Isabella II. María Luisa (span. Isabel II, * 10. Oktober 1830 in Madrid; † 9. April 1904 in Paris) war Königin von Spanien.
Isabella II. war die älteste Tochter des Königs Ferdinand VII. (1784–1833) und dessen vierter Frau, María Cristina von Sizilien (1806–1878). Sie wurde im Alter von zwei Jahren Monarchin (29. September 1833). Ihr Vater hatte am 29. März 1830 das so genannte Salische Gesetz aufheben lassen, das die alte kastilische kognatische Erbfolge wiederhergestellt hatte. Vormund war ihre Mutter.
Gegen die Empörung der Anhänger des von der Thronfolge ausgeschlossenen Don Carlos (1788–1855), den Karlisten, sicherte die Königinmutter Cristina durch ihre Verbindung mit den liberalen Parteien ihrer Tochter den Thron; 1840 verließ sie Spanien, blieb jedoch unter der Regentschaft Esparteros Königin von Spanien.
Isabella wurde am 8. November 1843 im Alter von 13 Jahren durch Beschluss der Cortes für majorenn (mündig) erklärt. Die Frage ihrer Verheiratung hatte eine europäische Dimension. Ludwig Philipp von Frankreich (1773–1850) beanspruchte den spanischen Thron für seine Dynastie. England erhob dagegen Einspruch.
Isabella heiratete am 10. Oktober 1846 im Alter von 16 Jahren ihren Vetter Franz d'Assisi Maria Ferdinand (1822–1902), den Sohn des Infanten Franz de Paula (1794–1865). Franz war ein kränklicher Mann. Zugleich wurde die Vermählung ihrer Schwester Maria Luisa (1832–1897) mit dem Sohn Ludwig Philipps, dem Herzog von Montpensier (1824–1890), beschlossen. Man erwartete aus der königlichen Ehe wegen der scheinbar offenkundigen Zeugungsunfähigkeit des Königgemahls keine Kinder; die französische Absicht schien erreicht.
In der Regierung ihres Landes war sie von ihrer Umgebung abhängig, in welcher zuletzt die Nonne Patrocinio und der Intendant Marfori den meisten Einfluss besaßen. Wiederholte Aufstände änderten wohl die Ministerien, brachten aber keine Besserung der Regierung.
1868 machte im September eine Erhebung, zu der sich die verschiedensten Parteiführer verbündet hatten, ihrer Herrschaft ein Ende, gerade als sie mit Napoleon III. (1808–1873) eine Einmischung in die römische Frage zu gunsten des Papstes verabredet hatte; sie floh nach Frankreich. An ihrer Stelle wurde Francisco Serrano Domínguez als Regent eingesetzt, bis 1870 Amadeus von Savoyen den spanischen Thron bestieg. Nach dessen Abdankung 1873 wurde in Spanien die Erste Republik ausgerufen.
Isabella entsagte der Krone am 25. Juni 1870 zugunsten ihres Sohns Alfons XII., der 1875 nach Wiedereinsetzung der Monarchie den Thron bestieg. Hierauf kehrte Isabella nach Spanien zurück und lebte teils dort, teils in Paris, wo sie am 9. April 1904 starb.
Frau | König (Spanien) | Geboren 1830 | Gestorben 1904
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