Die Isaakskathedrale, die die Nordseite des Isaaksplatzes begrenzt, ist die größte Kirche Sankt Petersburgs. Darüber hinaus zählt sie mit ihren beinahe schon überdimensionalen Ausmaßen -sie ist 111 m lang, 97 m breit und 101,5 m hoch - zu den größten sakralen Kuppelbauten der Welt. Der Durchmesser der vergoldeten Hauptkuppel beträgt 26 Meter. In dem 10767 Quadratmeter großen Inneren der Kirche finden 14 000 Menschen Platz.
Nach der Oktoberrevolution wurden in der Isaakskathedrale bis 1928 Gottesdienste abgehalten. Danach wurde in der Kirche ein Museum eingerichtet, das 1931 seine Pforten öffnete. Damals hängte man ein 91 m langes Foucaultsches Pendel in die Kuppel. Im Zweiten Weltkrieg nutzte man das Gotteshaus als Depot für Kunstgegenstände aus den um Leningrad liegenden Zarenresidenzen. 1942 überzog man die fünf vergoldeten Kuppeln mit einem grünen Tarnanstrich. Die Kathedrale hatte dennoch unter dem deutschen Artilleriebeschuß erheblich zu leiden. Nach dem Krieg begannen aufwändige Restaurierungsarbeiten. Die Restaurierung war 1960 abgeschlossen. Mit der zunehmenden Religionsfreiheit in der Sowjetunion konnte erstmals 1990 wieder ein festlicher Gottesdienst abgehalten werden. Eine erneute Restaurierung erfolgte 1994-2003. Heute werden an hohen Feiertagen Gottesdienste in der Isaakskathedrale zelebriert.
Den Außenbau gliedern insgesamt 112 Granitsäulen. Die aus rotem Granit und grauem Mramor prachtvoll aufgeführte Kathedrale hat einen rechteckigen Grundriss. Durch die vier mächtigen Säulenportiken, die besonders an den Querschiffen hervortreten, wirkt sie allerdings wie eine Kreuzkuppelkirche. Granittreppen führen zu den Eingängen empor. Die Haupteingänge an der breiteren Nord- und Südseite bilden der Vorhalle des Pantheon in Rom nachgebildete Portiken mit je 16 in drei Reihen aufgestellten Monolithsäulen aus poliertem roten finnischen Granit mit Bronzebasen und -kapitellen. Die Portiken an den Schmalseiten haben jeweils acht Säulen. Auf den Säulen ruhen vier Giebelfelder mit großen Bronzereliefs: "Die Anbetung der Könige" an der südlichen Seite von Iwan Vitali, an der östlichen Seite "Der hl. Isaak dem Kaiser Valentinian sein nahes Ende vorherverkündend" von Francois Lemaire, an der nördlichen Seite "Auferstehung Christi" ebenfalls von Lemaire, an der westlichen Seite "Die Begegnung des hl. Isaak mit Kaiser Theodosius" (wobei Kaiser Theodosius mit den Gesichtszügen Alexanders I. ausgestattet ist) von Vitali. Auf dem letzgenannten Relief ist der Architekt Auguste Ricard de Montferrand mit einem Modell der Kathedrale dargestellt (Bronzeabguss in der Kirche). Über den Reliefs erheben sich Statuen der Evangelisten und Apostel, an den Eckpunkten des Daches stehen Engelsstatuen mit Leuchtern. Bedeutend sind auch die drei großen Bronzetüren, die in das Innere der Kathedrale führen. Das Westportal ist den Aposteln Petrus und Paulus gewidmet, das Nordportal dem hl. Isaak von Dalmatien und dem hl. Nikolaus von Myra, das Südportal dem hl. Wladimir und dem hl. Alexander Newskij.
Die Kathedrale wurde von Karl Brüllow, Fedor Bruni, Peter Bassin, Wassilij Schebujew und Nikolaj Alexejew ausgemalt. Die 39 Gemälde der Attika stellen Szenen aus der Bibel dar, von der Erschaffung der Welt bis zur Kreuzigung Christi. Die 22 halbrunden Lünettenbilder zeigen Taten russischer Heiliger. Die Hauptkuppel schmückt das Gemälde "Gottesmutter in Ruhm" von Karl Brüllow. Es zeigt die Gottesmutter umgeben von Heiligen, Aposteln und Evangelisten.
Saint Isaac's Cathedral | Iisakin kirkko | Cattedrale di Sant'Isacco | ისააკის ტაძარი | 이삭 성당 | Исаакиевский собор | Isakskatedralen
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