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Jørn Oberg Utzon (* 9. April 1918 in Kopenhagen) ist ein dänischer Architekt, der durch den Bau des Sydney Opera House berühmt wurde. Utzon wurde 2003 mit dem Pritzker-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Biografie


Jørn Utzon ist der Sohn von Aage Utzon, einem Jachtkonstrukteur, und Estrid Utzon. Er hat einen älteren Bruder namens Leif. Jørn besuchte in einer Privatschule den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig. Er war ein mittelmäßiger Schüler, in Mathematik waren seine Leistungen sogar ausgesprochen schlecht.

1930 besuchte die Familie Utzon in Stockholm die Ausstellung Stockholmutstalingen. Dort wurden leichte, helle Möbel und das Konzept von Luft und Licht vorgestellt. Die Familie stellte daraufhin ihre gesamte Lebensweise um, entfernte zugunsten leichter, praktischer Einrichtungsgegenstände die düsteren viktorianischen Möbel aus dem Haus und stellte die Ernährung auf leichte, gesunde Kost um. Die Kinder bekamen Fahrräder geschenkt, damit sie sich an der frischen Luft bewegen konnten.

Jørn half seinem Vater beim Anfertigen von Konstruktionszeichnungen und Modellen. In den 1930er-Jahren lernte er den Künstler Poul Schrøder kennen, der ihn das Zeichnen mit Kohlestiften lehrte.

Nach der Schule wollte Jørn Utzon die Offizierslaufbahn bei der Marine einschlagen, wurde jedoch wegen zu schlechter Noten nicht an der Offiziersschule angenommen. 1937 begann er ein Studium der Architektur in Kopenhagen. 1942 wurde er Mitarbeiter von Paul Hedqvist in Stockholm. 1946 arbeitete er für ein halbes Jahr bei Alvar Aalto. Danach lebte er eine kurze Zeit bei Frank Lloyd Wright in Taliesin und bereiste Mexiko und Europa.

Sydney opera house.jpg 1950 gründete Jørn Utzon sein eigenes Architekturbüro in Kopenhagen. Er machte sich dort mit Wohnhäusern einen Namen, unter anderem seinem eigenen, 1952 errichteten Haus. 1955 wurde er mit einem Schlag berühmt, als er den Wettbewerb zur Gestaltung des Opernhauses in Sydney gewann. Dieser Ruhm brachte ihm weltweit Aufträge ein, beispielsweise 1963 den Bau der Melli-Bank in Teheran, 1967 ein Stadion in Saudi-Arabien, 1976 die Bagsværd-Kirche in Kopenhagen und 1972-1987 das Parlamentsgebäude in Kuwait gemeinsam mit seinem Sohn Jan.

Sein berühmtestes Bauwerk hingegen, die Oper in Sydney, schien zunächst in einem persönlichen Misserfolg für ihn zu enden: Das zunächst veranschlagte Budget von 3,5 Millionen US-Dollar reichte bei weitem nicht aus, um die statisch sehr anspruchsvolle Dachkonstruktion und die ausgeklügelte Inneneinrichtung zu finanzieren. Als die Kosten 57 Millionen Dollar erreichten, forderte Robert Askin, der Premierminister des Bundesstaats New South Wales, ein Ende der unabsehbaren Kostensteigerungen. Als Jørn Utzon sich weigerte, einer billigeren Kompromisslösung für die Innenausstattung zuzustimmen, wurde er 1966 aus dem Projekt ausgeschlossen. Eine Gruppe junger australischer Architekten brachte das Werk zu Ende. Utzon war überzeugt, dass die getroffenen Kompromisse das Werk ruinieren würden, und bei der Eröffnung gaben ihm Kritiker und Künstler teilweise Recht: Man klagte über allgemeine Enge, zu kleine Säle, zu steile Treppen, und vor allem über erbärmliche Akustik. Die Funktionalität der Innenräume wird dem großartigen Äußeren in mancher Hinsicht nicht gerecht.

Im Mai 1985 wurde Jørn Utzon mit dem Order of Australia geehrt, einer Auszeichnung der australischen Regierung, die Ausländern vorbehalten ist, die sich besonders um Australien verdient gemacht haben. 2003 erhielt er von der Universität von Sydney die Ehrendoktorwürde für seine Arbeit am Opernhaus. Er nahm die Ehrung an, war jedoch wegen Krankheit außerstande, sie persönlich entgegenzunehmen. Sein Sohn Jan nahm sie für ihn entgegen. Ebenfalls 2003 erhielt Jørn Utzon den Pritzker-Preis für sein Lebenswerk.

Jørn Utzon lebt zurückgezogen in einem außergewöhnlichen, von ihm selbst konstruierten Haus auf Mallorca. Sein Privatleben schirmt er konsequent von der Öffentlichkeit ab. Lediglich 1998, zu seinem 80. Geburtstag, machte er eine Ausnahme und gab dem australischen Fernsehen ein Exklusivinterview.

Wichtige Auszeichnungen


  • 1973 Gold Medal of Royal Australian Institute of Architects (RAIA)
  • 1978 Gold Medal of Royal Institute of British Architects (RIBA)
  • 2003 Pritzker-Preis

Literatur


  • Kenneth Frampton, Nils-Ole Lund, Rafael Moneo: "Jørn Utzon", Pustet Salzburg 1999, ISBN 3702504087
  • Richard Weston: "Utzon: Inspiration, Vision, Architecture", Edition Blondal 2002, ISBN 8788978982
  • Philip Drew: "Sydney Opera House, Joern Utzon", Phaidon Press 2002, ISBN 071484215X
  • Kenneth Frampton: "Jørn Utzon: The Architect's Universe", Louisiana Museum of Modern Art 2005, ISBN 8790029933

Weblinks


Mann | Däne | Architekt | Pritzker-Preisträger | Geboren 1918

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