Die Islas de la Bahia oder Bay Islands sind eine Inselkette in der Karibik vor der Nordküste von Honduras.
Die Inselkette besteht aus den Hauptinseln Roatan (mit Barbarreta), Guanaja und Utila sowie einer Anzahl kleiner Koralleninseln (Cays). Die Inseln gehören zu einer unterseeischen Bergkette, die sich bis zum Festland weiterzieht; sie sind zum Teil vulkanischen, zumeist aber corallinen Ursprungs. Zwischen den Bay Islands und dem honduranischen Festland liegt noch ein weiteres, winziges Archipel, die Cayos Cochinos oder Hog Islands („Schweine-Inseln“). Die Inseln haben 24.000 Einwohner, ihre Ausdehnung beträgt 261 km². Sie bilden einen eigenen honduranischen Verwaltungsbezirk.
Die Islas de la Bahia waren im vergangenen Jahrhundert Honduras' „Tor zur Welt“ und ein wichtiger Umschlagplatz für Kaffee und Südfrüchte. Der große Einfluss der US-amerikanischen Bananen-Importeure United Fruit Company (Chiquita) und Standard Fruit auf die Politik und auf die Staatsführung des Landes hat Honduras den Ruf der „Bananenrepublik“ eingebracht.
Die Islas de la Bahia liegen im zweitgrößten Barriereriff der Welt und gelten als kostengünstiges Tauchziel; insbesondere die Insel Utila zieht Rucksack-Touristen an. Das größere Roatan wird vor allem von nordamerikanischen Familienurlaubern und Tauchtouristen besucht. Die Tourismus-Infrastruktur von Guanaja ist auf Fremdenverkehr mit gehobenen Ansprüchen ausgerichtet; Christoph Kolumbus, der Guanaja auf seiner vierten Reise 1502 als erster Europäer betrat, nannte sie wegen der großen Anzahl karibischer Kiefern (Pinus caribaea) „Insel der Pinien“.
Die Bay Islands haben ein reiches Artenspektrum, insbesondere leben hier viele Reptilienarten. Der Frankfurter Herpetologe Gunther Köhler beschrieb in den 1990ern zwei neue Anolis-Arten (Kleinleguane) und fand den verschollen geglaubten Utila-Leguan Ctenosaura bakeri 1994 wieder. Seit 1998 betreiben die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft eine Schutz- und Forschungsstation auf der Insel Utila, um diese mangrovenbewohnende Reptilienart in ihrer natürlichen Umwelt zu erhalten.
Die Bay Islands sind von einem karibischen Völkergemisch bewohnt, dessen Wurzeln auf englische Siedler von den Kaimaninseln zurückgehen. Die Urbevölkerung bestand vermutlich aus den Paya, die auf den Bay Islands von den spanischen Eroberern ausgerottet wurden. Einige Funde der US-amerikanischen Smithsonian-Expedition von W. D. Strong aus dem Jahre 1933 liefern Hinweise auf die Urbevölkerung. Der Tauchlehrer und Künstler G. Kodovsky hat einige Keramikfunde zusammengetragen, die er in seinem Haus auf der Insel interessierten Besuchern zeigt.
Auf der Insel Roatan betreibt der US-amerikanische Anthropologe D. K. Evans das Overseas Research Centre für die Wake-Forest-Universität.
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