Die Firma J. A. Topf und Söhne baute die Krematorien in Auschwitz-Birkenau und anderen KZs. Sie hat auch einige Entlüftungsanlagen für Gaskammern entworfen und dort gasdichte Türen installiert.
Im Jahre 1878 in Erfurt durch J. A. Topf gegründet, errang die Firma große Erfolge im Ersten Weltkrieg mit einer speziell für die Verbrennung von Braunkohle entwickelten Hochleistungs-Feuerung, die äußerst wirtschaftlich arbeitete. 1935 übernahmen die Söhne des Firmengründers, Ludwig und Ernst-Wolfgang Topf, gemeinsam die Leitung der Firma.
Die Firma baute neben industriellen Feuerungsanlagen auch komplette Mälzereien und Brauereimaschinen sowie Siloanlagen, Schornsteine und gasdichte Türen und Fenster. Es gab auch schon recht früh eine kleine Abteilung für die Entwicklung und Fertigung von Krematoriumsöfen. Das Geschäft mit Krematoriumsöfen machte allerdings weniger als 3 Prozent vom Gesamtumsatz der Firma aus.
In den 1940er Jahren entschloss sich die Firmenleitung zur Zusammenarbeit mit dem Reichssicherheitshauptamt, das die Konzentrationslager verwaltete. Dabei wurde weder "Druck von oben" ausgeübt, noch war die Firma wirtschaftlich oder sonstwie gezwungen, die Aufträge zum Bau von Krematorien den KZs in Dachau, Buchenwald, Auschwitz und anderswo anzunehmen. Die Anlagen wurden von Ingenieuren der Firma vor Ort installiert und ggf. auch repariert. Ingenieure wie Kurt Prüfer entwickelten sogar "Verbesserungsvorschläge" wie die sogenannte "Expressarbeit": dabei sollten jeweils drei Leichen in einem Ofen verbrannt werden. Zu den "Verbesserungen" zählte u. a. in Auschwitz auch eine Modifizierung der Öfen, bei der das aus den Leichen austretende Körperfett direkt in die Flammen geleitet und zur Befeuerung weiterverwendet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige hauptverantwortliche Mitarbeiter von der sowjetischen Besatzungmacht verurteilt. Ludwig Topf beging Selbstmord. Ernst-Wolfgang Topf floh nach Wiesbaden und gründete 1951 die Firma neu, die aber nur 12 Jahre später wieder aufgelöst wurde. Ein Teil der Mitarbeiter, gerade diejenigen, die bei der konkreten Herstellung und Installation vor Ort tätig gewesen waren, waren Kommunisten. Sie schlüpften bei der KPD/SED unter und erhielten Stellungen im DDR-Staat, besonders bei der Polizei, was die erfolgreiche Verschleierung ihres Tuns ermöglichte. Im Verhör durch die Sowjets, die in den 40/50er Jahren einige der Spezialisten dennoch entdeckten, äußerte eine der Hauptfiguren, der Ober-Ingenieur Karl Schultze, von dem techn. Zeichnungen zu den Öfen in KZs stammen, sich zu seinen vorgeblichen Motiven: Warum haben Sie ihre Arbeit fortgesetzt, nachdem Sie gesehen hatten, was in Auschwitz geschah? Schultze: Ich machte weiter, weil wir durch unsere Unterschriften gebunden waren. Wir standen in der Pflicht, gegenüber der SS, der Firma Topf und dem NS-Staat. Ich habe nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, sondern auf Anweisung .... Ich hatte Angst, meine Stelle zu verlieren und möglicherweise verhaftet zu werden.
In Erfurt wurde die Firma 1948 enteignet und konnte zunächst unter dem Namen "Nagema Topfwerke Erfurt VEB" ihre Tätigkeit fortsetzen. Mitte der 50er Jahren wurde Topf & Söhne in "VEB Maschinenfabrik Nikos Belojannis" umbenannt. Bis 1994 firmierte sie dann unter dem Namen "VEB Erfurter Mälzerei- und Speicherbau" weiter, bis sie 1994 in Insolvenz ging.
Die Industriebrache des "VEB Erfurter Mälzerei- und Speicherbau" wurde im April 2001 von linken Aktivisten besetzt. Seitdem finden auf dem Gelände kulturelle und Informationsveranstaltungen zur Geschichte der Firma J. A. Topf & Söhne statt. Besuchern wird ein historischer Rundgang über das Gelände angeboten, der auch online einsehbar ist.
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