Ivan "Ivica" Osim (* 6. Mai 1941 in Sarajevo) ist ein ehemaliger jugoslawischer Fußballspieler und gilt heute als einer der angesehensten Trainer Europas. Außerdem ist er ein Verfechter des Offensivfußballs.
Osim war ein Weltklassefußballer, der von 1959 bis 1968 bei Zeljezničar Sarajevo und anschließend in Frankreich (Racing Paris, Valenciennes, Sedan, Racing Straßburg) spielte. Er wurde insgesamt 20 mal in die jugoslawische Nationalmannschaft berufen.
1978 beendete er seine aktive Karriere und wurde Trainer. Zunächst betreute er bis 1986 Zeljezničar Sarajevo (2x jugoslawischer Vizemeister, Pokalfinale, Halbfinale UEFA-Cup) und von 1982 bis 1984 das jugoslawische Olympia-Team, mit dem er bei den Olympischen Spielen 1984 die Bronzemedaille holte.
1986 übernahm er dann die jugoslawische Nationalmannschaft, mit der er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 das Viertelfinale erreichte. 1992 schaffte er die Qualifikation zur Europameisterschaft. Jugoslawien war mit Spielern wie Davor Šuker, Dejan Savičević, Robert Prosinečki und Zvonimir Boban einer der Titelfavoriten. Wegen des Bürgerkriegs wurde Jugoslawien aber von der EM ausgeschlossen.
Weitere Stationen waren FK Partizan Belgrad (Juni 1991 bis Mai 1992, Pokalsieg 92) und Panathinaikos Athen (Juli 1992 bis März 1994, Cupsieger 93 und 94, Vizemeister 93).
Von 1994 bis September 2002 war er Trainer von SK Sturm Graz, mit dem er 1998 und 1999 österreichischer Meister sowie je drei Mal Pokal- und Supercupsieger wurde und den er von 1998 bis 2000 dreimal in Folge in die Champions League führte, davon im Jahr 2000 bis in die Zwischenrunde.
Die letzten drei Jahre arbeitete Ivica Osim in Japan bei JEF United und führte diese Mannschaft, die das kleinste Budget in der gesamten J. League hat, zweimal in Folge zum Vizemeistertitel. 2005 konnte das Team den japanischen Cup gewinnen, was den ersten Titel in der Vereinsgeschichte darstellt. Osim verlängerte seinen Vertrag mit JEF United um ein viertes Jahr und wird das Team auch 2006 betreuen. Hinzu kommt, dass die Japaner ihn nach der Weltmeisterschaft 2006 als neuen Nationalteamchef verpflichten wollen.
Ivica Osim ist darüberhinaus aufgrund seiner intellektuellen Fähigkeiten angesehen.
Fußball ist etwas ganz anderes und nicht nationalistisch. Ich glaube noch immer, dass die, die mit dem Fußball verbunden sind – egal welche Hautfarbe oder Religion sie haben – anders sind. Ich glaube, dass Fußball für sich selbst eine kleine Religion ist.
"Ich weiß nicht, wann ich meine Karriere beende. Es wäre doch schön, auf der Trainerbank zu sterben."
Mann | Fußballspieler (Jugoslawien) | Fußballtrainer | Geboren 1941
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