article

Jaguar_kuehlerfigur.jpg)]] Jaguar ist eine britische Automobilmarke, die heute zur Ford Motor Company gehört. Ins Leben gerufen wurde sie 1922 von Sir William Lyons unter dem Namen SS (Standard Swallow). Sitz der Jaguar Cars Ltd. ist Coventry mit Werken in Coventry, Birmingham und Halewood (alle in Großbritannien).

Geschichte


SS100.jpg | Jaguar3,5_SS_DHC_1939.jpg

1922 gründete Sir William Lyons die Firma SS (Standard Swallow) und stellte zunächst Seitenwagen für Motorräder her. Daher behaupten manche Quellen, dass SS für Swallow Sidecars gestanden habe. 1927 entwarf er eine Zweisitzer-Karosserie für den Austin Seven und stieg so ins Automobilgeschäft ein. Nach den viersitzigen Limousinen SS1 und SS2 präsentierte Lyons 1935 eine neue Sportwagenserie mit der Bezeichnung SS 90 Jaguar, auf dem auch der Kopf des Jaguars als Symbol für Dynamik und Eleganz im Emblem zum ersten Mal auftauchte. Ein Jahr später folgte dann der SS 100 Jaguar. Die Zahlen 90 bzw. 100 geben dabei die maximal zu erreichende Höchstgeschwindigkeit (natürlich in mph, also beim SS100 etwa 160 km/h) an, was bei den damaligen Straßenverhältnisse sehr schnell war und wahrscheinlich in Realität nie erreicht wurde. Da der SS 100 im Vergleich zu Autos von Bentley oder Invicta sehr günstig war und zudem eine sportlich elegante Karosserie hatte, wurde er für die Firma SS auch sportlich ein großer Erfolg, so dass sich der Name Jaguar als Markenname einprägte.

Daher ließ die Firma nach dem Zweiten Weltkrieg das SS weg und nannte sich 1947 komplett in Jaguar um – das Kürzel SS erinnerte zu sehr an die Schutzstaffel der Nationalsozialisten.

Jaguar_XK_120_1950_1.JPG | Jaguar_XK_120_1950_2.JPG | Jaguar-xk-120.jpg | Jaguar_D-Type_1954.jpg

Im Jahr 1948 schließlich stellte Lyons auf der London Motor Show den XK 120 vor, der für den Durchbruch der Marke sorgte. Die Bezeichnung XK wird bis heute für die sportlichen Modelle der Marke verwendet. Der XK 120 C-Type (C für Competition) wurde für Renneinsätze entwickelt, und 1951 gewann für Jaguar erstmals das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ein weiterer Sieg in Le Mans folgte 1953 zuerst mit dem C-Type, und nachher siegten die weiterentwickelten D-Types dreimal. Beide waren reine Rennfahrzeuge und hatten, außer dem Sechszylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und dem Getriebe, keine Gemeinsamkeit mit den XK-Modellen. Sie hatten einen Gitterrohrrahmen und mit Längslenkern und Panhardstab geführte Hinterachsen.

Die erfolgreichen Renneinsätze beflügelten auch den Verkauf, sodass sich der XK 120 und sein Nachfolgemodell XK 140 gut verkauften. Der XK 140 wurde nur von 1955 bis 1957 gebaut und wurde durch den XK 150 abgelöst, der auf dem gleichen Fahrgestell aufbaute, aber gestrafftere Linien der Karosserie aufweist. Von diesem Fahrzeug gab es eine sportliche Variante, den XK 150 S. Auf der Basis des D-Type wurde der XKSS als straßentaugliche Version dieses Rennsportwagens entwickelt. Die Serienproduktion dieses Roadsters wurde aber 1956 durch ein Großfeuer verhindert, das die gesamten Produktionsanlagen zerstörte. Die 16 gebauten Wagen gelten heute als höchst begehrenswerte Sammelobjekte.

Jaguar.3point4.750pix.jpg | 1959 präsentierte man das Modell MK II. Das Fahrzeug wurde für den amerikanischen Markt maßgeschneidert und war besonders luxuriös ausgestattet.

Anfang des Jahres 1960 kaufte Lyons die Daimler Motor Company, deren Modelle traditionell vom britischen Königshaus gefahren wurden. Man ging dazu über, jedes Jaguar-Modell mit höherwertiger Ausstattung als Daimler herauszubringen. Dies sorgte endgültig für das Image als Nobelmarke. Unterscheidungsmerkmal vieler Daimler zu den Jaguar-Parallelmodellen ist der Kühlergrill mit gewellten Oberflächen.

Jaguar-e-type.jpg | 1961 wurde auf dem Genfer Auto-Salon der Jaguar E-Type erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt. Er sorgte von Beginn an für Aufsehen, da er Maßstäbe sowohl im Design als auch in der Fahrtechnik setzte, die teilweise bis zu heutigen Modellen verfolgt werden können.

Ebenfalls fertigte man einen als "Lightweight E-Type" bezeichneten Rennwagen mit Aluminium-Karosserie an, der weltweit Rennsiege einfuhr.

Jaguar_E-Type_1963.jpg | Jaguar_Sovereign_4.2_1.JPG | 1963 folgte der erste S-Type. Die Fahrzeuge dieser Baureihe bedienen bis heute das Segment der gehobenen Mittelklasse. Der Jaguar XJ6 wurde im Jahre 1968 eingeführt als erster Vertreter der XJ-Serie, die bis heute die Oberklasse bedient. Der XJ12 war lange Zeit die einzige europäische Limousine mit prestigeträchtigem Zwölfzylindermotor.

1966 fusionierte Jaguar mit der British Motor Corporation (BMC) zur British Leyland Motor Corporation, meist nur British Leyland genannt.

Ende der 1970er Jahre geriet Jaguar unter anderem auch auf Grund von Streiks und Qualitätsproblemen in finanzielle Bedrängnis und konnte sich im Jahr 1984 von British Leyland lösen. Nach dem desaströsen Jahr 1980, in dem gerade mal 13.360 Autos verkauft wurden, ging es unter John Egan langsam wieder bergauf. In diesen Zeitraum fällt auch das erfolgreiche Engagement im Motorsport: Anfangs in der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft, später in der Gruppe C wurden 1988 und 1990 prestigeträchtige Siege im 24-Stunden-Rennen von Le Mans eingefahren.

1989 wird Jaguar von der amerikanischen Ford Motor Company übernommen. Seither wird die Modellpalette komplett überarbeitet. Ford fasst die Marken Jaguar, Land Rover, Aston Martin, Volvo und Lincoln zur Premier Automotive Group (kurz PAG) zusammen. Nachdem sich die Verkäufe der PAG nicht ganz nach den Vorstellungen der Firmenleitung entwickelten, wurde Lincoln wieder herausgenommen.

Die Marke Jaguar kann nur durch hohe Subventionen des Mutterkonzerns Ford überleben. Jaguar verbucht 2004 einen Vorsteuerverlust von 430 Millionen Pfund. Auch 2005 schreibt das Unternehmen nach Aussagen von Jaguar-Managern tiefrote Zahlen. So muss Ford seiner britischen Tochter Jaguar mit 1,2 Milliarden Pfund (1,75 Milliarden Euro) unter die Arme greifen, um die hohen Verluste und Abschreibungen seiner Luxusmarke auszugleichen.

Im Jahr 2005 baut Jaguar in England 1150 Stellen ab und fährt die Produktion zurück. Ford erwägt sogar den Verkauf des Jaguar-Stammwerks Browns Lane in Coventry, das es seit 1928 gibt. Das Ziel, 2007 die Gewinnschwelle zu erreichen, ließ der Autobauer mit der zum Sprung ansetzenden Wildkatze als Markenzeichen inzwischen fallen. Auch die Absatzzahlen im laufenden Jahr sind wenig ermutigend: Im Kernmarkt der Vereinigten Staaten verkauft Jaguar in den ersten elf Monaten 15,5 Prozent weniger Fahrzeuge, in Europa bricht der Absatz um 23 Prozent ein. Damit liegt Jaguar im Trend der britischen Automobilindustrie. Experten bezeichnen die gesamte britische Automobilindustrie als rückständig und nicht überlebensfähig.

Historische Modelle


Jaguar_weiss1.JPG | Jaguar XK 120 Cabriolet.jpg Die heutige Form der Jaguar-Limousine ist die 1968 entstandene XJ-Serie. Die ursprüngliche Serie 1 wurde bis 1973 gebaut, die Serie 2 bis 1979 und die Serie 3 bis 1992 (Europa) bzw. 1987 (USA). Die darauffolgenden Serien heißen XJ40 (bis 1995), XJ300 (bis 1997) und XJ308. Die heutigen Modelle nennen sich XJ350 und werden seit 2003 gebaut. Weitere Serien sind : X-Type, S-Type und XK. Die X- bzw. S-Type- Serien bedienen sich in vielfältiger Weise Standardbauteilen des Ford-Mutterkonzerns, heben sich jedoch in Verarbeitungsqualität und Ausstattung deutlich von den Ford-Modellen ab.

Es gab mehrere Sportwagenmodelle, die zum Teil auch im Rennsport zum Einsatz kamen:

  • XK 120 (1948-1954): Sein Name sollte darauf hinweisen, dass es sich um ein Fahrzeug handelt, das eine Geschwindigkeit von 120 mph (etwa 193 km/h) erreichte.
  • XK 140 (1955-1957): Der Nachfolger: etwas schwerer als der Vorgänger,explizit für den amerikanischen Markt entworfen. Trotz eines stärkeren Motors erreichte er keine 140 mph.
  • XK 150 (1957-1960): Fand anfangs nicht dieselbe Marktresonanz wie seine Vorgänger: zu schwer, zu schwach motorisiert.
  • E-Type (1961-1975): Der Klassiker. wurde in 3 Serien gebaut, wovon die dritte sogar mit V12 Motor angeboten wurde.
  • XJ-S/XJS (1975-1996): Der umstrittenste: Trotz Erfolge in der Europäischen Tourenwagen Meisterschaft wird er von Puristen als zu schwerfällig abgelehnt.
  • XJR-15 (1991-1992): die Straßenversion des Siegerautos von Le Mans 1988, dem XJR-9. Es wurden nur 50 Stück gebaut.
  • XJ 220 (1992-1994): Ein Supersportwagen der obersten Preisklasse.

Aktuelle Modelle


AMI XK.jpg

Aktuell bietet Jaguar vier Baureihen an. Die längste Tradition dieser Modelle hat die XJ-Serie, die zuletzt 2003 überarbeitet wurde. In der oberen Mittelklasse ist seit 1999 der Jaguar S-Type eingegliedert, der in Europa allerdings schwer mit der Mercedes-Benz E-Klasse und dem BMW 5er zu kämpfen hat und der seit 2004, um ihn attraktiver zu machen, auch mit Dieselmotor angeboten wird. Aus dem selben Grund ist seit 2001 zum ersten Mal in der Markengeschichte auch ein Mittelklasse-Wagen zu finden, der Jaguar X-Type. Er ist mit Dieselmotoren, Allradantrieb und sogar als Kombi (X-Type Estate) zu haben. 70% der Bodengruppe teilt er sich hierbei mit dem Ford Mondeo. Die Fahrwerksentwicklung wurde in die Hände des Jaguar-Fahrwerksentwicklungszentrums am Nürburgring gegeben.

Der Jaguar XK8 & XKR löste 1996 nach 21 Jahren das Modell XJS ab. Es war der erste Sportwagen, der unter der Leitung der Ford Motor Company entstanden ist. Als Design-Vorbild wählte man die Linien des legendären E-Type. Im Mai 1998, zum 50. Geburtstag der Baureihe XK, bekam der XK8 Verstärkung in Form des Kompressor-motorisierten XKR.

Im Frühjahr 2006 wurde die bis dato aktuelle XK-Reihe durch das neue Modell ersetzt, das sich an die Studie des Jaguar Advanced Lightweight Coupe anlehnt. Wie bereits in der Baureihe XJ verfügt auch der neue XK über eine Aluminium-Karosserie.

Die bekannte Kühlerfigur von Jaguar, Leaper ist seit den frühen 70ern nicht mehr im Lieferumfang. Mit Erscheinen des XJ6 verschwand er aus Sicherheitsgründen von der Aufpreisliste. Aktuell wird eine neu entwickelte Version der springenden Katze in Deutschland über den Zuberhörhandel vertrieben.

Modelle im Überblick


Jaguar-Designer


Literatur


  • Jaguar, Die komplette Markengeschichte, ISBN 3-613-02259-1
  • Jaguar, Heiner Stertkamp, Heel 2006, ISBN 3-89365-884-X

Weblinks


Jaguar | Automobilhersteller | Ford

Jaguar (car) | Jaguar (automóvil) | Jaguar | Jaguar (automobile) | Jaguar | Jaguar | ジャガー (自動車) | 재규어 자동차 | Jaguar Cars | Jaguar (bil) | Jaguar (samochód) | Jaguar (car) | Jaguar (bilmärke) | Jaguar

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Jaguar (Auto)".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld