Jan Philipp Reemtsma (* 26. November 1952) Prof. Dr. phil. (Universität Hamburg) ist Literaturwissenschaftler, Essayist, politischer Publizist, Mäzen, Stifter und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung (HIS) und lehrt an der Universität Hamburg.
Reemtsma unterstützte Arno Schmidt († 1979) noch zu dessen Lebzeiten. 1977 bot er ihm den damaligen Wert eines Nobelpreises in Höhe von 350.000 DM als Unterstützung an, um dem herzkranken Dichter Unabhängigkeit zu gewährleisten. 1981 fand die Gründung der Arno-Schmidt-Stiftung statt, deren Vorstand er seit 1983 ist. Er ist Mitherausgeber der "Bargfelder Ausgabe" des Gesamtwerks von Arno Schmidt und zahlreicher Werke Christoph Martin Wielands.
1984 gründete er das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS), das er seit 1990 als Vorstand leitet. Das Hamburger Institut für Sozialforschung hat etwa 60 Mitarbeiter und gibt die Zeitschrift Mittelweg 36 heraus. In der breiten Öffentlichkeit wurde es vor allem durch die zwei Wehrmachtsausstellungen, die den Kriegsverbrechen der Wehrmacht gegen die Sowjetunion und auf dem Balkan gewidmet waren, bekannt.
1984 gründete er auch die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und förderte als Vorstand dieser Stiftung die Herausgabe unzähliger Bücher, unter anderem die Werke Jean Amerys, Theodor W. Adornos und Walter Benjamins.
Am 25. März 1996 wurde Reemtsma entführt und 33 Tage im Keller eines Hauses in Garlstedt gefangen gehalten. Gegen ein Lösegeld von 30 Millionen DM, die bislang höchste in Deutschland gezahlte Summe, wurde er freigelassen. Die Verbrecher konnten zwar schnell gefasst werden, der größere Teil des Lösegelds blieb jedoch verschwunden. Reemtsma hat die Erfahrungen und Erlebnisse seiner Entführung in dem Buch Im Keller (1997) veröffentlicht.
Seit 1996 lehrt er als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg.
Am 25. Oktober 2003 hielt er in Darmstadt die Laudatio für Alexander Kluge anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2003.
Reemtsma ist ein hohes Verdienst um die abgeschlossene denkmalpflegerische Wiederherstellung und konzeptionell gelungene Erschließung von Christoph Martin Wielands bei Weimar gelegenem Gut Oßmannstedt zuzumessen. Am 25. Juni 2005 wurde die Stätte als Museum und Forschungsdomizil gebührend eröffnet.
Deutscher | Mann | Mäzen | Publizist | Geboren 1952 | Entführungsfall
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