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Joint Photographic Experts Group (JPEG) * ist ein 1986 gegründetes Gremium der International Telecommunication Union (ITU). Dieses Gremium entwickelte ein im September 1992 standardisiertes Verfahren zur sowohl verlustbehafteten wie verlustfreien Kompression von digitalen (natürlichen) Bildern, das nach dem Gremium benannt wurde. JPEG (kurz JPG) ist das im Web am weitesten verbreitete Grafikformat für Fotos.

Nachfolgeprojekte sind JBIG (Bilevel Images, Schwarzweißzeichnungen) und JPEG-2000 (bessere Kompression, viele sinnvolle Features), die sich aber zumindest bis jetzt nicht durchsetzen konnten. Die Bewegtbildkompressionsverfahren MPEG-1 und MPEG-2 bauen auf JPEG auf.

Die JPEG-Kompression


JPEG-Kompression ist in der Norm ITU T.81 definiert, die frei verfügbar ist (*, PDF). Die Norm ist identisch zu ISO 10918-1 (die dort gegen Bezahlung verfügbar ist). Das "Joint" im Namen stammt von der Zusammenarbeit von ITU, IEC und ISO.

Die Norm definiert 41 verschiedene Unterdateiformate, von denen aber meist nur eines unterstützt wird (und welches auch fast alle Anwendungsfälle abdeckt).

Die Kompression erfolgt durch das Anwenden mehrerer Verarbeitungsschritte, von denen nur zwei verlustbehaftet sind.

Die Datenreduktion erfolgt durch die verlustbehafteten Verarbeitungschritte in Zusammenwirken mit der Entropiekodierung.

Kompressionen bis etwa 1,5...2 Bit/Pixel sind visuell verlustfrei, bei 0,7...1 Bit/Pixel sind noch gute Ergebnisse erzielbar, unter 0,3 Bit/Pixel wird JPEG praktisch unbrauchbar, das Bild wird zunehmend von unübersehbaren Kompressionsartefakten (Blockbildung, stufige Übergänge, Farbeffekte an Graukeilen) überdeckt. Der Nachfolger JPEG-2000 ist wesentlich weniger für diese Art von Artefakten anfällig.

Sieht man als Quellformat 24-Bit-RGB-Dateien an, erhält man Kompressionsraten von 12 bis 15 für visuell verlustfreie Bilder bis zu 35 für noch gute Bilder. Die Qualität hängt aber neben der Kompressionrate noch von der Art der Bilder ab. Rauschen und regelmäßige feine Strukturen im Bild verringern die maximal mögliche Kompressionsrate.

Der JPEG Lossless Mode zur verlustfreien Kompression verwendet ein anderes Verfahren (prädiktiver Koder und Entropiekodierung).

Farbraumumrechung

Das Bild, welches meist als RGB-Bild vorliegt, wird in den YUV-Farbraum umgerechnet. Es wird dabei der YUV-Farbraum nach IEC 601 verwendet, der sich vom „normalen“ YUV-Farbraum durch eine Renormierung der Farbdifferenzsignale auszeichnet:

PB 601 = (B' - Y') / 1,772 PR 601 = (R' - Y') / 1,402

Y' 601 0,299 0,587 0,114 R' PB 601 = -0,331264 0,5 * G' PR 601 0,5 -0,418688 -0,081312 B'

Y ist das Intensitätssignal (Luminanz) (entscheidet, ob eine Farbe eher heller oder dunkler ist), PB (oder auch U genannt) ist das Blau-Farbdifferenzsignal (entscheidet, ob eine Farbe eher gelblich oder bläulich ist) und PR (oder auch V genannt) ist das Rot-Farbdifferenzsignal (entscheidet, ob eine Farbe eher grünlich oder rötlich ist).

Bei 8-Bit-Eingangsdaten sind die Wertebereiche dieser renormierten Signale: Y' 601 = 0...255 PB 601 = -128...127 PR 601 = -128...127

Der maximale Hub der Farbdifferenzsignale entspricht damit in diesem Farbraum genau dem des Intensitätssignals (und dem der Quelldaten).

Tiefpassfilterung der Farbdifferenzsignale

Die Farbdifferenzsignale PB und PR werden meist in reduzierter Auflösung gespeichert. Dazu werden sie tiefpaßgefiltert und unterabgetastet (im einfachsten Fall durch eine Mittelwertbildung).

Meist wird eine vertikale und horizontale Unterabtastung jeweils um den Faktor 2 verwendet (YUV 4:2:0), die die Datenmenge um den Faktor 4 reduziert. Bei dieser Umwandlung wird die Tatsache ausgenutzt, dass die Ortsauflösung des menschlichen Auges für Farben deutlich geringer als für Schwarzweißübergänge ist.

Blockbildung und diskrete Kosinustransformation

Dctjpeg.png dieser 64 Blöcke dargestellt]] Jpegvergroessert.jpg Jede Komponente (Y, U und V) des Bildes wird in 8×8-Blöcke eingeteilt. Diese werden einer zweidimensionalen diskreten Kosinustransformation (DCT) unterzogen. Diese Transformation lässt sich unter Nutzung einer fast Fourier transform (FFT) mit sehr wenig Aufwand implementieren.

y_j = \sum_{k=0}^{n-1} x_k \cos \leftj \left(k+\frac{1}{2}\right) \right
y_j = \sum_{k=0}^7 x_k \cos \leftj \left(k+\frac{1}{2}\right) \right
y_{ij} = \sum_{k=0}^7\sum_{l=0}^7 x_{kl} \cos \leftj \left(k+\frac{1}{2}\right) \right \cos \lefti \left(l+\frac{1}{2}\right)\right

Die Transformation ist eine orthonormale Transformation, weist gute Energiekompressioneigenschaften auf und es gibt eine inverse Transformation (was auch bedeutet, dass die DCT verlustfrei ist, die Daten also nicht komprimiert, sondern nur in eine für die weitere Verarbeitung günstigere Form bringt).

Quantisierung

Wie bei allen verlustbehafteten Kodierungsverfahren wird die eigentliche Datenreduktion (und Qualitätsverschlechterung) durch eine Quantisierung verursacht. Dazu werden die DCT-Koeffizienten durch die so genannte Quantisierungsmatrix geteilt (elementweise Division) und danach auf die nächstliegende Ganzzahl gerundet. Bei diesem Rundungsschritt findet eine Irrelevanzreduktion statt. Diese Quantisierungsmatrix ist sowohl für die Qualität wie für die Kompressionsrate verantwortlich. Sie ist in JPEG-Dateien im Header abgespeichert (DQT-Tag).

Optimal ist diese Quantisierungsmatrix, wenn sie in etwa die Empfindlichkeit des Auges für die entsprechenden Ortsfrequenzen repräsentiert. Für grobe Strukturen ist das Auge empfindlicher, daher sind die Quantisierungswerte für diese Frequenzen kleiner als die für hohe Frequenzen.

Beispiel für Quantisierungsmatrix: 10 15 25 37 51 66 82 100 15 19 28 39 52 67 83 101 25 28 35 45 58 72 88 105 37 39 45 54 66 79 94 111 51 52 58 66 76 89 103 119 66 67 72 79 89 101 114 130 82 83 88 94 103 114 127 142 100 101 105 111 119 130 142 156

Beispiel für DCT-Koeffizienten von 4 aufeinanderfolgenden 8×8-Blöcke, dahinter die Koeffizienten quantisiert): Vorhergehender Block: 1185,28 ... 119 ... ... ...

Block 1: 782,91 44,93 172,52 -35,28 -20,58 35,93 2,88 -3,85 78 3 7 -1 0 1 0 0 -122,35 -75,46 -7,52 55,00 30,72 -17,73 8,29 1,97 -8 -4 0 1 1 0 0 0 -2,99 -32,77 -57,18 -30,07 1,76 17,63 12,23 -13,57 0 -1 -2 -1 0 0 0 0 -7,98 0,66 2,41 -21,28 -31,07 -17,20 -9,68 16,94 0 0 0 0 0 0 0 0 3,87 7,07 0,56 5,13 -2,47 -15,09 -17,70 -3,76 0 0 0 0 0 0 0 0 -3,77 0,80 -1,46 -3,50 1,48 4,13 -6,32 -18,47 0 0 0 0 0 0 0 0 1,78 3,28 4,63 3,27 2,39 -2,31 5,21 11,77 0 0 0 0 0 0 0 0 -1,75 0,43 -2,72 -3,05 3,95 -1,83 1,98 3,87 0 0 0 0 0 0 0 0

Block 2: 1016,15 77,75 -95,79 77,51 -41,73 12,08 6,77 -9,93 102 5 -4 2 -1 0 0 0 -79,32 64,97 -38,84 25,78 3,71 -24,24 28,11 -19,71 -5 3 -1 1 0 0 0 0 4,80 -11,56 20,59 -29,11 33,91 -34,08 25,74 -14,55 0 0 1 -1 1 0 0 0 -4,61 6,06 -2,03 3,13 -4,82 9,48 -11,73 7,66 0 0 0 0 0 0 0 0 -4,56 5,17 -0,58 3,26 -2,81 4,67 -4,79 4,13 0 0 0 0 0 0 0 0 2,96 -3,71 4,52 -2,89 3,25 -2,03 1,44 -0,71 0 0 0 0 0 0 0 0 -2,12 3,25 -1,79 3,14 -5,05 6,08 -5,80 3,65 0 0 0 0 0 0 0 0 0,34 0,28 1,48 -1,87 3,02 -1,20 1,42 -1,23 0 0 0 0 0 0 0 0

Block 3: 749,47 -278,56 -43,79 51,49 54,43 -8,60 -27,50 -7,43 75 -19 -2 1 1 0 0 0 28,00 -3,17 -23,55 -6,25 10,76 18,95 -0,16 -12,75 2 0 -1 0 0 0 0 0 -12,68 6,12 -4,94 2,15 -5,86 -2,30 4,17 7,01 -1 0 0 0 0 0 0 0 -2,29 3,78 -1,90 6,42 6,11 0,29 -0,31 0,48 0 0 0 0 0 0 0 0 -4,55 1,23 -4,90 -4,88 1,16 -1,88 -3,68 -5,34 0 0 0 0 0 0 0 0 3,64 2,90 4,62 2,95 1,15 0,07 1,17 1,31 0 0 0 0 0 0 0 0 -1,43 -0,04 -4,13 -3,55 -0,70 -1,69 -2,86 -3,83 0 0 0 0 0 0 0 0 -0,21 1,45 0,39 1,16 1,07 -1,07 1,90 0,53 0 0 0 0 0 0 0 0

Block 4: 1318,05 -38,12 1,68 0,44 -10,14 -5,01 6,77 4,16 132 -3 0 0 0 0 0 0 -15,87 -19,60 3,69 3,71 10,90 4,65 -1,64 -2,91 -1 -1 0 0 0 0 0 0 -13,46 -18,07 -2,48 1,67 -7,66 2,14 7,56 7,44 -1 -1 0 0 0 0 0 0 0,48 9,56 -15,29 1,91 -0,13 -2,54 -0,76 0,24 0 0 0 0 0 0 0 0 4,97 4,93 2,61 -6,89 2,03 -1,21 0,39 3,42 0 0 0 0 0 0 0 0 2,78 -2,14 3,73 1,69 -0,61 2,36 -0,59 -1,75 0 0 0 0 0 0 0 0 0,39 1,06 -3,01 1,00 0,44 -1,34 -2,48 -0,97 0 0 0 0 0 0 0 0 -2,38 -3,18 0,25 -0,76 -2,85 -0,02 3,10 1,52 0 0 0 0 0 0 0 0

Umsortierung und Differenzkodierung des Gleichstromanteils

Die 64 Koeffizienten der diskreten Cosinus-Transformation werden anhand der Frequenz sortiert. Dadurch ergibt sich eine Zick-Zack-förmige Reihenfolge, beginnend mit dem Gleichstromanteil mit der Frequenz 0. Nach dem englischen Direct Current wird er mit DC abgekürzt, hier bezeichnet er die mittlere Helligkeit. Die Koeffizienten mit hohem Wert stehen nun meist zuerst und kleine Koeffizienten weiter hinten. Dies erleichtert die nachfolgende Entropie-Kodierung. Die Umsortierreihenfolge sieht folgendermaßen aus:

1 2 6 7 15 16 28 29 3 5 8 14 17 27 30 43 4 9 13 18 26 31 42 44 10 12 19 25 32 41 45 54 11 20 24 33 40 46 53 55 21 23 34 39 47 52 56 61 22 35 38 48 51 57 60 62 36 37 49 50 58 59 63 64

Weiterhin wird der Gleichstromanteil noch einmal differentiell zum Block links daneben kodiert und auf diese Weise die Abhängigkeiten zwischen benachbarten Blocks berücksichtigt.

Das obige Beispiel führt zu den folgenden umsortierten Koeffizienten 119 ... 78 3 -8 0 -4 7 -1 0 -1 0 0 0 -2 1 0 1 1 -1 0 ... 102 5 -5 0 3 -4 2 -1 0 0 0 0 1 1 -1 0 0 -1 0 0 0 0 0 0 0 1 0 ... 75 -19 2 -1 0 -1 1 -1 0 0 0 0 0 0 1 ... 132 -3 -1 -1 -1 0 0 0 -1 0 ...

Die Differenzkodierung des ersten Koeffizienten ergibt dann: -41 3 -8 0 -4 7 -1 0 -1 0 0 0 -2 1 0 1 1 -1 0 ... 24 5 -5 0 3 -4 2 -1 0 0 0 0 1 1 -1 0 0 -1 0 0 0 0 0 0 0 1 0 ... -27 -19 2 -1 0 -1 1 -1 0 0 0 0 0 0 1 ... 57 -3 -1 -1 -1 0 0 0 -1 0 ...

In strukturarmen Regionen (desselben Bildes) können die Koeffizienten auch so aussehen: 35 -2 0 0 0 1 0 ... 4 0 1 0 ... 0 0 2 0 1 0 ... -13 0 -1 ... 8 1 0 ... -2 0 ... Diese Bereiche lassen sich natürlich besser als strukturreiche Gebiete kodieren. Beispielsweise durch eine Kompression mittels Run-Length-Coding.

Die Zick-Zack-Umsortierung der DCT-Koeffizienten fällt zwar unter den Schutzbereich des US-Patentes 4,698,672 (und weiterer Anmeldungen und Patente in Europa und Japan), jedoch wurde 2002 Stand der Technik gefunden, der das beanspruchte Verfahren offenbart, sodass die Ansprüche kaum durchsetzbar sind (siehe *).

Entropiekodierung

Als Entropiekodierung wird meist eine Huffman-Kodierung verwendet. Der JPEG-Standard erlaubt auch eine arithmetische Kodierung. Obwohl diese zwischen 5 und 15 Prozent kleinere Dateien generiert, wird sie aus patentrechtlichen Gründen kaum verwendet.

Die JPEG-Dekodierung


Die Dekompression (meist Dekodierung genannt) erfolgt invers zur Kompression
  • Entropie-Dekodierung
  • Umsortierung.
  • Requantisierung
  • Inverse Diskrete Kosinustransformation.
  • Überabtastung und Tiefpassfilterung der Farbdifferenzsignal U und V (verlustbehaftet).
  • Farbraumumrechnung vom YUV-Farbraum in den Zielfarbraum (meist RGB).

Die Dekompression ist zwar (weitgehend) verlustfrei, allerdings tritt das Inverse-Dekoder-Problem auf. Aus dekodierten Daten ist es nur schwierig möglich die ursprüngliche Datei zu rekonstruieren. Ein Dekodier-Kodier-Vorgang verändert die Datei und ist damit nicht verlustfrei, es treten wie beim analogen Überspielen Generationsverluste auf.

Die Generationsverluste von JPEG sind allerdings vergleichsweise klein, wenn wieder die gleiche Quantisierungstabelle zum Einsatz kommt und die Blockgrenzen die gleichen sind. Bei geeigneten Randbedingungen kann man sie bei JPEG sogar vermeiden. Bei JPEG-2000 ist das nicht mehr der Fall (überlappende Transformationen, wie sie bei JPEG-2000 wie auch in der Audiokompression zum Einsatz kommen, erfordern dafür utopische Rechenleistungen).

Inverse diskrete Kosinustransformation

Die inverse DCT zur DCT der Kodierung ist einen DCT von Typ III, multipliziert mit 2/n.

f_j = \frac{2}{n} \left( \frac{1}{2} x_0 + \sum_{k=1}^{n-1} x_k \cos \left\left(j+\frac{1}{2}\right) k \right \right)

Siehe auch en:Discrete cosine transform#DCT-III.

Farbraumumrechung

Bilder sind im JPEG-Format im YUV-Farbraum (nach IEC 601) abgespeichert. Die Rückrechnung in den RGB-Farbraum erfolgt über die inverse Matrix der Hinrechnung, sie lautet:

R' 1 0 1.402 Y' 601 G' = 1 -0,344136 -0,714136 * PB 601 B' 1 1,772 0 PR 601

Verlustfreie Verarbeitung von JPEG


Obwohl eine Dekodierung und Rekodierung meist verlustbehaftet ist, lassen sich einige Bildmanipulationen (prinzipiell) ohne unerwünschte Datenverluste durchführen:
  • Bilddrehungen um 90°, 180° und 270°
  • Bildspiegelungen
  • Beschneiden von Rändern um Vielfache von 16 Pixeln (bzw. 8 Pixel bei Schwarzweißbildern oder Farbildern ohne Unterabtastung)

Dazu ist die Entropiekodierung und die Zick-Zack-Umsortierung rückgängig zu machen. Die Operationen erfolgen dann auf Grundlage der DCT-Koeffizienten (umsortieren, weglassen nichtbenötigter Blöcke). Danach erfolgt wieder die Zick-Zack-Umsortierung und die Entropiekodierung. Wie man leicht sieht, erfolgen keine verlustbehafteten Arbeitsschritte mehr. Nicht jedes Programm führt diese Operationen verlustfrei durch, es muss dazu spezielle dateiformatspezifische Verarbeitungsmodule aufweisen. Bei den verbreiteten Bildbearbeitungsprogrammen ist das meist nicht der Fall, da diese in der Regel die Datei komplett dekodieren und dann mit diesen Daten arbeiten.

Einschränkungen:
Bilder, die keine Auflösung haben, die ein Vielfaches von 16 Pixeln (bzw. 8 Pixel bei Schwarzweißbildern oder Farbildern ohne Unterabtastung) ist, haben ein Problem. Diese weisen unvollständige Blöcke auf, das heißt, Blöcke, die nicht alle synthetisierten Pixel verwenden. JPEG erlaubt solche Blöcke aber nur am rechten und am unteren Bildrand. Einige dieser Operationen verlangen daher einmalig, dass diese Randstreifen verworfen werden.

Visuelle Qualität von JPEG-Bildern


Die JPEG-Kompression ist für natürliche (Raster-)Bilder entwickelt worden. Das sind Bilder, wie man sie in der Fotografie oder bei computergenerierten Bilder (CGI) vorfindet.

Ungeeignet ist JPEG für

  • digitale Strichzeichnungen (z. B. Screenshots oder Vektorgraphiken), in denen es viele benachbarte Bildpunkte mit exakt identischen Farbwerten, wenige Farben und harte Kanten gibt.
  • Schwarzweißbilder (Rastergrafik (bitmap), nur Schwarz und Weiß, 1 Bit pro Bildpunkt).
  • gerasterte Bilder (Zeitungsdruck)
Für diese Bilder sind Formate wie GIF, PNG oder JBIG weitaus besser geeignet.

Ein nachträgliches Heraufsetzen des Qualitätsfaktors vergrößert zwar den Speicherbedarf der Bilddatei, bringt aber verlorene Bildinformation nicht mehr zurück.

Eine JPEG-Transformation ist im Allgemeinen nicht reversibel. Das Öffnen und anschließende Speichern einer JPEG-Datei führt zu einer neuen verlustbehafteten Kompression.

Jpegartefakt90-20.jpg

Das Beispielbild vergleicht Aufnahmen, die mit unterschiedlicher Qualitätseinstellungen kodiert wurden. Die Portrait-Aufnahme besitzt eine Größe von 200×200 Pixeln. Bei 24 Bit Farbtiefe und unkomprimierter Speicherung erzeugt dieses Bild eine 120 Kbyte große Datei (exklusive Header und anderer Metainformationen). Die Klötzchenbildung der 8×8 Pixel großen Quadrate stellt das rechte Teilbild vergrößert dar.

Für den Profi-Bereich ist JPEG als Dateiformat wegen der verlustbehafteten Datenreduktion ungeeignet. Statt dessen werden Formate eingesetzt, die verlustfrei komprimieren, ungeachtet des großen Speicherbedarfs. Beispiele sind TIFF, BMP, TGA oder PNG (Vollfarbenmodus). Moderne Quellgeräte (Scanner, Digitale Kameras) erfassen mehr als 8 Bit pro Farbpixel. Bereits einfache Scanner arbeiten intern mit 12 Bit, erlauben aber nur die Speicherung von 8 Bit pro Farbpixel. Eine Profiaufnahme von 6 Megapixel erfordert bei einer Farbtiefe von 16 Bit pro Grundfarbe und 3 Grundfarben einen Speicherbedarf von 36 Mbyte, der sich bei strukturreichen Bildern durch Kompression unwesentlich verkleinern lässt.

Es ist möglich, die Komprimierung von JPEG-Dateien verlustfrei zu optimieren und somit die Dateigröße etwas zu verringern (siehe jpegoptim in den Weblinks).

Dateiformat


Was (umgangssprachlich) als JPEG-Dateiformat bezeichnet wird, ist eigentlich das JFIF-Dateiformat (*, PDF), was für JPEG File Interchange Format steht. Gegenüber der Original-JPEG-Definition weist es einige Einschränkungen auf: als Farbraum ist nur noch YUV und nicht mehr RGB zugelassen, Beschränkung auf Huffman-Kodierung. Hinzugekommen sind einige Mechanismen zur Synchronisation und Re-Synchronisation bei Übertragungsfehlern.

Als Dateiendung wird meistens .JPG (seltener .JPEG oder .JPE) oder .JFIF verwendet. Da einen Dekoder nur Daten zwischen einer Anfangsmarke und einer Endmarke interessieren, ist es auch möglich, EXIF und IPTC-NAA-Standard-Informationen in der JPEG-Datei unterzubringen. Die Erweiterungen sind aber nicht JFIF-konform.

Bilddateien, die im JPEG-Verfahren abgespeichert werden, bestehen aus einem Kopf (der leer sein kann) und den eigentlichen Daten, die durch einen SOI-Marker FF D8 eingeleitet werden. Auf diesen Marker folgt der JFIF-Tag: FF E0 00 10 4A 46 49 46 00 01. Die Sequenz 4A 46 49 46 ist die ASCII-Repräsentation von "JFIF". Gängige Bildprogramme können Dateien auch ohne JFIF-Tag verarbeiten.

Die JPEG-Dateien sind in Segmente (bei TIFF als Tag bezeichnet) unterteilt. Die Segmente sind generell in folgender Form aufgebaut: Ein FF xx s1 s2 leitet den Tag ein. FF ist ein hexadezimaler Wert und entspricht dezimal 255. Das xx bestimmt die Art des Tags. 256 * s1 + s2 gibt die Länge des Segmentes an. In den Segmenten können sich weitere Bilder verbergen, oft ein kleines Thumbnail-Bild für die schnelle Vorschau. Einzelne Segmente können mehrfach vorkommen.

FF xx Bezeichnung
FF D8 Start Of Image (SOI)
FF C0 Image Format Information (width, height etc.)
FF E0 JFIF tag
FF C4 Define Huffman Table (DHT)
FF DB Define Quantisation Table (DQT)
FF E1 EXIF Daten
FF EE Oft für Copyright Einträge
FF En n=2..F allg. Zeiger
FF FE Kommentare
FF DA Start of Scan (SOS)
FF D9 End of Image (EOI)

Ein Beispiel für einen Copyright-Tag: FF EE 00 26 'File written by Adobe Photoshop. 4.0'

Ein Beispiel für einen Kommentar-Tag: FF FE s1 s2 '"I Shot The Sheriff" is a "Yesterday"'s song ;-). This photo shot is dated ...'

Aufbau einer JPEG(JFIF)-Datei:

SOI - Segment FF D8
APP0 - Segment FF E0 s1 s2 4A 46 49 46 v1 v2 ...
... weitere Segmente
SOS - Segment FF DA s1 s2 ....
Data Komprimierte Daten
EOI - Segment FF D9

Die Längenangaben der Segmente enthalten übrigens auch den Platz für die Längenangaben selbst: Ein leeres Segment hat daher die Länge 2, da dies der Länge der Komponenten s1 und s2 selbst entspricht.

Auf das Start-of-Scan-(SOS)-Segment (Marker FF DA) folgen direkt die komprimierten Daten, bis zum Start des nächsten Segments, das durch den nächsten Marker angezeigt wird. Sollte innerhalb der Daten ein FF auftreten, so wird dies mit einer folgenden 00 (Null) markiert. Andere Werte zeigen das Auftreten eines neuen Segments bzw. Markers an. Ausnahme: Folgt dem FF einer der Restart-Marker (D0 - D7) so setzen sich die Daten direkt dahinter weiter fort: FF DA ... daten ... FF D0 ... daten ...

Standards


  • JPEG (verlustbehaftet und verlustfrei): ITU-T T.81 , ISO/IEC IS 10918-1
  • JPEG (Erweiterungen): ITU-T T.84
  • JPEG-LS (verlustfrei, verbessert): ITU-T T.87 , ISO/IEC IS 14495-1
  • JBIG (Schwarzweißbilder): ITU-T T.82 , ISO/IEC IS 11544-1
  • JPEG-2000 (Nachfolger von JPEG und JPEG-LS): ITU-T T.800, ISO/IEC IS 15444-1
  • JPEG-2000 (Erweiterungen): ITU-T T.801

Siehe auch


Weblinks


Datenformat | Computergrafik

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