Jürgen Habermas (* 18. Juni 1929 in Düsseldorf) ist ein deutscher Philosoph.
Habermas im Gespräch mit Joseph Kardinal Ratzinger (seit 2005 Benedikt XVI.) (2004)]] Habermas lebte bis zu seinem Abitur in Gummersbach, wo sein Vater, Dr. Ernst Habermas, Geschäftsführer der dortigen Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer zu Köln war. Er studierte an den Universitäten Göttingen (1949/50), Zürich (1950/51) und Bonn (1951-54) und promovierte 1954 in Bonn mit einer Arbeit über Das Absolute und die Geschichte. Von der Zwiespältigkeit in Schellings Denken. Er habilitierte 1961 in Marburg (Lahn) mit der Schrift Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft bei Wolfgang Abendroth. Daraufhin trat er eine außerordentliche Professur für Philosophie an der Universität Heidelberg an, wo er bis 1964 lehrte. Als seine philosophischen Lehrer bezeichnet Habermas Erich Rothacker, Oskar Becker, Nicolai Hartmann, Wilhelm Keller, Theodor Litt, Johannes Thyssen und Hermann Wein.
Von 1964 bis 1971 war Habermas Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. 1971 wechselte er nach Starnberg bei München, wo er gemeinsam mit Carl Friedrich von Weizsäcker das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt leitete. 1976 wurde Habermas der Sigmund-Freud-Preis verliehen, 1980 erhielt er den Theodor-W.-Adorno-Preis. 1981 veröffentlichte er sein Hauptwerk Theorie des kommunikativen Handelns, in dem er sich unter anderem mit George Herbert Mead, Max Weber, Emile Durkheim und Talcott Parsons auseinandersetzt.
1983 kehrte er nach Frankfurt zurück, um bis zu seiner Emeritierung 1994 den Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie zu übernehmen.
Seit Januar 1998 ist Habermas Mitherausgeber der politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.
2001 wurde Habermas mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, 2003 wurde ihm der Preis Prinz von Asturien verliehen, 2004 erhielt er für sein Lebenswerk den mit 364.000 Euro dotierten Kyoto-Preis der Inamori-Stiftung des japanischen Kyocera-Konzerns, eine der weltweit höchsten Ehrungen für Kultur und Wissenschaft.
Habermas ist als zweiter Preisträger mit dem Holberg-Preis der norwegischen Holberg-Stiftung ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am 30. November 2005 in Bergen statt. Die mit 570.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm für seine "grundlegenden Theorien über Diskurs und kommunikative Aktion", verliehen. Der Holberg-Gedenkpreis wird seit 2004 für herausragende Arbeiten im Bereich der Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften vergeben.
2006 wurde ihm der Bruno-Kreisky-Preis für sein "literarisches und publizistisches Gesamtwerk" verliehen.
Habermas lebt heute in Starnberg.
Habermas gehört zur zweiten Generation der Frankfurter Schule (neomarxistische und dialektische Kritische Theorie). Während der Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre prägte er die Positionen der sog. "verfassungsloyalen" Linken entscheidend mit. Dabei ging er zunehmend auf Distanz zu den radikaleren Studentengruppen um Rudi Dutschke, denen er den Vorwurf des "Linksfaschismus" machte; eine Zuschreibung, die er später bedauerte.
An vielen intellektuellen Diskussionen wie dem Positivismusstreit, dem Historikerstreit und den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus war und ist Habermas maßgeblich beteiligt.
Als Hauptwerk gilt seine Theorie des kommunikativen Handelns, in der er das Konzept des "herrschaftsfreien Diskurses" entfaltet. Kritiker werfen Habermas vor, aus der kritischen Theorie, die auf eine radikale Kritik der Verhältnisse zielte, eine offen staatstragende Theorie gemacht zu haben.
Die Habermas'sche Theorie beinhaltet eine gerichtete Logik von Entwicklungsstufen der Menschheit. Drei Entwicklungsstufen werden unterschieden. Man kann sagen: je ausdifferenzierter und komplexer das "System" sich gestaltet, desto mehr wird die "Lebenswelt" vom "System" "kolonialisiert", desto mehr verinnerlichen die Menschen die gesellschaftlichen Fremdzwänge zu individuellen Selbstzwängen - im Sinne von Norbert Elias.
Siehe auch Kommunikatives Handeln
Schriften von Habermas
Reden von Habermas
Schriften über Habermas
Philosoph (20. Jh.) | Kritische Theorie | Moralphilosoph | Soziologe (20. Jh.) | Kyoto-Preisträger | Deutscher | Mann | Geboren 1929 | Persönlichkeit im Oberbergischen Land | Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels | Forschung und Lehre in Frankfurt am Main | Leibnizpreisträger
Юрген Хабермас | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | یورگن هابرماس | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | יורגן האברמאס | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | ユルゲン・ハーバーマス | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Хабермас, Юрген | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | Jürgen Habermas | 尤尔根·哈贝马斯
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Jürgen Habermas".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world