog zu den Nürnberger Prozessen gegen die Führungsriege Nazi-Deutschlands.
Oftmals wird - gerade von nationalistisch-japanischen Historikern - die Welle von Unabhängigkeitserklärungen in den ehemals japanischen Kolonien nach Kriegsende als verspäteter Erfolg der „Großostasiatischen Wohlstandssphäre“ gewertet; Ostasien wäre noch heute unter den europäischen Kolonialmächten Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden aufgeteilt, so argumentieren diese, wäre nicht durch die militärischen Erfolge des japanischen Kaiserreichs eindeutig demonstriert worden, dass asiatische Staaten unabhängig ihren Platz in der Welt erkämpfen könnten.
Es ist zweifellos klar, dass der Zusammenbruch des japanischen Imperiums und die darauffolgende Phase der Ungewissheit und Prozesse der gesellschaftlichen Neuordnung in den betreffenden Staaten wie Indonesien, Malaysia, Kambodscha, Vietnam und Laos tatsächlich einen großen Beitrag für die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen geleistet hat. Jedoch wird im Allgemeinen der japanische Imperialismus mit all seinen Schattenseiten wie den begangenen Massakern, grausamen Experimenten an Menschen sowie der Zwangsrekrutierung von „Trostfrauen“ und auch der alltäglich zu beobachtenden Arroganz der Besatzungstruppen gegenüber den Anliegen der Bevölkerung eher als Negativbeispiel gesehen, als letzter „heilsamer Schock“, der diesen Nationen die Notwendigkeit verdeutlichte, sich von jeglicher Art Fremdbestimmung zu befreien.
Zumindest in der Vergangenheit galt hierzu jedoch die Einschätzung, dass die Wirtschaftsinteressen in Ostasien zu eng verzahnt sind, als dass solche Konflikte und der damit verbundene raue diplomatische Umgangston tatsächlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen eskalieren könnten.
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