Ein Jagdflugzeug ist ein in erster Linie zur Bekämpfung anderer Flugzeuge eingesetztes Kampfflugzeug. Jagdflugzeuge haben meist eine Besatzung von ein oder zwei Mann.
Ein Abfangjäger ist ein sehr schnelles Flugzeug mit hoher Steigleistung. Seine Aufgabe ist es, eindringende gegnerische Bomber und Aufklärer abzufangen. Wendigkeit kann bei diesem Typ vernachlässigt werden.
Zur Zeit des Kalten Krieges waren jedoch in Mitteleuropa eher Kurzstreckenabfangjäger mit extremer Steigleistung, Beschleunigung und den zusätzlichen Fähigkeiten eines Luftüberlegenheitsjägers gefordert worden, um im Konfliktfall Kampfmaschinen des Warschauer Paktes nach dem Überfliegen der innerdeutschen Grenze nach Möglichkeit noch vor dem Erreichen der bundesdeutschen Ballungsgebiete abfangen zu können. Auf dieses Anforderungsprofil hin wurde der EADS Eurofighter Typhoon entwickelt.
Typische Abfangjäger sind Messerschmitt Me 163, Lockheed F-104 oder Mikojan-Gurewitsch MiG-31.
Beispiele: McDonnell Douglas F-15, Grumman F-14 (Tomcat), Lockheed F/A-22, Mikojan-Gurewitsch MiG-29, Suchoi Su-27, EADS Eurofighter Typhoon und Dassault Rafale.
Fast alle Jagdflugzeuge lassen sich durch Anbringung von Bombenschlössern als Jagdbomber einsetzen. Häufig wurden Flugzeuge, die als Jagdflugzeug nicht mehr die geforderte Leistung brachten, als Jagdbomber eingesetzt, so Hawker Typhoon, Bell P-39 und Messerschmitt Bf 110.
Andere Beispiele für Jagdbomber sind Panavia Tornado, Suchoi Su-24 oder SEPECAT Jaguar.
Typische moderne Jagdflugzeuge der USN (United States Navy) sind die Grumman F-14 Tomcat sowie die F/A-18 Hornet, respektive Su-27K und Jak-38 für die russische Marine.
Im 2. Weltkrieg wurden konventionelle Jagdeinsitzer durch eine verbesserten Avionik-Ausrüstung (Fluginstrumente, Funknavigation, Autopilot) zu Allwetterjägern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Allwetterjäger mit Radar ausgerüstetet, so dass diese Flugzeugklasse mit der der ebenfalls radarbestückten Nachtjäger verschmolz. Solange es noch reine Tagjäger gab, bezeichnete der Begriff Allwetterjäger auch mit verbesserter Avionik und Bewaffnung für den Schlechtwettereinsatz nachgerüstete ehemalige Tagjäger. Da heute jedes Jagdflugzeug über die für Schlechtwetter- und Nachjagd erforderliche Avionik verfügt, ist die Bezeichnung Allwetterjäger veraltet.
Mit der Weiterentwicklung des Radars verschwamm die Grenze zwischen »normalen« und Nachtjägern, da fast jedes Kampfflugzeug inzwischen in der Lage war, nachts oder bei schlechtem Wetter zu fliegen und zu kämpfen.
In den 30er Jahren wurden in der Sowjetunion (Projekt Sweno) und den 50er Jahren in den USA sogar Versuche unternommen, Begleitjäger »an Bord« mitzuführen. Die Probleme beim Wiederandocken ließen sich jedoch kaum lösen.
Während die ersten Luftkämpfe der Geschichte mit improvisierten Waffen bestritten wurden, war das erste ausdrücklich zur Bekämpfung von Luftzielen gedachtes Flugzeug ein französischer Einsitzer, der mit einem durch den Propellerkreis feuernden Maschinengewehr ausgerüstet war. Das Unterbrechergetriebe, das die Beschädigung des eigenen Propellers verhindern sollte, arbeitete so schlecht, dass es außer Funktion gesetzt wurde. Stattdessen schützten stählerne Abweisbleche den Propeller. Mit dieser Maschine zerstörte der französische Pilot Roland Garros mehrere deutsche Flugzeuge.
Als er am 18. April 1915 von Infanteriefeuer abgeschossen wurde und hinter den deutschen Linien notlanden musste, führte das zur Entwicklung eines funktionssicheren Unterbrechergetriebes durch die Firma Anton Fokkers. Der mit Fokkers Unterbrechergetriebe ausgerüstete Fokker E-I wurde zum ersten serienmäßigen Jagdflugzeug der Welt.
Das Standardjagdflugzeug am Ende des Ersten Weltkrieges war ein einmotoriger, einsitziger Doppeldecker mit zwei Maschinengewehren und starrem Fahrgestell. Die Umlaufmotoren hatten das Ende ihrer Entwicklungsfähigkeit erreicht; wassergekühlte Reihen- und V-Motoren und die neu entwickelten Sternmotoren mit 160 bis 220 PS wurden zum Standard.
Daran änderte sich bis in die 30er Jahre kaum etwas. Als einen Höhepunkt dieser Entwicklung könnte man die Gloster Gladiator betrachten: ein einsitziger Doppeldecker mit einem 840 PS starken Sternmotor, starrem Fahrgestell und vier 7,7-mm-Maschinengewehren. Er wurde noch (mit anderen Doppeldeckern von Fiat und Polikarpow) im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.
Die wichtigste Entwicklung dieser Zeit war aber wahrscheinlich die Vervollkommnung der trägergestützten Flugzeuge. Landehaken, stabile Fahrwerke und die Fortschritte in der Avionik ließen eine ganz eigene Klasse von Jagdflugzeugen entstehen.
Bei landgestützten Flugzeugen führte erst die Entwicklung von schnellen Bombern in Eindecker-Auslegung zur Entwicklung von schnellen Eindecker-Jägern, die in der Lage sein sollten, auch moderne Schnellbomber abzufangen. Die Polikarpow I-16, die Messerschmitt Bf 109 und die Hawker Hurricane waren typischen Jagdflugzeuge der ersten Generation der Ganzmetalleindecker. Als »Übungsfeld« diente da vor allem der Spanische Bürgerkrieg 1936–1939.
Versuche mit Mehrzweckflugzeugen, die noch im Ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle gespielt hatten (z. B. der Bristol Fighter), hatten in Deutschland zur Entwicklung der Zerstörer geführt. Die Messerschmitt Bf 110, die diese Klasse begründet hatte, erwies sich aber (wie verschiedene andere Mehrzweckflugzeuge des Zweiten Weltkriegs auch) wegen der in der Auslegung notwendigen Kompromisse als ungeeignet für die geplante Rolle als schwerer Jäger.
Die Entwicklung der ersten brauchbaren Bordradargeräte führte zur Entwicklung spezieller Nachtjägertypen. Die schweren Jäger boten dem Bordradar und dem für die Bedienung des Radars erforderlichen zusätzlichen Besatzungsmitglied den nötigen Platz und waren aufgrund ihrer großen Flugdauer gut für die langwierige Abfangjagd bei Nacht geeignet. Neben als Mehrzweckflugzeugen konzipierten Typen wie der Messerschmitt Bf 110 und der Bristol Type 156 Beaufighter wurden auch ursprünglich für andere Rollen entwickelte Flugzeuge wie z. B. die De Havilland D.H.98 Mosquito (ursprünglich ein Schnellbomber) erfolgreich als Nachtjäger eingesetzt.
Der Zweite Weltkrieg brachte auch die Höhenpunkte in der Entwicklung der konventionellen Jäger: Maschinen mit über 2.000 PS, über 700 km/h schnell, mit sehr schwerer Bewaffnung und einer strategischen Reichweite (North American P-51, Republic P-47, Supermarine Spitfire, Hawker Tempest, Focke-Wulf Fw 190). Doch alle diese Spitzenmodelle wurden von den neuen Strahlflugzeugen deklassiert.
Vor allem das Auftreten der sowjetischen MiG-15 - eines relativ kleinen, aber sehr leistungsfähigen Musters (dessen Triebwerk pikanterweise eine Lizenzversion des britischen Nene-Triebwerks war), versetzte den Amerikanern einen Schock. Der schwerbewaffnete Jäger konnte höher steigen und war schneller als alles, was sie aufbieten konnten. Erst mit der North American F-86 war in etwa ein gleichwertiges Muster verfügbar.
Das Design der beiden Kontrahenten - Pfeilflügel, im Rumpf eingebettetes Triebwerk, schwere Kanonenbewaffnung - war für die ganze Generation der nachfolgenden Muster beispielhaft (Hawker Hunter, North American F-100 Super Sabre, Fiat G.91, Saab Lansen).
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