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Als Jahresring oder Jahrring wird die im Querschnitt sichtbare, ringförmige Maserung des Holzes einer mehrjährigen Pflanze, insbesondere eines Baumes bezeichnet. Jahresringe entstehen nur dort, wo durch die klimatischen Bedingungen das Pflanzenwachstum Schwankungen unterliegt. Dies können Jahreszeiten sein, wie in den gemäßigten Breiten, oder Trocken- und Regenzeiten, die auch in halbjährlichem Rhythmus folgen können (Halbjahresringe).

Periodische Entwicklungsphasen


Ein Jahresring spiegelt die verschiedenen Entwicklungsphasen in einer Vegetationsperiode wider.
Nach der Ruhephase im Winter (oder Trockenzeit) werden in der Mobilisierungsphase Nährstoffe verbraucht, die vor der Ruhephase angelegt wurden. Es folgt die Wachstumsphase, in der das sogenannte Frühholz entsteht. Es bildet sich eine relativ helle lockere Zuwachszone, die dem Baum den schnellen Transport von Wasser und Mineralien von der Wurzel in die Krone ermöglicht, um den Blattaustrieb und die Blütenbildung zu gewährleisten. Die Zellen im Frühholz sind dünnwandig und großlumig, dadurch mechanisch nicht sehr fest. In der darauf folgenden Depositionsphase entstehen dickwandige und kleinlumige Holzzellen, die wesentlich härter sind und hauptsächlich festigende Aufgaben übernehmen. In dieses Spätholz werden unterschiedliche Stoffe eingelagert, wodurch es eine dunklere Farbe bekommt.

Ist die mittlere Wachstumsrate b einer Baumart bekannt, läßt sich aus dem Baumumfang U das Alter a abschätzen. Bezeichnet b die mittlere Breite eines Jahresrings, dann gilt:

a=U/(2 * π * b)
Dabei wird U in ca. 1,30m Höhe gemessen (BHD: Brusthöhendurchmesser).

Beispiel: Die Breite der Jahresringe einer Fichte liegt zwischen 4-6mm. Wenn der Stamm einen Umfang von 1,5m aufweist, ist der Baum zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Für unbekannte Bäume ist der Wert b = 4 mm ein guter Näherungswert und man erhält die Faustformel:

Baumalter = Stammumfang [cm / 2,5

Einige Eichenarten, Weiden, Pappeln und Platanen können Wachstumsraten von mehr als 10mm/Jahr aufweisen, Eiben und zwergwüchsige Bäume deutlich unter 4mm/Jahr.

Verhältnis von Früh- und Spätholz


Tree rings.jpg Je besser die klimatischen Bedingungen innerhalb einer Vegetationsperiode sind, desto größer ist der Holzzuwachs und damit die Breite des Jahresrings.

Zwischen Laub- und Nadelhölzer bestehen Unterschiede beim Verhältnis von Früh- und Spätholzanteil.

  • Bei Nadelbäumen ist der Spätholzanteil unabhängig von äußeren Einflüssen. Dafür ist der Frühholzanteil in guten Jahren größer als in unwirtlichen. Dies hat als Folge, das schnell gewachsenes Nadelholz weicher ist als langsam gewachsenes.
  • Laubbäume bilden immer eine konstante Menge an Frühholz, dafür variiert der Spätholzanteil.

Die Ausschnittsvergrößerung im Bild oben zeigt drei Jahresringe einer Fichte. Im mittleren von schräg oben nach unten verlaufenden Ring erkennt man in der linken Hälfte das lockere Frühholz, rechts davon das dichtere Spätholz

Wachstumsschwankungen


Da Klimaschwankungen nicht nur auf einen einzelnen Baum wirken, sondern auch auf seine Nachbarn, bilden alle Bäume einer Region ein charakteristisches Jahrringmuster. So ist es möglich, einerseits die klimatischen Bedingungen über Jahrhunderte zu rekonstruieren und andererseits eine Altersbestimmung von archäologischen Funden, anhand von Holzresten mit erkennbarer Maserung, durchzuführen; diese Methode nennt man Dendrochronologie.

Jahrring01.JPG

Forstwirtschaft

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