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Chirac ABr62200.jpeg Jacques René Chirac * (* 29. November 1932 in Paris) ist ein französischer Politiker. 1995 und 2002 wurde er zum Präsidenten Frankreichs gewählt. Er gehört der gaullistischen-konservativen Partei UMP an. Als französischer Staatspräsident ist Chirac ex officio einer der beiden Co-Fürsten von Andorra.

Werdegang


Schulen

1950 machte Chirac am Lycée Louis-le-Grand sein Baccalauréat und studierte am Institut d'études politiques de Paris bis 1953 Politikwissenschaften. 1959 machte er einen Abschluss an der École nationale d'administration (ENA), einer Eliteschule für Arbeit im Staatsdienst.

Militärdienst

Von 1954 bis 1957 absolvierte er seinen Militärdienst und wurde während des Algerienkriegs verwundet.

Der Weg in die Politik


Danach war Chirac ein Mitarbeiter von Präsident Georges Pompidou in den 1960er Jahren und Valéry Giscard d'Estaing in den 1970er Jahren. 1974 bis 1976 war er Premierminister. Von 1977 bis 1985 war er Bürgermeister von Paris, von 1986 bis 1988 zudem erneut Premierminister. Dieses Mal war der Sozialist François Mitterrand Präsident – der damals neue Fall einer Cohabitation.

Präsident im dritten Anlauf


1981 und 1988 versuchte Chirac sich erfolglos als Präsidentschaftskandidat, ehe er sich bei der Präsidentschaftswahl 1995 gegen seine beiden Hauptkonkurrenten Lionel Jospin und Édouard Balladur durchsetzen konnte.

Kurz nach seinem Amtsantritt sorgte seine Entscheidung, die umstrittenen französischen Atomtests auf Mururoa nach einem dreijährigen Moratorium wieder aufzunehmen, für heftige internationale Proteste.

Chirac_Bush_20010721-2.jpg mit Jacques Chirac am 21. Juli 2001]] 1997 löste Chirac das Parlament auf, da er sich während umstrittener wirtschaftlicher Reformen eine stabile konservative Mehrheit bei den dann fälligen Neuwahlen zu verschaffen hoffte. Diese Aktion ging jedoch nach hinten los: Jospin wurde Premierminister und Chirac musste die nächsten fünf Jahre in einer neuen Cohabitation verbringen, dieses Mal als Präsident.

Wiederwahl 2002


Bei seiner Wahl 2002 hatte Chirac nur 19,88 Prozent der Stimmen erhalten und sich erst in einem zweiten Wahlgang nur durchgesetzt, weil der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen gegen ihn in die Stichwahl kam. Auch die meisten linken Parteien unterstützten Chirac in dieser Stichwahl, da der sozialistische Kandidat Jospin schlecht abgeschnitten hatte und sie Le Pen als Präsidenten Frankreichs verhindern wollten. Seitdem haben die Neogaullisten Regional- und Europawahlen sowie das EU-Verfassungsreferendum verloren und es am Ende geschafft, doppelt so viel Demonstranten gegen sich auf die Straße zu bringen wie ihr Urvater General Charles de Gaulle bei den Mai-Unruhen 1968.

Nuklear-Doktrin


Äußerungen Jacques Chiracs anlässlich eines Truppenbesuchs am 19. Januar 2006 deuteten viele Beobachter als eine „Kehrtwende“ in der bisherigen Nuklear-Doktrin Frankreichs und fanden international – insbesondere wegen des sich zuspitzenden Atomstreits mit dem Iran – große Beachtung. Chirac drohte den den Terrorismus unterstützenden Staaten mit Atomschlägen, sollten diese Frankreich angreifen. Ohne den Iran direkt anzusprechen, kündigte er auf der Ile Longue (Bretagne) „Anführern“ solcher Staaten Vergeltung in „nicht konventioneller“ Weise an. Ausdrücklich spielte Chirac jedoch auf „die Versuchung gewisser Staaten“ an, „sich unter Bruch der Verträge mit Atomwaffen auszustatten“. Weitgehend unbeachtet blieb, dass Chirac in der selben Rede auch den Einsatz von Atomwaffen zur Sicherung "vitaler Interessen" einschließlich der "strategischen Versorgung" Frankreichs ausdrücklich rechtfertigte, d.h. sich atomare Angriffe selbst zur Sicherung der Rohstoffversorgung vorbehielt. Neu daran waren allerdings weder der Vorbehalt noch die Terminologie; neu war die berechnend auf den Termin – und den offenkundigen Adressaten – gesetzte Ausdrucksweise. Dennoch stießen die Einlassungen Chiracs gerade auch in Deutschland auf teilweise scharfe Kritik. Unter anderem wurde er des Verstoßes gegen das Völkerrecht bezichtigt. Die Opposition im Deutschen Bundestag forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich klar von Chirac zu distanzieren.

Co-Fürst von Andorra


Als Staatsoberhaupt von Frankreich ist er automatisch neben dem Bischof von Urgell einer der beiden Co-Fürsten des Fürstentums Andorra. Die mit dieser Position einhergehenden Verpflichtungen werden durch einen in Andorra residierenden persönlichen Vertreter wahrgenommen. Durch die Einführung einer andorranischen Verfassung im Jahr 1993 ist die Rolle der beiden Co-Fürsten hauptsächlich zeremonieller Natur.

Familiäres


Chirac ist mit Bernadette Chirac, geborene Chodron de Courcel, verheiratet und hat mit ihr zwei Töchter, Laurence und Claude Chirac.

Weblinks




Vorgänger
-
Bürgermeister von Paris
Blason paris.png
Nachfolger
Jean Tiberi

Mann | Franzose | Andorraner | Premierminister (Frankreich) | Staatspräsident (Frankreich) | Staatsoberhaupt | Geboren 1932

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