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Iwan IV. (russ. Иван Грозный, wörtlich der Gestrenge), im deutschen Sprachraum der Schreckliche genannt (* 25. August 1530 in Moskau; † 18. März 1584 in Moskau), war der erste gekrönte russische Zar. Durch Reformen von Verwaltung, Rechtswesen und Armee stärkte er die Zentralgewalt des Zaren und förderte den niederen Dienstadel auf Kosten der mächtigen Bojaren.

Leben


Jugend

Iwan verlor im Alter von drei Jahren seinen Vater Wassili III.. Seine Mutter war Helena Glinskaja. Anfangs übernahm Helena die Regentschaft für ihren Sohn, starb aber wenig später im Jahre 1538, vermutlich an Gift. Nach dem Tod der Mutter entwickelte sich ein Machtkampf zwischen den Bojaren um die Beherrschung des Throns und des jungen Zaren. Er wurde von ihnen mit Grausamkeit behandelt und sie schotteten Iwan von der Außenwelt ab. Als Iwan im Alter von dreizehn Jahren seiner Macht bewusst wurde, schlug er zurück. Er ließ einen Bojaren ergreifen und durch die Wache des Kremls ermorden.

Im Alter von 17 Jahren heiratete er die Tochter eines Bojaren Anastasia Romanowna und ließ sich durch den Metropolit von Rußland zum Zaren krönen. Dabei wurden Zeremonien verwendet, die er sich selbst ausgedacht hatte und die seine Macht und „Erwähltheit“ betonen sollten. Denn die Macht des Zaren war nicht unumstritten. Viele Bojaren waren faktisch unabhängig vom Zaren und unterhielten Privatarmeen und sprachen Recht. Iwan begann damit diese Macht zu beschneiden und enteignete Bojaren und steckte diese ins Kloster.

Herrschaft

Er dehnte den Einfluss des russischen Reiches durch die Eroberung der Khanate Kasan 1552 und Khanat Astrachan 1556 bis Sibirien aus. Im Westen versuchte er einen Zugang zur Ostsee zu schaffen und griff Livland an. Der hierdurch ausgelöste lange Krieg von 1558 bis 1583 mit Polen-Litauen und Schweden ruinierte die Wirtschaft Russlands. 1571 brannten die Krimtataren Moskau nieder.

Iwans Ende

Iwan der Schreckliche starb am 18. März 1584. Zuvor hatte er Im November 1581 seinen Sohn Iwan Iwanowitsch erschlagen, da er ständigen Stimmungsschwankungen unterlag und von schweren Depressionen heimgesucht wurde. In seinen letzten Lebensjahren soll er Trost bei Hexen und Zauberern gesucht haben und heulend durch sein Schloss gelaufen sein.

Der Schreckliche


Iwan wird als fromm und in der Heiligen Schrift belesen geschildert. Allerdings war er launisch und jähzornig. So befahl er für Tausende seiner Untertanen den Tod. Er soll Gefallen daran gefunden haben, sich besondere Foltermethoden auszudenken und dem Todeskampf seiner Opfer zuzusehen. Hierbei machte er auch vor seinen Bediensteten nicht halt. Auch rühmte er sich über 1.000 Jungfrauen defloriert und anschließend die daraus entstandenen Kinder abgeschlachtet zu haben. Bei der Ermordung der Bevölkerung tat sich vor allem die berüchtigte Leibgarde, die Opritschnina hervor.

Pervertierter Großmut zeigte sich darin, dass er Wünsche seiner Untertanen in einem Korb sammeln ließ, um sie dann nicht zu erfüllen. Ein zeitgenössisches Sprichwort lautet daher "Leg deinen Wunsch in Iwans Korb".

Weblinks


Mann | Zar (Russland) | Geboren 1530 | Gestorben 1584

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