Das Jahr Null gibt es im Christlichen Kalender und somit auch in unserer gegenwärtigen Zeitrechnung nicht.
Die römischen Zahlen haben kein Symbol für die Null, die sogenannten arabischen Ziffern hingegen schon. Letztere wurden gegen Ende des 5. Jahrhunderts in Indien entwickelt und somit etwa zeitgleich zu Dionysius Exiguus, der im Jahr 525 den Beginn der christlichen Ära für das Jahr 754 nach der Gründung Roms errechnete, dem vermeintlichen Jahr der Geburt Christi. Es dauerte aber etwa fünf Jahrhunderte (cf. Gerbert von Aurillac), bis man in Europa vom „Konzept der Ziffer Null“ überhaupt Kenntnis nahm – und erst in der Renaissance fanden die arabischen Ziffern in Europa allgemeine Anerkennung, Verbreitung und Verwendung.
Deshalb gibt es in der Zeitrechnung der Historiker kein Jahr Null. Das hat zur Folge, dass zwischen dem 1. Juni 500 v. Chr. und dem 1. Juni 500 n. Chr. überraschenderweise nur 999 Jahre liegen. Dieses arithmetisch bedenkliche Ergebnis veranlasste die Astronomen des 18. Jahrhunderts zu einer eigenen, modifizierten Zeitrechnung. (Cf. Epochensprung.)
Mit Cassini ist sich die moderne Wissenschaft heute darin einig, dass eine korrekte Chronologie eigentlich eines Jahres Null bedarf. In den antiken Chroniken wurden aber traditionell die Herrscherjahre, z.B. der Caesaren gezählt, unter Verwendung von Ordinalzahlen. So begründen die Jahre der christlichen Ära, die Jahre nach Christus – logisch richtig ohne Jahr Null – eben auch die „christliche Chronik“. Die Jahre vor Christus, die „Chronik der vorchristlichen Zeit“. Beide zusammen ergeben aber keine Chronologie, sondern zwei getrennte Chroniken.
Zwei verschiedene Jahre Null wurden bisher definiert und vorgeschlagen. Derzeit wird aber nur das „julianische Schaltjahr Null“ tatsächlich angewendet.
| Modernes Datum | Geschichtliches Jahr | Astronomisches Jahr | Christum natum 1 | ab urbe condita 2 | Lateinisches Datum | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 31. Dezember | 1 v. Chr. | 0 | = | I ante | DCC.LIII a.u.c | pridie Cal. Ian. |
| 1. Januar | 1 (n. Chr.) | 1 | = | I post | DCC.LIV a.u.c | Calendis Ianuariis |
Anmerkung: Die obenstehende Tabelle gibt den theoretischen, richtig angewendeten Julianischen Kalender wieder. Caesar führte seinen neuen Kalender am 1. Januar DCC.IX |a.u.c. (709 = 45 v. Chr. ) ein. Dieses Jahr war gleich ein Schaltjahr. Das Jahr zuvor wird als Verworrenes Jahr bezeichnet (weil es 445 Tage hatte). Nach Caesars Tod wurde aber 36 Jahre lang ein falscher, missverstandener Schaltmodus angewendet. Das Jahr 709 a.u.c. wurde gleich wieder als erstes Jahr verstanden und im „vierten“ Jahr 712 abermals ein Schaltjahr eingelegt, also schon nach drei Jahren. So waren die römischen Jahre 715, 718, 721 etc. bis einschließlich 745 a.u.c. (IX v. Chr.) alle tatsächlich Schaltjahre. 36/3 = 12, aber 36/4 = 9.
Das Jahr 745 wäre auch bei richtig angewandten Schaltregeln römisches Schaltjahr gewesen. Die eigentlichen Schaltjahre 749 a.u.c. (= V v. Chr.), 753 a.u.c. (= I v. Chr.) und 757 a.u.c. (= IV n. Chr.) fielen aber aus – waren also Gemeinjahre – um den Kalender zu korrigieren.
Weiterhin sollte noch beachtet werden, dass, obwohl das Neujahr von Caesar eindeutig auf den 1. Januar festgelegt wurde, Datumsangaben wie „pridie Kal. Ian.“ mit folgender Jahreszahl verschieden interpretiert werden können, da die Römer ab dem 14. Dezember rückwärts zählten (XIX ante Kal. Ian.). Der 30. Dezember ist der dritte href="http://articles.gourt.com/de/sic">sic Tag vor den Calenden, während der 31. Dezember der Vortag (pridie Kal. Ian.) der Calenden des kommenden neuen Jahres ist.
Godina 0 | 0 | Year zero | Kial ne estas jaro 0 | Año 0 | 0. aasta | Vuosi 0 | Année zéro | Godina 0 | Anno 0 | 0년 | 0 (jaar) | 0 | 0 (leto) | Viti zero | 0 | 0 | Năm 0
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