Als Intrazellularraum (IZR) wird in der Pharmakologie der Verteilungsraum innerhalb des (menschlichen) Organismus bezeichnet, der aus der Gesamtheit aller von Zellmembranen umschlossenen Zellbestandteile gebildet wird, also v.a. aus den Zellorganellen und der Zellflüssigkeit (Cytosol) sowie unterschiedlichen Einschlüssen besteht.
Es handelt sich beim IZR weder um einen zusammenhängenden, noch - wegen ständiger Austausch- und Umbauprozesse - um einen eindeutig abgegrenzten Raum, sondern um eine modellhafte Auffassung, die in der Pharmakokinetik praktische Bedeutung hat.
Da die pharmakologische Definition eines Verteilungsraums (bzw. Kompartiments) fordert, dass sich ein Stoff darin homogen verteilt und gleichen biokinetischen Gesetzen unterliegt, wird der IZR im konkreten Fall nochmals in Kompartimente unterteilt - gemäß der physiko-chemischen Eigenschaften des jeweiligen Arzneistoffs.
Allerdings sind definitionsgemäß sämtliche intrazellulären Bestandteile des Organismus zugleich im IZR gelegen.
Während der EZR eher selten Ziel einer Arzneimittelwirkung ist und überwiegend Bedeutung für den Stofftransport hat, liegen die erwünschten Wirkorte von Arzneistoffen oft im IZR. Die meisten Wirkstoffe verteilen sich nach Einnahme bzw. Verabreichung zunächst umfassend im Gefäßsystem - also im EZR -, bevor sie zu intrazellulären Wirkorten gelangen.
Typischerweise ändert sich die Verteilung einer verabreichten Arzneidosis zwischen EZR und IZR im Zeitverlauf deutlich, wobei die Ausscheidungsmechanismen ab dem Zeitpunkt der Substanzeinnahme wirksam sind und im Falle einer Einzeldosis meist keine wirksamen Konzentrationen an den Zielorten erreicht werden.
Bei wiederholter Gabe dagegen bildet sich ein (dynamisches) Gleichgewicht zwischen den Stoffkonzentrationen in IZR und EZR aus. Dann lässt sich z.B. aus Messungen des Substanzspiegels im Plasma auf die Konzentration am Wirkort rückschließen.
Als Indikatoren kommen z.B. Radionuklide oder Farbstoffe zum Einsatz.
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