Jürgen Erich Schrempp (* 15. September 1944 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Manager. Er war von Mai 1995 bis Dezember 2005 Vorstandsvorsitzender des DaimlerChrysler-Konzerns.
1989 wurde er Vorstandsvorsitzender der neu gebildeten Konzerntochter DASA. Um deren Verluste zu reduzieren, begann er ein hartes Kostensenkungsprogramm, „Dolores“ (Dollar Low Rescue) genannt. 16.000 Angestellte wurden entlassen und mehrere Standorte geschlossen. Schrempp verantwortete 1993 den Kauf des niederländischen Flugzeugherstellers Fokker, der nach einigen Jahren mit einem Verlust von 5,5 Milliarden Mark wieder abgestoßen wurde.
1995 gab Edzard Reuter den Vorstandsvorsitz der Daimler-Benz AG an Schrempp ab. Dieser nahm Abschied von Reuters Konzept eines „integrierten Technologiekonzerns“ und begann stattdessen, das Autogeschäft wieder in den Mittelpunkt zu stellen.
Unter seiner Regie fand 1998 der Zusammenschluss von Daimler-Benz und dem US-amerikanischen Konzern Chrysler zu DaimlerChrysler statt. Er setzte auch Beteiligungen des Konzerns an den asiatischen Autoherstellern Mitsubishi Motors Corporation (37 %) und Hyundai Motor Company (10 %) durch.
Da die Beteiligung an Mitsubishi Motors sich als sehr verlustreich erwies, geriet Schrempp immer mehr in die Kritik der Aktionäre. Zu einen seiner schärfsten Kritiker zählt der Betriebswirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger.
Trotzdem verlängerte der von Hilmar Kopper geleitete Aufsichtsrat seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender im April 2004 um vier Jahre. Allerdings beschloss der Vorstand gegen den Willen Schrempps, das Engagement bei Mitsubishi Motors zu beenden.
Das manager magazin schätzte Schrempps Jahreseinkommen (inkl. Aktienoptionen) für das Jahr 2002 auf mindestens 10,8 Millionen Euro, womit er der höchstbezahlte deutsche Manager gewesen sei.
Er gilt als ein Anhänger der Idee des Shareholder Value und ist für seine harten Management-Methoden bekannt, die Kritiker oft mit Ausdrücken wie Rambo- oder Wildwest-Stil charakterisieren. Allerdings stieg der Aktienkurs während seiner Amtszeit nur leicht von 30 auf 35 Euro, während die entsprechenden Indizes stark anstiegen.
Schrempp ist unter anderem bei der Allianz AG und bei Vodafone Mitglied des Aufsichtsrats. Er war Teilnehmer bei der Bilderberger Konferenz 1997 in der Nähe von Atlanta (USA), 2004 in Italien und 2005 in Deutschland.
Am 28. Juli 2005 gibt Jürgen Schrempp überraschend bekannt, dass er zum 31. Dezember 2005 als Vorstandsvorsitzender und aus dem Unternehmen ausscheiden wird. Sein Nachfolger wird Dieter Zetsche. Schrempp erweckt den Eindruck, den Konzern nach erfolgreicher Führung zu verlassen. Angesichts der positiven Entwicklung sei er mit dem Aufsichtsrat überein gekommen, dass Ende 2005 der ideale Zeitpunkt für einen Wechsel in der Führung des Unternehmens gekommen sei.
Die Börse reagiert mit einem kräftigen Kursanstieg. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßt den Rücktritt. Schrempp habe Milliardenwerte vernichtet. Der Aktienkurs sei entgegen der Philosophie des Shareholder Value - für die Schrempp stand - von 101 auf knapp 35 Euro gefallen. Neben vielen kleineren Pleiten, wie den Beteiligungen an Mitsubishi oder dem Smart, sei auch der von Schrempp angestrebte Umbau des Unternehmens von einem "Global Player" zu einem weltumspannenden Konzern eigentlich nicht gelungen. Gegen den Schrempp-Biografen und kritischen Aktionärssprecher Jürgen Grässlin klagt Jürgen Schrempp vor dem Hamburger Landgericht auf Unterlassung wegen dessen Kritik an der Art der Rücktrittsankündigung und der Geschäftspolitik.
Mann | Deutscher | DaimlerChrysler | Manager | Geboren 1944
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