Der Jaguar XJ-Serie war das letzte Design welches durch den Gründer der Firma Jaguar, Sir William Lyons beeinflusst wurde. Von 1968 bis 1992 wurden in insgesamt mehr als 400 000 Stück gebaut, vom Reihensechzylinder mit 2,8 Liter Hubraum bis zum V12 mit 5,3 Liter Hubraum, lange bevor Mercedes oder BMW ihre Modelle mit 12-Zylinder angeboten haben. Seine Hauptkonkurrenten sind der Audi A8, der BMW 7er, die Mercedes S-Klasse, der VW Phaeton sowie der Lexus LS
1969 stellte Jaguar die Daimler-Version des XJ6 vor, der den Namen Sovereign übernahm und sowohl den Daimler 250 V8 sowie den vorigen Daimler Sovereign (420) ersetzte. Kurz zuvor wurde 1969 bereits die Produktion des Jaguar 240 eingestellt. Als 1970 auch die Produktion des 420G eingestellt wurde, gab es nur noch den XJ als einzige Limousinenbaureihe bei Jaguar/Daimler. 1972 folgte der XJ12 (Daimler Double Six) angekündigt, mit dem selben 5,3 Liter Zwölfzylinder wie der E-Type. Es folgte noch ein besonders luxuriöser Vanden Plas mit einem längere Radstand und sowohl den XJ6 als auch den XJ12 gab es ab Ende 1972 nun mit zwei Radständen, außer den 2.8, den es nur mit dem ursprünglichen kurzen Radstand gab.
Von der Serie I wurden bis 1973 mehr als 98.000 Stück verkauft, bis aufgrund neuer Umwelt- und Sicherheitsauflagen die Serie II eingeführt wurde.
Bereits 1974 wurde das neue XJ-Coupe angekündigt, aber es dauerte bis 1975 bis das Coupe in die Serienproduktion ging. Aufgrund von Problemen mit der Qualität und den Zulieferern wurde die Produktion des Coupes bereits 1977 eingestellt. Wie auch die Limousine, gab es das Coupe sowohl als Jaguar als auch als Daimler mit dem 4,2 Sechszylinder und dem 5,3 Zwölfzylinder.
Die Produktion des XJ6 wurde 1987 eingestellt, die Serie III wurde mit V12-Motor allerdings noch bis 1992 weiterproduziert (zu den Hintergründen mehr im folgenden Abschnitt zum XJ40). Der XJ 12/Daimler Double Six wurde im Jahr 1990 für das Modelljahr 1991 noch einmal umfangreich überarbeitet und u.a. mit einem Bosch-ABS und einer von Lucas in Lizenz produzierten Bosch-Einspritzanlage ausgerüstet. Mit Ablauf des Produktionsjahres 1991 wurde die Produktion des XJ12 eingestellt. Der letzte Daimler Double Six der Serie III lief Ende 1992 vom Band. Inzwischen war der XJ 40 soweit modifiziert, daß er mit einem auf 6l Hubraum vergrösserten V12-Motor als Modell XJ 81 angeboten werden konnte.
Der XJ40 war eines der technisch ambitioniertesten Fahrzeuge Mitte der 80er Jahre, zugleich aber in der Produktion günstiger als die Serie III, da seine Karosserie aus weniger, dafür größeren Blechpressteilen bestand. Der XJ40 bekam den aus dem XJ-S bekannten AJ6 mit 3,6 Liter Hubraum und einen kleineren AJ6 mit 2,9 Liter Hubraum und wurde in zwei Versionen sowie als Daimler verkauft. Optisch waren die höherwertigen Sovereign und Daimler-Modelle durch rechteckige Breitband-Scheinwerfer zu erkennen, die XJ6 Modelle hatten vier Rundscheinwerfer. Ein weiteres Stilelement, welches mit dem XJ40 eingeführt wurde, war die "J-Gate"-Kulisse der Automatik.
Aus der Sekundärliteratur (siehe Quellen) geht hervor, dass durch die langwierigen Querelen bei BLMC um die Frage, wie ein moderner XJ-Nachfolger auszusehen habe, Jaguar letztlich bewirkt habe, daß der Motorraum des XJ40 so schmal ausgeführt wurde, daß keine V-Motoren hineinpassen. Dies sollte von vornherein die mögliche Forderung ausschließen, den V8-Motor der BLMC-Tochter Rover auch im Jaguar einzusetzen. (Der Rover V8-Motor, dessen Varianten in den Land Rover/Range Rover-Modellen, dem Rover P5B, Rover SDI MG B GT V8 und diversen britischen Kleinseriensportwagen, z.B. Morgan Plus 8, eingesetzt wurde, hatte wegen seiner ursprünglich amerikanischen Herkunft einen etwas zu rauhen Charme, als daß die Jaguar-Kundschaft diesen akzeptiert hätte.) Diese Entscheidung des Jaguar-Managements verhinderte zunächst aber auch den Einsatz des eigenen V12-Motors.
Die Kundschaft gab sich mit 3,6 Litern als Spitzenmotorisierung allerdings nicht zufrieden. Man hatte sich in der Annahme verschätzt, in den 80er Jahren würden nur noch (vergleichsweise) benzinsparende Sechszylinder-Motoren gefragt sein. So wurde bereits zum Zeitpunkt der Präsentation des XJ40 im Jahr 1986 ein V12-Motor in diesem Fahrzeug öffentlich angekündigt (XJ81). Allerdings mussten dafür nun aufwändige Modifikationen an der Bodengruppe vorgenommen werden, die schließlich einige Jahre dauern sollten. Um die Zeit bis zum Erscheinen des XJ81 mit V12-Motor zu überbrücken, wurde die Serie III mit V12-Motor bis Ende 1992 parallel zum XJ40 weitergebaut.
Anfangs hatte der XJ40 als erste komplette XJ-Neukonstruktion von Jaguar seit 1968 einige Qualitätsschwächen, z.B. im Bereich der aufwändigen Elektronik (insbesondere die digitalen Anzeigen bereiteten Kummer). Im Laufe der Jahre verbesserte sich die Qualität aber stark. Insbesondere ab Modelljahr 1990 gilt der XJ40 als sehr zuverlässig - in diesem Jahr wurden auch die digitalen Anzeigen durch klassische Rundinstrumente ersetzt.
Der XJ40 war trotz aller Hindernisse ein kommerzieller Erfolg für Jaguar. Bis 1989 wurden 39 000 Fahrzeuge verkauft. 1990 wurden überarbeitete Motoren angeboten mit 3,2 und 4,0 Liter Hubraum. Der V12, jetzt mit 6 Liter und 229 kW folgte 1993, nachdem die Karosserie zur Aufnahme von V-Motoren umkonstruiert worden war (vgl. XJ Serie III). Neben dem Basis und dem Sovereign Modell wurde 1993 ein Sport-Modell eingeführt um jüngere Kunden zu gewinnen. Ebenso gab es eine Version mit langen Radstand, die Majestic genannt wurde.
Der XJ40 ist sofort als Jaguar zu erkennen. Obwohl es sich um eine ausgesprochen moderne und sachliche Interpretation des Jaguar-Designstils handelte, wies das Fahrzeug alle typischen Jaguar-Merkmale auf (Proportionen, Seitenlinie, Hüftschwung).
Neben dem XJ6 mit dem 3,2 Liter Reihensechszylinder, gab es den Sovereign mit 3,2 und 4,0 Liter, den Daimler Six und die beiden Zwölfzylinder XJ12 und Daimler Double Six. Mit dem XJ Sport 3,2 und 4,0 versuchte Jaguar erneut eine jüngere Käuferschicht zu erreichen. Ein völlig neues Konzept war der Jaguar XJR, eine luxuriöse Sportlimousine mit dem 4 Liter Reihensechszylinder und Kompressor, der 240 kW leistete und damit das damals stärkste Jaguar Modell war. 1996 wurde der Sovereign, XJ12 und die beiden Daimler mit langen Radstand angeboten.
Die neue V8 mit 3,2 und 4,0 Liter Hubraum leisteten 177 und 209/214 kW, der V8-Kompressor im XJR und Daimler Super V8 leistete erst 267, später 272 kW.
Neben der Basis-Variante XJ Executive gab es eine Reihe von weiteren Modellen wie den XJ Sport, den XJ Sovereign, den 4.0 Vanden Plas, den XJR, den Daimler Eight und Daimler Super V8. Den XJ Sovereign, Vanden Plas und die beiden Daimler Modelle gab es auch mit langen Radstand. Insgesamt wurden mehr als 125.000 Modelle des XJ8 produziert.
Um die wachsende Nachfrage der Kunden nach einem Diesel in Europa zu befriedigen, ist der XJ seit diesem Jahr mit dem aus dem S-Type bekannten Dieselaggregat ausgestattet. Der Dieselmotor ist ein von Jaguar und PSA (Peugeot & Citroën) entwickelter 2,7 Biturbo, der es mit vergleichbaren 3 Liter Aggregaten aufnehmen kann.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Jaguar XJ-Serie".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world