James W. McCord, Jr. (* 26. Januar 1924 in Waurika, Oklahoma) war einer der 5 Einbrecher des Watergate-Hotels.
Er ging an der McLean und Electra High-School in Texas. 1949 erhielt er sein Betriebswirtschaftdiplom an der Universität von Texas. 1965 errang er den Master of Science an der George Washington Universität.
1942/1943 war er beim FBI in New York und Washington (D.C.) und war mit Rundfunküberwachungsaktionen befasst. Von 1943 – 1945 war er beim US Army Air Corps. Von 1948 – 1951 wurde er beim FBI als Sonderagent in San Diego und San Francisco eingesetzt. Bei der CIA war er als Chef der Abteilung Personenschutz von 1951 – 1979. Von 1962 – 1964 war er in leitender Stelle für die CIA in Europa tätig.
McCord erhielt vom damaligen Direktor der CIA Richard Helms den Distinguished Service Award für hervorragende Pflichterfüllung. 1970 schied er nach 25 Jahren aus dem Bundesdienst aus.
McCord war in seiner Eigenschaft aber nicht nur ein Techniker, sondern ein Profi in Beurteilungen von Persönlichkeiten. In dieser Eigenschaft gehörte er beispielsweise dem Verhörteam an, das die U-2-Piloten verhörte, die 1959 über der iranischen-sowjetischen Grenze abgeschossen wurden. Der frühere CIA-Chef Allen Welsh Dulles nannte McCord mal „meine beste Kraft.“
Nach seinem Ausscheiden aus den Bundesdienst machte er sich zunächst selbstständig, bevor er von Jack Caulfield und Al Wong zum Sicherheitschef von CREEP vorgeschlagen wurde. Er wurde von Gordon Liddy als neuer Sicherheitschef angeheuert, insbesondere weil er sich mit elektronischer Spionage sehr gut auskannte.
Liddy interessierte sich anfangs nur für Abhörgeräte. McCord war jedenfalls der einzige, der die Wanzen einsetzen konnte.
Am 27.05.1972 setzte McCord die Wanzen bei dem ersten Einbruch in die Demokraten-Zentrale des Watergate-Hotels in das Telefon von Larry O´Brians Sekretärin Fay Abel und die andere Wanze in das Telefon von Spencer Oliver (Geschäftsführer der Organisation der Demokratischen Parteivorsitzenden der Einzelstaaten).
Die erste Wanze funktionierte unzuverlässig und über das angezapfte Telefon wurden nur Trivialgespräche geführt. Die zweite Wanze funktionierte überhaupt nicht.
Aus diesem Grund wurde ein zweiter Einbruch vom Justizminister John N. Mitchell befohlen (was dieser später bestritt).
Beim 2. Einbruch verklebte McCord die Tür in der Tiefgarage (damit sie nicht schließt). Später als die Luft offensichtlich rein war, schlichen sich die 5 Einbrecher in die Tiefgarage. Dann stellten sie aber fest, dass die Klebebänder an der Tür entfernt worden waren. Es ist bis heute nicht klar, warum die Aktion spätestens hier nicht abgebrochen wurde. Jedenfalls wurden neue Klebebänder an der Tür angebracht und der Einbruch fortgesetzt. Die neuen Klebebänder wurden erneut vom Sicherheitsdienst entdeckt und die Polizei wurde alarmiert. Diese nahmen dann die fünf Einbrecher fest.
In dem Watergate-Prozess plädierte McCord auf „nicht schuldig.“
Der Bundesrichter John Sirica glaubte von Anfang an nicht daran, dass die Einbrecher alleine handelten. Durch die Androhung einer hohen Gefängnisstrafe übergab der Mitangeklagte James W. McCord dem Richter schließlich einen Brief.
Diesen Brief las der Richter laut vor dem anwesenden Publikum vor. Darin bestätigte McCord:
1. dass die Einbrecher aufgrund politischen Drucks bisher geschwiegen haben
2. dass McCord deswegen einen Meineid geschworen hatte
3. dass noch andere, politische Personen in dem Einbruch verwickelt sind.
Darauf brach ein Tumult im Gerichtssaal aus. Dieser Brief war der erste Riss in der Vertuschungsaktion des Weißen Hauses. Somit war diese Gerichtsverhandlung nicht das Ende, sondern der Anfang des Skandals.
McCord wurde daraufhin zu der vergleichsweisen milden Strafe von 100.000 $ Kaution auf freien Fuß gesetzt.
Auch McCord soll 25.000$ aus dem Schmiergeldfond des Komitees zur Wiederwahl des Präsidenten CREEP zur Bezahlung seiner Anwälte bekommen haben.
Er schrieb später ein Buch über den Einbruch: The Watergate Story: Fact and Fiction.
Mann | US-Amerikaner | CIA (Person) | Watergate-Affäre | Geboren 1924
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