Jacopo Robusti, gen. Jacopo Tintoretto (* 1518 in Venedig; † 31. Mai 1594 in Venedig), war ein italienischer Maler. Sein Name Il Tintoretto ("das Färberlein") ist vom Handwerk seines Vaters abgeleitet.
Tintoretto war anfangs Schüler Tizians, schlug jedoch bald eine eigene Richtung ein, welche durch seinen Wahlspruch: "Von Michelangelo die Zeichnung, von Tizian die Farbe" deutlich bezeichnet ist, wie in der Tat auch eine Anzahl seiner Werke das Streben zeigt, die Größe des florentinischen Stiles mit den Vorzügen seiner heimatlichen Schule zu verbinden.
Tintoretto war der Chorführer der zweiten Generation der venezianischen Malerschule, welche sich in äußerlicher Bravourmalerei, in prunkhafter und massenhafter Komposition und schwierigen Perspektiven gefiel. Tintoretto überlud seine Kompositionen oft mit nicht zur Sache gehörigen, theatralisch gespreizten Figuren und wandte gern glänzende Beleuchtungsgegensätze an. Gerade diese bühnenhafte Dramatik wird heute wieder geschätzt. Der Tintoretto-Biograf Thode vergleicht den Maler gar mit dem Komponisten Richard Wagner: Tintoretto erreiche in seinen Bildern ein ebenso tiefes emotionales Verstehen des Ganzen wie Wagner in seinen Opern. Sein Kolorit ist wirkungsvoll, warm und tief, wenn er sich die Zeit zu sorgsamer Arbeit ließ, aber roh und grob, wo er durch schnelle Improvisationen und zum Staunen redende Bewältigung großer Flächen wirken wollte. Viele seiner Gemälde, insbesondere die Bildnisse, in welchen er Tizian am nächsten kam, haben übrigens durch Nachdunkeln viel von ihrer ursprünglichen Farbenpracht eingebüßt.
Von den Werken seiner frühen Zeit, in welchen er Tizian nahestand, sind der "Sündenfall" und der "Tod Abels" (in der Akademie zu Venedig), "Venus, Mars und Amor" (im Palazzo Pitti zu Florenz), die "Anbetung des Kalbes" und das "Jüngste Gericht" (in Santa Maria dell' Orto in Venedig), das Wunder des hl. Markus (1548, in der Akademie daselbst, eins seiner besten Werke, das von Sartre in seinem Artikel "Saint Marc et son double. Le Séquestré de Venise", in: Obliques 24/25, hrsg. von M. Sicard, Nyons 1981, S. 171-202, ausführlich analysiert wurde), die Hochzeit zu Kanaa (in Santa Maria della Salute) und die große Kreuzigung (in der Scuola Grande di San Rocco daselbst) hervorzuheben, welches Gebäude überhaupt 56 Gemälde von Tintorettos Hand aufzuweisen hat. Seine sinkende Meisterschaft bezeugen die Bilder im Dogenpalast, insbesondere das kolossale Paradies. Zahlreiche Gemälde von ihm befinden sich in den Galerien zu Paris, London, Dresden, Berlin, Wien, Madrid, Florenz und Venedig.
Sein Sohn Domenico Tintoretto (1562-1637), leistete im Porträtfach Tüchtiges, malte aber auch Mythologisches und Historisches, unter anderem das Seegefecht zwischen den Venezianern und Kaiser Otto (im großen Ratssaal zu Venedig).
Maler der Renaissance | Venezianer | Mann | Geboren 1519 | Gestorben 1594
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