Der Internationale Sportgerichtshof (engl.: Court Of Arbitration For Sport/frz.: Tribunal Arbitral du Sport) ist die oberste Sportgerichtsbarkeit und damit die letzte Entscheidungsinstanz für die Sportverbände und Nationalen Olympischen Komitees in Streitfragen zum internationalen Sportrecht.
Er ist beispielsweise bei Disziplinarfragen (Unklarheiten bei Regelverstößen), Verfahrensfragen (beispielsweise bei Spielertransfers), Dopingfragen und sportbezogenen Vertragsfragen (Sponsoring, Fernsehrechte etc.) zuständig.
Das Schiedsgericht wurde 1984 auf Initiative des IOC als unabhängiges Gremium gegründet und hat seinen Sitz in Lausanne/Schweiz. Seit 1994 ist der CAS dem ICAS (International Council of Arbitration for Sport) unterstellt. Ihm gehören derzeit (2004) über 150 Richter aus 55 Nationen an. Präsident ist der Senegalese Kéba Mbaye.
Für die Dauer von bestimmten sportlichen Großereignissen, wie Olympischen Spielen oder Commonwealth-Spielen richtet der Internationale Sportgerichtshof seit 1996 nichtpermanente Tribunale ein (siehe Abschnitt Geschichte), die eine zügige, vorläufige Bearbeitung und Schlichtung von Streitfragen gewährleisten sollen, die während der Wettkämpfe auftreten. Diese Fragen betreffen meist die Zulässigkeit von Individualbeschwerden oder Beschwerden eines nationalen Verbandes, nach deren Meinung eine andere Nation oder deren Angehörige gegen geltende Wettkampfregeln verstoßen habe.
Die Statuten des Internationalen Sportgerichtshofes wurden 1983 ratifiziert und traten am 30. Juni 1984 in Kraft. Der CAS setzte sich bei seiner Gründung aus 60 Mitgliedern zusammen, die anfangs ausschließlich vom IOC, den internationalen Verbänden, den Nationalen Olympische Komitees und dem IOC-Präsident bestimmt wurden.
Eine erst offizielle Anerkennung durch ein oberstes Landesericht erfuhr der Internationale Sportgerichtshof im März 1993 durch das Schweizer Bundesgericht. Dieses Gericht erkannte die Gerichtbarkeit und das Urteil des Internationale Sportgerichtshofs gegen den deutschen Reiter Elmar Gundel, die Disqualifikation nach Doping seines Pferdes, an. Es bemängelte jedoch den organisatorischen und finanziellen Einfluss durch das IOC, da das IOC das Gericht vollständig finanzierte und Recht hatte, die Statuten zu ändern.
1994 wurde der CAS daraufhin grundlegend reformiert. Um den Sportgerichtshof unabhängiger zu machen, wurde die Organisation des International Council Of Arbitration for Sport (ICAS) als oberste Institution des CAS gegründet, die nun die Führung und die Finanzierung des CAS übernahm. Es wurde eine eigene Kammer (Gericht) für Einsprüche eingeführt, um solche Fälle schneller bearbeiten zu können. Zudem wurde ein neues Gesetzbuch für sportspezifische Rechtsprechung in Kraft gesetzt. Außerdem wurden die Zahl der Schlichter erhöht. 2000 sollte sie bereits 186 betragen.
1996 eröffnete der ICAS Büros in Sydney und in Denver (später in New York), um den Zugang zum CAS in Amerika und Ozeanien zu erleichtern. Zu den Olympischen Sommerspielen in Atlanta wurden erstmals nichtpermanente Tribunale eingerichtet, die Schlichtungsfragen vorläufig bearbeiten. 2000 wurde neben den Olympischen Spielen auch ein solches Tribunal erstmals bei den Fußballeuropameisterschaften eingeführt.
Beispielsweise stieß Entscheidung, den deutschen Olympiasiegern im Vielseitigkeitsreiten von Athen 2004 wegen eines Regelverstoßes die Goldmedaille abzuerkennen, stieß auf Unverständnis, da diese Entscheidung allein die Sportler bestrafte. Dass dieser Fall von Jury- und Verfahrensfehlern gekennzeichnet war, blieb ohne Konsequenzen für den Internationalen Reitsportverband (FEI). Ebenso gegen den Sportler gerichtet, war die Abweisung einer Klage des DSV gegen eine durch die FIS ausgesprochenen Schutzsperre für die Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle bei Olympia 2006 in Turin aufgrund eines zu hohen Hämoglobin-Wertes, obwohl der DSV hätte belegen können, dass die Sportlerin genetisch bedingt einen grenzwertigen Wert aufweist, der sich bei langen Höhenaufenthalt noch erhöht.
Sport | Internationales Gericht
Court of Arbitration for Sport | スポーツ仲裁裁判所 | Den internasjonale voldgiftsretten for sport | CAS
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