Iván Luis Zamorano (* 18. Januar 1967 in Maipú, Chile) ist ein ehemaliger chilenischer Fußballspieler, der vor allem wegen seines Torriechers und seiner Kopfballstärke bekannt war. Er erhielt die Spitznamen "Bam Bam" und vereinzelt - in Anlehnung an seinen Vornamen - "Ivan, der Schreckliche". In Italien war er als "der Helikopter" bekannt, da es bei Kopfbällen schien, als ob er in der Luft verharren könnte.
Karriereanfang
Die erste Karrierestation von Iván Zamorano in Europa war eigentlich der
FC Bologna, der seine Transferrechte
1988 von einem kleinen chilenischen Verein erwarb. Noch vor dem ersten Pflichtspiel befand ihn jedoch sein Trainer für nicht gut genug für die italienische Liga. Der
FIFA-Agent Vinico Fioranelli brachte ihn daraufhin in die
Schweiz zum
FC St. Gallen. Fioranelli musste damals sogar noch dazuzahlen, um den FC St. Gallen dazu zu bringen, Iván Zamorano in den Kader aufzunehmen. Er war ein sehr schmächtiger Bursche, und die Zeitungen prognostizierten einen Transferflop. Diese Stimmen verstummten jedoch bald, da Zamorano in der Saison 1989/1990 in 33 Spielen insgesamt 23 Tore erzielte und damit erfolgreichster Torschütze der Saison wurde.
Die Zeit in Spanien
Im Oktober
1990 schaffte Zamorano den Sprung in die spanische
Primera División und wechselte zum
FC Sevilla. Aufgrund seiner guten Leistungen bei den Andalusiern wurde er im Sommer
1992 für 5 Millionen Dollar von
Real Madrid verpflichtet. Die Herzen der dortigen Fans gewann er vor allem durch seine Leistung beim 5:0-Heimsieg der Madrilenen gegen den Erzrivalen
FC Barcelona in der Saison 1994/95, an dem er mit einem
Hattrick maßgeblichen Anteil hatte. Im selben Jahr gewann er mit Real den spanischen Meistertitel und wurde mit 28 Treffern in 38 Spielen Torschützenkönig.
Die Zeit in Italien
1996 verließ er Real Madrid und wechselte zu
Inter Mailand, wo er in insgesamt 149 Pflichtspielen 41 Tore erzielte. In der Saison 1997/98 gewann er mit den Mailändern den
UEFA-Pokal in einem rein italienischen Finale gegen
Lazio Rom. Internationale Beachtung fand Zamorano in dieser Zeit auch aufgrund seiner etwas eigenwilligen
Rückennummer. Da er nach der Verpflichtung von
Ronaldo im Sommer
1997 aus Marketinggründen das
Trikot mit der Nummer 9 an diesen abtreten musste, spielte er von diesem Zeitpunkt an mit der Rückennummer 18, die er durch ein aufgeklebtes Pluszeichen zwischen der 1 und der 8 (1 + 8) zumindest mathematisch wieder in eine 9 verwandelte.
Karriereende
2001 wechselte Iván Zamorano zu
Club América (in
Mexiko-Stadt). Dort spielte er zwei Jahre recht erfolgreich, bevor er
2003 zurück nach Chile ging, zu
Colo Colo, dem Klub, den er bereits als Kind bewundert hatte.
Beim Finalrückspiel der Apertura-Runde 2003, das Colo Colo gegen Cobrelor bestritt, rastete der Stürmerstar jedoch aus und attackierte aufgrund einer umstrittenen Abseitsentscheidung den Schiedsrichter mit Fausthieben und Fußtritten. Das Ergebnis seines Ausrasters: die rote Karte wegen Tätlichkeit und in der Folge eine Rekordsperre von elf Spielen, die vom nationalen chilenischen Verband verhängt wurde. Colo Colo verlor das Spiel 0:4, und Zamorano beendete seine Profikarriere.
Sein Abschiedsspiel gab der in seinem Heimatland überaus beliebte Sportler in Santiago de Chile. Eine Südamerika-Auswahl mit Ronaldo, José Luis Chilavert und Carlos Valderrama besiegte in diesem Spiel eine chilenische Auswahl mit 5:2. Iván Zamorano absolvierte mit beiden Mannschaften jeweils eine Halbzeit.
Klubstationen
Erfolge
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