Die meisten chemischen Elemente bestehen aus mehreren verschieden schweren Isotopen. Mit einem modernen Massenspektrometer kann man diese isotopische Zusammensetzung (die Isotopie) sehr genau bestimmen (bis Nanogramm Probenmenge und je nach Element und Isotop bis zu einigen 0,01% Genauigkeit). In diesem Artikel soll (in ferner Zukunft) ein Überblick über verschiedene moderne und historische Isotopenuntersuchungen gegeben werden.
Isotopenuntersuchungen werden zu sehr unterschiedlichen Zwecken durchgeführt. Man kann zum Beispiel durch die Messung radiogener Isotope das Alter eines Minerals bestimmen. Isotope leichterer Elemente (vor allem Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Wasserstoff), dienen als Anzeiger für regionale und klimatische Herkunft von Lebensmitteln, etwa von Obstsäften.
Die Isotopenuntersuchung erfolgt durch unterschiedliche Arten von Massenspektrometrie und Beschleuniger-Massenspektrometrie.
Um aus dem Stromfluss bzw. der Zählrate an den Detektoren die Konzentration des betreffenden Isotops zu ermitteln muss ein so genannter Spike zur Probe gegeben werden (ein Spike ist eine Substanz mit sehr genau bekannter (isotopischer) Zusammensetzung) und die Messung wird, soweit das möglich ist, mit einer Standardprobe verglichen.
Tritium (3H oder T) ist radioaktiv mit einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren, auf der Erde gibt es nur wenige Kilogramm Tritium als natürliches Vorkommen. Es etsteht durch die Wirkung kosmischer Strahlung in den oberen Schichten der Atmosphäre.
Deuterium wird auch als schwerer und Tritium als überschwerer Wasserstoff bezeichnet.
Regenwasser enthält Tritium, das durch die kosmische Strahlung in der Atmosphäre entstanden ist. Da das Tritium mit der Zeit zerfällt, kann man z.B. das Alter von Quellwasser bestimmen. Siehe auch Tritiummethode.
Da Tritium in der Natur so selten ist, lassen sich kleinste Kontaminationen aus technischen Anwendungen leicht feststellen. Mehr zu technischen Anwendungen, siehe Tritium.
Das Isotopenverhältnis 18O/16O im Wasserdampf in der Atmosphäre sowie im Wasser aller Gewässer ist regional unterschiedlich. Beim Verdunsten von Wasser tritt ebenso wie bei der Kondensation eine Isotopenfraktionierung auf. Beim Verdampfen geht das leichtere Isotop bevorzugt in den Dampf über, bei der Kondensation (z.B. Wolkenbildung und Regen) geht bevorzugt das schwerere Isotop in die flüssige Phase.
Der δ13C-Wert von C3-Pflanzen (ca. -28‰) ist niedriger als der Wert von C4-Pflanzen (ca. -14‰). Zudem haben zum Beispiel Wasserpflanzen und Fische einen noch höheren Wert. Das ermöglicht es Anthropologen anhand des δ13C-Werts von z.B. menschlichen Knochen, Rückschlüsse auf die Ernährung zu ziehen. Dies ist besonders in Verbindung mit dem δ15N interessant.
87Sr ist ein Zerfallsprodult von 87Rubidium, das eine Halbwertszeit von 48,8 Millionen Jahren hat.
Daher kann man das Alter mancher Gesteine mit Hilfe ihrer Strontiumisotopenverhältnisse bestimmen.
Gesteine, die viel Kalzium enthalten, sind für derartige Altersbestimmungen geeignet, da Strontium aufgrund seines ähnlichen Atomradius und Bindungsstruktur im Kristallgefüge Kalzium ersetzen kann.
Bei Lebewesen (z. B. Menschen) wird Strontium an Stelle von Kalzium auch in Knochen und Zahnschmelz eingebaut. Anders als in den Knochen wird das Sr im Zahnschmelz nach dem vierten Lebensjahr nicht mehr ausgetauscht. Deshalb bleibt dort das Isotopenverhältnis identisch mit dem am Lebensort des Kindes. Die Strontiumisotopenanalyse nutzt man für archäologische Untersuchungen von Skelettfunden. Vergleicht man das Sr-Isotopenverhältnis in den Knochen mit dem in den Kauzähnen, belegt ein unterschiedliches Verhältnis eine nach dem vierten Lebensjahr erfolgte Wanderbewegung.
Bei der Th-U-Pb Methode bestimmt man die Konzentrationen und die Isotopenverhältnisse der Elemente Thorium, Uran und Blei. Jedes der drei Isotope 238U, 235U und 237Th zerfällt radioaktiv über komplizierte Zerfallsreihen in genau ein Bleiisotop:
Da man die Isotopie von drei unabhängigen Zerfallsreihen bestimmt, ist theoretisch eine dreidimensionale Darstellung der Ergebnisse möglich. Meist weicht man jedoch auf eine zweidimensionale Darstellung aus und benutzt das 207Pb/237Th-System zur Fraktionierungskorrektur.
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