Die Interne-Zinsfuß-Methode, auch Interner-Zinssatz-Methode (englisch IRR: Internal Rate of Return), ist ein Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung.
Dafür bedient man sich zumeist eines Interpolationsverfahrens:
1. Man wähle einen Zinssfuß und berechne damit den Kapitalwert des Investitionsobjektes
2. Ist ( ), so wähle man einen Zinsfuß ( ) und berechne damit
3. Als Näherungswert für bestimme man mithilfe einer geeigneten Interpolationsformel
Bezüglich der Versuchszinssätze (i1,i2) sollte erwähnt werden, dass bei Finanzinvestitionen nur eine Differenz von bis zu 0,5 % sinnvoll ist. Bei Sachinvestitionen sind dagegen größere Differenzen möglich (bis zu 5 %)
Allgemein gilt: Je näher die Versuchszinssätze zusammen liegen, um so kleiner ist der Interpolationsfehler.
Geeignet ist die folgende Interpolationsformel:
In der Praxis verwendet dafür häufig ein Computer ein mathematisches Lösungsverfahren für geometrische Reihen wie das Newton-Verfahren oder Regula falsi. Moderne Tabellenkalkulationsprogramme wie MS Excel enthalten Add-ins, welche die Nullstellenberechnung unterstützen (Solver).
Problematisch ist allerdings, dass geometrische Reihen mit häufigen Vorzeichenwechseln dazu führen, dass rechnerisch möglicherweise mehrere Nullstellen existieren. Derartige Reihen müssen erst bereinigt werden. Hierfür kann ein Startwert für den Zinssatz angegeben werden.
Vergleicht man die folgenden beiden Projekte miteinander hilft die Interne-Zinsfuß-Methode nicht weiter:
| Projekt | IZF | NPV bei 10% | ||
| A | -2.000 | +3.000 | +50% | +1.000 |
| B | +2.000 | -3.000 | +50% | -1.000 |
Wie man sieht haben beide Projekte den gleichen Internen Zinsfuß (-1.000 + 1.500/1,50 = 0 und +1.000 - 1.500/1,50 = 0), sind nach dieser Methode also gleich attraktiv. Allerdings wird bei Betrachtung des NPV (oder in diesem Fall: dem genauen Hinsehen) klar, dass bei Projekt A initial Geld zu 50% verliehen wird und bei Projekt B geliehen wird. Wenn Geld geliehen wird ist ein niedriger Zinssatz gewünscht, d.h. der IZF sollte niedriger sein als die Opportunitätskosten und nicht höher.
In den meisten Ländern werden die Steuern im Folgejahr gezahlt, d.h. dass der Gewinn und die Steuerlast nicht in der gleichen Periode anfallen. Man stelle sich ein Projekt vor, das eine Investition in Höhe von 2.000.000€ erfordert und dabei während seiner (hier fünfjährigen) Laufzeit einen zusätzlichen Profit in Höhe von 600.000€ p.a. einbringt. Der Steuersatz beträgt 50% und wird in der Folgeperiode gezahlt:
| Cash Flow vor Steuern | -2.000 | +600 | +600 | +600 | +600 | +600 | |
| Steuern | +1.000 | -300 | -300 | -300 | -300 | -300 | |
| Netto Cash Flow | -2.000 | +1.600 | +300 | +300 | +300 | +300 | -300 |
(Anmerkung: Die Investition i.H.v. 2 Mio.€ in verringert die Steuerlast für diese Periode um 1.000.000€, die wir in hinzufügen.)
Die Berechnungen des IZF und NPV ergeben folgendes:
| IZF | NPV bei 10% |
| -50% und 15,2% | 149,71 oder 149.710€ |
Bei beiden Zinssätzen ist die Bedingung NPV=0 erfüllt. Der Grund hierfür liegt in dem zweimaligen Vorzeichenwechsel in der Zahlungsreihe: Nach Descartes kann eine Polynomgleichung soviele mathematisch gültige Lösungen haben wie Vorzeichenwechsel. Im Beispiel führt dieser zweimalige Vorzeichenwechsel dazu, dass das (mathematisch richtige) Ergebnis nicht ökonomisch interpretierbar ist (Welcher interne Zinsfuß ist richtig?).
In der Praxis kommen solche Reihen nicht nur durch die Verzögerung der Steuerzahlungen zustande, sondern können auch durch Wartungskosten während der Laufzeit des Projektes oder die Verschrottung einer Anlage am Ende der Laufzeit entstehen.
Eine Möglichkeit in der Umgehung eines abschließenden (zweiten) Vorzeichenwechsels besteht darin, einen modifizierten IZF zu berechnen: Der Cash Flow im 6. Jahr wird im 5. berechnet und zu diesem hinzugefügt und der IZF erneut berechnet.
Um einen bestimmten Auftrag zu erfüllen haben Firmen oft die Wahl zwischen sich gegenseitig ausschließenden Projekten. Auch hier kann die IZF-Methode in die Irre führen:
| Projekt | IZF | NPV bei 10% | ||
| C | -20.000 | +40.000 | +100% | +16.363 |
| D | -40.000 | +70.000 | +75% | +23.636 |
Beide Projekte sind lukrativ und nach der IZF Entscheidungsregel müssten wir Projekt C durchführen, aber wie der NPV zeigt, ist D gegenüber C vorzuziehen, da es den höheren Geldwert hat. Dennoch kann die IZF-Methode auch hier zum Einsatz kommen: Bei Betrachtung der inkrementellen Zahlungsströme (die Differenz beider Projekte) führt der interne Zinsfuß zum gleichen Ergebnis wie die Kapitalwertmethode (der inkrementelle IZF ist 50%, d.h. wenn der inkrementelle IZF größer ist als der Kalkulationszinsfuß sollte das "größere" Projekt durchgeführt werden.).
Die IZF-Methode geht von der Annahme aus, dass die kurz- und langfristigen Zinssätze identisch sind (siehe Formel, nur ein Zinssatz). Dies trifft in der Realität selten zu und die Zinssätze unterscheiden sich in Bezug auf die Fristigkeit erheblich ("kurzes Geld", d.h. Kredite mit einer relativ kurzen Laufzeit weisen einen niedrigeren Zinssatz auf, sind also billiger, als "langes Geld", d.h. Kredite mit längerer Laufzeit. Inverse Zinsstrukturen sind beispielsweise Anfang der 1990er Jahre beobachtet worden.). Bei der Kapitalwertmethode stellt dies kein Problem dar, da einfach die Zahlungsströme mit unterschiedlichen Zinssätzen abgezinst werden können:
Eine Alternative besteht darin, mit dem gewichteten Durchschnitt der Zinsen über die Laufzeit zu rechnen, allerdings wenden Kritiker dieser Variante ein, dass sie die Komplexität der Rechnung unnötig erhöht bei Vorliegen einer einfachen Lösung.
In der Praxis wird die Zinsstrukturproblematik, und damit die Frage mit welchem Zinssatz der IZF verglichen werden soll (, oder ), meist vernachlässigt.
Zur internen Zinsfußmethode ergeben sich in der Praxis verschiedene Varianten, je nach dem ob mit exponentiellen Verzinsung und linearer Verzinsung operiert wird. Dies ist im Folgenden dargestellt.
| Praktische Varianten der Internen Zinsfuß-Methode | ||||
|---|---|---|---|---|
| ISMA | SIA | Treasury | Moosmüller | |
| Umrechnung einer Periodenrendite auf eine Jahresrendite | mit Zinseszins | unterjährig linear | unterjährig linear | mit Zinseszins |
| Diskontierung der ersten vollständigen Kuponperiode | exponentiell | exponentiell | linear | linear |
| Berechnung des Rendite bei Restlaufzeiten unter einem Jahr | exponentiell | exponentiell | linear | exponentiell |
Erklärung:
Internal rate of return | Tasa interna de retorno | Taux de rentabilité interne | IRR | Taxa interna de retorno | Ставка внутренней доходности | 內部報酬率
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"Interner Zinsfuß".
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