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Jantarny (russisch Янтарный, deutscher Name bis 1946 Palmnicken, ist eine kleine Stadt in der russischen Exklave Kaliningrad. Sie hat 5.400 Einwohner (2004).

Geografische Lage


Der Ort liegt im Westen des Kalinigrader Gebiets an der Ostseeküste, der so genannten Bernsteinküste. Kaliningrad ist etwa 40 Kilometer entfernt. Nachbarorte sind Donskoje (Groß Dirschkeim) im Norden und Primorsk (Fischhausen) im Süden.

Geschichte


Der Ort Palmnicken, über Jahrhunderte ein abseits gelegener Gutshof, lag im Samland, einem alten pruzzischen Gau, der seit 1234 vom Deutschen Orden beherrscht wurde. Ab 1525 war Palmnicken preußisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Palmnicken für sechs Jahre von Schweden besetzt. Russische Truppen besetzen den Ort im Siebenjährigen Krieg von 1758 bis 1762. Im Zuge der preußischen Verwaltungsneuordnung kam Palmnicken 1818 in den Kreis Fischhausen. Ab 1827 begann die industrielle Förderung von Bernstein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Palmnicken zu einem Badeort. 1939 hatte Palmnicken 3.079 Einwohner. Anfang April 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert.

Massaker von Palmnicken: Angesichts des Anrückens der russischen Truppen wurden im Januar 1945 die ostpreußischen Außenlager des KZ Stutthof aufgelöst und die Insassen über Königsberg nach Palmnicken getrieben. Den Fußmarsch überlebten von ursprünglich 13.000 nur noch 3.000. Der ursprüngliche Plan, die Häftlinge in einem Stollen des Bernsteinbergwerkes einzumauern, scheiterte am Widerstand des Werksdirektors. Deshalb brachte die SS die Gefangenen in der Nacht des 31. Januars an den Strand von Palmnicken und trieb sie unter Gewehrfeuer in die Ostsee. Es gab nur fünfzehn Überlebende.

Geschichte ab 1945: Palmnicken wurde angelehnt an das russische Wort für Bernstein, jantar, in Jantarny umbenannt, nachdem es nach dem 2. Weltkrieg Teil der Sowjetunion geworden war. Die ehemals ostpreußische Bevölkerung floh oder wurde vertrieben, und weitgehend durch russische, aber auch durch weißrussische, ukrainische und tatarische Zuwanderer ersetzt.

Bernsteinabbau


An der samländischen Küste wurde schon zu Zeiten des Deutschen Ordens Bernstein gesammelt. Der Orden hatte das Bernsteinmonopol, das später an den preußischen Staat überging. Im 17. Jahrhundert wurde der an der Bernsteinküste gesammelte Bernstein nach Palmnicken gebracht, wo er sortiert und zur Weiterverarbeitung nach Königsberg versandt wurde. Ab 1811 wurde die Bernsteinförderung verpachtet, und 1827 richtete die Firma Stantien & Becker den weltweit einzigen Bernsteintagebau ein. Von Anfangs jährlich 50 Tonnen wurden 1937 650 Tonnen Rohbernstein von etwa 700 Beschäftigten gefördert. Die Sowjetunion führte das Werk unter dem Namen Russki Jantar (russischer Bernstein) und förderte jährlich etwa 600 Tonnen Bernstein. Auf Anordnung der russischen Aufsichtsbehörde für Technologie und Umweltschutz wurde die Bernsteinförderung 2002 eingestellt.

Weblinks


Ort in Russland | Ort in der Kaliningrader Oblast | Bernstein

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