Mit dem Zerfall der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre kam es zu zahlreichen internationalen Konflikten unter den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Es flackerten aber auch zahlreiche ruhende Konflikte zu anderen Staaten Europas neu auf, welche die neuentstandenen Staaten nun zu lösen haben.
Zu den größten Konflikten unter den Nachfolgestaaten Jugoslawiens gehören die kriegerischen Auseinandersetzungen, welche der Unabhängigkeitserklärung von Slowenien und Kroatien im Jahre 1991 folgten. Näheres hierzu, siehe Jugoslawienkriege.
Nach der Unabhängigkeitserklärung von Kroatien und Slowenien begann im September 1991 unter der Führung von Peter Carrington in Den Haag die Jugoslawien-Friedenskonferenz. Die Schiedskommission der Jugoslawien-Friedenskonferenz, die unter der Leitung von Robert Badinter stand, kam am 7. Dezember 1991 zu dem Schluss, dass es sich „nicht um Abspaltung, sondern um einen Zerfall“ des ehemaligen Jugoslawien handele. Die Grenzen der ehemals sozialistischen Teilrepubliken wurden beibehalten und durch die Badinter-Kommission (serb./kroat./bosn. Badinterova komisija) zu nationalen Grenzen erklärt.
Nur kurze Zeit danach wurden Teile Kroatiens von serbischen Freischärlern okkupiert (praktisch ein Drittel des international-anerkannten kroatischen Staatsterritoriums), womit Kroatien lange Zeit keine eigenständige Kontrolle über seine Staatsgrenzen hatte. Erst 1997, nach der friedlichen Wiederintegration von Ost-Slawonien erlangte Kroatien Gewalt über das gesamte Staatsgebiet.
Der Grenzverlauf zwischen Serbien und Kroatien entlang der Donau ist bis heute umstritten. Dem alten Grenzverlauf innerhalb des ehemaligen Jugoslawiens zufolge und laut Badinter-Kommission gehören einige kleine, aber sehr fruchtbare Gebiete jenseits der Donau zu Kroatien.
Da die Donau in den letzten Jahrhunderten ihren Lauf ständig um einige Kilometer änderte, verlief die Grenze nicht immer in der Mitte des Flusses, sondern entlang von Altarmen der Donau, oder es entstanden Flussinseln, welche zwar ins serbische Territorium hineinragten, aber zu Kroatien gehörten. Im Vertrag von Erdut, welcher von Serbien und Kroatien 1998 unterzeichnet wurde, wurde Ostslawonien, das unter der Kontrolle serbischer Aufständischer war, wieder der kroatischen Verwaltung unterstellt. Damals wurde der Grenzverlauf vorläufig als der Mittellauf der Donau definiert. Demnach übernahmen serbisch-montenegrinische Militärstreitkräfte die Kontrolle über die umstrittenen Donauinseln (darunter die Šarengradska Ada und die Vukovarska Ada).
Auch nach diesem Abkommen kam es vereinzelt zu Zwischenfällen mit serbischen Militär-Patrouillenbooten auf der Donau. Das serbische Militär versuchte auch mit Waffengewalt den Zutritt zu eigentlich kroatischem Gebiet zu untersagen. Mittlerweile übernahmen serbische Polizeikräfte den Grenzschutz. Die Gesamtfläche der umstrittenen Gebiete, welche heute unter serbischer Verwaltung stehen, beträgt 115 km².
Den südlichsten Punkt Kroatiens stellt die Halbinsel Prevlaka dar. Unmittelbar angrenzend liegt die Bucht von Kotor, welche nun in Montenegro liegt (In der Bucht von Kotor lebt seit Jahrhunderten auch eine bedeutende kroatische Minderheit). Montenegro war nach dem Krieg zunächst Teil des sogenannten "Restjugoslawien",.Die Halbinsel Prevlaka war jedenfalls lange Zeit umstritten, da von diesem Punkt aus die gesamte Einfahrt in die Bucht von Kotor kontrolliert werden kann. (Nahezu die gesamte Militärflotte der ehemaligen Jugoslawischen Volksarmee JNA ist in Montenegro stationiert) Die zentrale Verwaltung für Montenegro befand sich in Belgrad, weshalb eine Problemlösung lange Zeit in Frage stand. Mittlerweile wurde die Halbinsel Prevlaka jedoch wieder einvernehmlich mit Serbien und Montenegro Kroatien einverleibt. Man kann mittlerweile eine stetige Verbesserung der internationalen Beziehungen zwischen Zagreb und Podgorica bemerken.
Das Staatsgebiet von Kroatien wird in Süd-Dalmatien bei der Ortschaft Neum auf ca. drei Kilometer durch den Staat Bosnien-Herzegowina durchtrennt, weshalb man nach Lösungen für die Staatsintegrität Kroatiens trachtet. Da sich Kroatien gerade in einem Baufieber befindet, wird derzeit intensiv über diverse Straßenprojekte nachgedacht, bzw. befindet man sich bereits kurz vor Baubeginn. Insbesondere interessant für bosnisch-kroatische Beziehungen ist die neue Brücke über die Bucht bei Neum, welche das kroatische Staatsterritorium einigen soll. Bosnien forderte die Einhaltung einer bestimmten Mindesthöhe dieser Brücke ein (30 m), da sonst eventuell die Einfahrt für Schiffe in den Hafen von Neum beeinträchtigt wäre. Die Bauarbeiten sind im Prinzip bereits in Gange, würde man in Kroatien nicht auch über eine Tunnelverbindung durch bosnisches Gebiet nachdenken. Der Präsident Kroatiens, Stipe Mesić, äußerte diesbezüglich gewisse Sympathien, bzw. befürwortet diese Variante gegenüber einer Brückenlösung. Es soll nun allerdings eine bewegliche Brücke gebaut werden, d.h. ein Teil der Brücke lässt sich hochheben, was einen freien Zugang für Schiffe jeglicher Art nach Neum ermöglicht.
siehe auch: Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation in Kroatien
Ein Teil des Flusses Una und gewisse Dörfer am Fuße des Berges Plješevica gehören katasteramtlich zu Kroatien, während hingegen andere zu Bosnien gehören. Dies führt zu zahlreichen Grenzüberschreitungen entlang einer bestimmten Route und behindert die wirtschaftliche Entwicklung in dieser Region. Die Bahnverbindung Zagreb-Bihać-Split ist aus diesen Gründen immer noch für den Verkehr gesperrt. Die Straße von Karlovac über Bihać nach Knin, welche Teil der Europäischen Route E71 ist, wird immer weniger befahren, da Kroatien eine neue Autobahn westlich von dieser Route errichtete.
Die Grenze an der Save zwischen Hrvatska Kostajnica (Kroatien) und Bosanska Kostajnica (Bosnien) steht ebenfalls zur Diskussion. Zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie gehörten beide Teile zu einer Stadt (Kostajnica). Eine Flussinsel zwischen diesen beiden Städten gehört katasteramtlich zu Kroatien, steht aber unter bosnisch-serbischer Kontrolle. Beide Staaten einigten sich auf die Errichtung einer internationalen Grenzübergangsstelle auf der besagten Insel.
Ein weiteres sehr bedeutendes Problem wird für Kroatien früher oder später die Sicherung der langen EU-Außengrenze sein. Hier verläuft auch eine der wichtigsten Drogenrouten nach Europa (Balkanroute). Kroatien wird sich allerdings bestimmt auch für die Interessen der Kroaten einsetzen, welche auf der anderen Seite der Grenze, in der Herzegowina und in Bosnien leben.
Von großer Bedeutung wird auch die Frage der Doppelstaatsbürgerschaft für die bosnischen Kroaten sein. Diese sind aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage zu einer Doppelstaatsbürgerschaft berechtigt, ohne Rücksicht auf deren Aufenthaltsort. Nicht-Kroaten können indessen nur die kroatische Staatsbürgerschaft erhalten, wenn sie länger als fünf Jahre in Kroatien gelebt haben.
Eine etwas komplexere Angelegenheit stellt die kroatische Grenze zu Slowenien dar. Es besteht einerseits keine vollkommene Klarheit über gewisse Grenzverläufe zu Lande. Insbesondere der Verlauf der Mur ist hier etwas problematisch, da der Fluss mit der Zeit seinen Verlauf etwas geändert hat und dies immer noch tut. Insbesondere 2005, als es zu zahlreichen Überschwemmungen kam, wurden die widersprüchlichen Zuständigkeitsbereiche ersichtlich. Maßnahmen zum Flutschutz sollten in beiderseitigem Einklang geschehen.
Eine militärische Anlage der slowenischen Armee (vormals Jugoslawische Volksarmee) auf dem Berg Sveta Gera (Sichelberg) sorgte in den 1990er Jahren für einen weiteren diplomatischen Disput. Die slowenische Militärkaserne befand sich auf eigentlich kroatischem Territorium. Mittlerweile wurde diese Kaserne aufgelöst und kroatischer Kontrolle übergeben.
Insbesondere im Mündungsbereich der Dragonja herrschen noch zahlreiche Ungereimtheiten über den genauen Grenzverlauf. So gibt es zwar eine Grenzübergangsstelle, aber katasteramtlich sind noch nicht alle Grundstücke geregelt (einige Parzellen sind in den Katasterregistern beider Staaten verzeichnet). Somit gelangte vor allem Joško Joras, ein slowenischer Politiker, dessen Haus sich eigentlich auf kroatischem Gebiet befindet, in den letzten Jahren zu großer medialer Aufmerksamkeit. Er weigert sich die kroatische Jurisdiktion anzuerkennen und äußerte in der Vergangenheit oft demonstrativ Zeichen des Protestes (z.B. Aushängen der slowenischen Flagge auf seinem Haus und gleichzeitiger Aufschrift, dass dies nie kroatisches Staatsterritorium gewesen sei).
Joško Joras wurde bereits zahlreiche Male von der kroatischen Polizei wegen Nichtbeachtung zollrechtlicher Bestimmungen oder ähnlicher Vorfälle festgenommen, kurz danach aber stets wieder freigelassen. So übertrat Joras die Grenze in Vergangenheit öfters illegal über einen Kiesweg, der von seinem Haus nach Slowenien führt. 2005 kam es sogar zu einem kleineren internationalen Eklat, als eine Gruppe slowenischer Politiker Joras einen Besuch abstattete, ohne dabei die slowenisch-kroatische Grenze am internationalen Grenzübergang zu passieren, sondern an ebendieser illegalen Grenzübertrittsstelle. Bei der Rückfahrt nach Slowenien wurde diese Gruppe von der kroatischen Grenzwacht festgenommen, was ein großes mediales Echo auf beiden Seiten auslöste, da die Festnahme vom slowenischen Fernsehen gefilmt wurde.
Die kroatische Zollwache hat den Zugang zu dieser illegalen Grenzübertrittsstelle daraufhin mit massiven Blumentöpfen verbarrikadiert. Zuletzt wurde im Mai 2006 von einem slowenischen Gericht entschieden, dass diese Sperren zu entfernen seien. Das slowenische Gericht kann jedoch nicht über kroatisches Staatsterritorium verfügen. Der Bescheid wurde daher von den kroatischen Diplomaten nicht entgegengenommen. Die kroatische Öffentlichkeit reagierte stets sehr irritiert und verärgert über Joras' offensives Verhalten.
Istria.png]] Kroatien verfügte lange über keine organisierte Küstenwache, welche zur Einhaltung der Gesetze hinzugezogen werden hätte können. Mit einfachen Polizei-Schlauchbooten konnte die Überwachung und Sicherung der Meeresgrenze damals nicht gewährleistet werden. Die kroatischen Fischer blieben jedoch bei ihrer Kritik und gründeten eine gemeinsame Fischervereinigung, welche sich unter anderem zum Ziel setzte, auf die Vorkommnisse in der Bucht von Piran näher hinzuweisen, da dies die Tätigkeit betrifft, mit der sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen.
In den kroatischen Medien wurde auf Mitteilung der Fischervereinigung oft das teils sehr trotzige und unkollegiale Verhalten slowenischer Fischer kolportiert, welche sich auf Aufrufe kroatischer Fischer weigerten, die kroatischen Hoheitsgewässer zu verlassen. Oft wurden die slowenischen Fischerboote sogar von slowenischen Polizei-Patrouillenbooten begleitet, und dies auf kroatischem Seegebiet. Erst nach Eintreffen kroatischer Behörden pflegten die slowenischen Boote von ihrer Position abzuweichen. Mittlerweile ist die kroatische Küstenwache etwas besser ausgestattet, es kommt jedoch immer noch recht häufig zu diversen Zwischenfällen.
Seit Bekanntwerden der Zwischenfälle über die Medien wurde dieses Thema auch von der Politik aufgegriffen. Die Fronten sind zum Teil noch etwas verhärtet, da Slowenien beispielsweise aus diesem Grund Kroatien auch den EU-Beitritt verweigern wollte. Ermahnungen europäischer Politiker führten jedoch dazu, dass Slowenien grundsätzlich den europäischen Kurs Kroatiens nicht in Frage stellt. Die Grenzfrage wird von slowenischen Politikern aber immer wieder aufgeworfen und zählt unter anderem auch zu den EU-Beitrittskriterien, welche Slowenien an Kroatien stellt.
Die slowenische Regierung unter Premierminister Janez Drnovšek begann 2004 mit Verhandlungen mit der kroatischen Regierung unter Premierminister Ivica Račan, um zu einer beiderseitig-akzeptablen Lösung des Grenzverlaufs und der damit verbundenen Grenzstreitigkeiten zu kommen. Es war allerdings so, dass Slowenien nun vier Fünftel der Bucht von Piran beanspruchte, während Kroatien auf der bestehenden und international anerkannten Regelung der mittleren Grenzziehung bestand (Äquidistanz). Mit Račan (SDP) erreichte die slowenische Regierung sogar eine Kompromisslösung, welche Slowenien eben diese vier Fünftel der Bucht zuerkennen würde (nur ein schmaler Meeresstreifen entlang der Küste hätte somit zu Kroatien gehört) und Slowenien ebenso einen Korridor zu internationalen Gewässern zuerkannte. Dieser Korridor würde jedoch einen Teil kroatischen Seeterritoriums vom eigentlichen Seeterritorium abschneiden. Es wurde damit argumentiert, dass damit die Grenze zu Italien beibehalten würde. Im Prinzip stünde aber lediglich ein kleines Dreieck an kroatischem Seeterritorium zwischen diesem internationalen Korridor und dem italienischen Territorium (sogenannte Exklave).
Der Vertrag wurde vom damaligen kroatischen Premierminister paraffiert, was dieser heute bereut. Ein paraphierter Vertrag stellt jedoch nur eine offizielle Absicht dar und stellt keinen unterzeichneten Vertrag dar, zumal der von der Öffentlichkeit heftigst kritisierte Vertrag vom kroatischen Parlament abgelehnt wurde, daher nicht ratifiziert wurde. (genauere Seekarten, siehe Slowenische Ansprüche und Weblinks)
Den allgemeinen Grenzstreitigkeiten wird auch dadurch Nachdruck verliehen, als Kroatien 2004 das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem ökologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone (kroat. "ekološki i ribolovni pojas") erklärte, um die vorhandene und empfindliche Meeresfauna und Vegetation auf kroatischen Seegebiet zu schützen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch den restlichen Staaten der EU kritisiert, da Fischereirechte in Europa oft ein heiß-umstrittenes Thema darstellen.
Slowenien erklärte 2005 im Gegenzug ebenfalls die eigenen Hoheitsgewässer zu einer ökologischen Zone. Von der kroatischen Öffentlichkeit wurde dies jedoch sehr kritisch angenommen. Das Gesetz wurde unmittelbar nach Ausrufung von kroatischer Seite als nichtig erklärt, da es praktisch einen slowenischen Seerechtseinfluss bis südlich nach Poreč (Istrien) vorsieht, was vollkommen inakzeptabel ist und nie slowenisches Territorium darstellte.
In Kroatien werden die slowenischen Versuche lediglich als Manöver verstanden, um eine bessere Ausgangsposition für weitere Verhandlungen zu erhalten. Es ist allerdings ersichtlich, dass derartige Versuche nicht von der gesamten slowenischen Öffentlichkeit goutiert werden, und dass insbesondere die slowenische Wirtschaft, die stark vom Geschäft in Kroatien abhängig ist, nicht von einer derartig unfreundschaftlichen Vorgehensweisen angetan ist. Für die slowenische Wirtschaft war Kroatien stets ein guter und freundschaftlicher Partner. In Kroatien werden vor allem die slowenischen Drohungen, Kroatien könne nicht in die EU aufgenommen werden, solange der slowenische Vorschlag nicht angenommen wird, besonders schlecht aufgenommen.
Im Juni 2005 einigten sich der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel und seine kroatische Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarović (HDZ) auf eine Erklärung zur Verhinderung von Grenzzwischenfällen. Inwiefern sich der Grenzstreit auf die, ansonst recht freundschaftlichen, Beziehungen zwischen Slowenien und Kroatien auswirken wird, ist nicht absehbar.
Kroatien beschuldigt Slowenien der "illegalen Sukzession" betreff der Spareinlagen kroatischer Bürger bei der Ljubljanska banka. Slowenien betrachtete die Gesamtsumme der Spareinlagen im „Entstaatlichungsgesetz“ von 1991 als einen Teil der slowenischen Sukzession der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und verwaltete die Gesamtsumme als rein slowenischen Besitz mit vollem Identitätsanspruch, ohne dabei auf die Rechtsbeziehung zu Sparern aus anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens zu achten.
Der Staat Slowenien hat Forderungen gegenüber den slowenischen Staatsbürgern Folge geleistet und verwendete das Geld auch zur Budgetaufbesserung des Staatskasse. Gleichzeitig lehnte Slowenien es aber ab, jeglichen Ansprüchen von Seiten der Sparer aus anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens nachzukommen, welche ebenfalls über Konten bei der Ljubljanska banka verfügen. Kroatien lehnt es ab, diese Spareinlagen im Rahmen der Sukzession zu behandeln, da dies als eine Verletzung der Rechtsbeziehung zwischen der ehemaligen Bank und den Sparern erachtet wird. Eine Refundierung der Spareinlagen gegenüber allen Sparern der Ljubljanska banka wird gefordert.
Die Nova Ljubljanska banka wurde mittlerweile von der belgischen KBC-Bank aufgekauft. 2006 plante ausgerechnet diese Bank die kroatische Splitska banka zu übernehmen, worauf selbstverständlich Misstöne von Seiten der kroatischen Bevölkerung zu vernehmen waren. In einer Umfrage unter den kroatischen Bürgern ließ die Mehrheit der Befragten bekunden, dass sie ihre Sparanlagen nicht in diese Bank setzen würden, solange die Ljubljanska banka keine Refundierung der Summen gegenüber früheren Sparern vornimmt. Im April 2006 wurde schließlich die französische Société Générale Eigentümerin der Splitska banka.
Die nationale kroatische Stromgesellschaft Hrvatska elektroprivreda HEP, welche nach dem Zerfall Jugoslawiens gegründet wurde, fordert von der slowenischen Regierung Schadensersatz für nicht-ausgelieferten Strom aus dem gemeinsamen Kernkraftwerk im Zeitraum von Juli 2002 bis April 2003 im Wert von 32 Millionen Euro, exklusive Zinsen. Die slowenische Regierung behauptet, dass der Strom damals Kroatien angeboten wurde, aber dass die HEP dies abgelehnt hatte, da man den Strom anderswo billiger kaufen konnte. Die kroatische Seite behauptet, dass der Strom damals aus Wärmekraftwerken bezogen werden musste, was teurer und weniger umweltfreundlich ist. Slowenien will auch diese Angelegenheit zu einem EU-Beitrittskriterium machen.
Die unterschiedliche Wahrnehmung dieser Bewegung schlug sich auch in den Sprachregelungen nieder: So wurden die italienischen Auswanderer in Jugoslawien „Optanten“ genannt (ähnlich wie die Südtiroler Optanten), in Italien nannte man sie dagegen „Exilierte“ (ital. und kroat. esuli).
Außerdem beziehen sich die italienischen Interessen im Falle von Kroatien auf einen recht großen Teil des Staatsgebietes, praktisch auf die gesamte Adriaküste, welche vormals lange Zeit unter venezianischer Herrschaft war. Gebiete wie Istrien und Dalmatien hatten also immer schon eine große italienische Minderheit aufzuweisen. Die regierende lokale Partei Istriens (IDS), welche auch großen Einfluss auf die nationale Politik innerhalb Kroatiens übt, stützt sich auf eine bedeutende italienisch-sprachige Wählerschaft und ist sozusagen deren Sprachrohr auf nationaler Ebene.
In der Öffentlichkeit wurde damit argumentiert, dass ebendiese Volksdeutschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft bereits durch den Staat Jugoslawien dafür entschädigt wurden. Es wurden auch Stimmen laut, dass dieses Gesetz nur aus Gefälligkeit für den nachhaltigen Einsatz Österreichs zum Beginn von EU-Verhandlungen mit Kroatien dienen sollte. Die kroatische Regierung entgegnete demgegenüber jedoch, dass es einen kleinen Teil der deutschsprachigen Bevölkerung gibt, welche nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Anspruch auf Entschädigung erhielten und somit unvorteilhaft ausgenommen wurden. Das Gesetz wurde aufgrund zu großer Kritik innerhalb Kroatiens und aufgrund internationaler Kritik bis auf weiteres ausgesetzt. Man befürchtete eine unüberschaubare Welle von weiteren Entschädigungsansprüchen aus aller Welt, der sich die kroatische Regierung stellen will, wofür derzeit aber wohl noch der Mut der gesamten Bevölkerung fehlt. Es wird womöglich nach einer Lösung auf einer niedrigeren Ebene, beispielsweise der Außenministerien, gearbeitet, d.h. ohne ein zwischenstaatliches Abkommen abzuschließen.
Provinzen Serbiens.PNGs (Anm.: der offizielle Name der Provinz im Süden lautet Kosovo und Metochien, weil sie völkerrechtlich ein Teil Serbiens ist. Kosovo ist eine von internationalen Organisationen und pro-albanischen Lobbies verwendete Bezeichnung.)]]
Kosovo erhielt 1974 auf Druck der albanischen Minderheit und des offiziellen Albaniens unter Enver Hoxha den Status einer autonomen Region innerhalb Serbiens. Die Provinz unterstand Serbien zwar formell, genoss jedoch ein hohes Maß an Autonomie: von einem eigenen Regionalparlament bis hin zum Recht auf universitäre Ausbildung in albanischer Sprache. Im Gegensatz zu den sechs Teilrepubliken Jugoslawiens, die laut Verfassung ein Recht auf Sezession hatten, und von der Badinter-Kommission 1991 als Nachfolgestaaten Jugoslawiens anerkannt wurden, gestand man der albanischen Minderheit in Kosovo kein Recht auf Selbstbestimmung oder Sezession zu, u. a. weil Albaner bereits einen Nationalstaat haben (Albanien).
Im Zuge einer Anpassung der territorialen Ordnung Serbiens an die geänderten Rahmenbedingungen nach dem Zerfall Jugoslawiens wurden einige Kompetenzen der Provinz unter Zustimmung der Regionalparlamente Kosovos und Vojvodinas in einer Verfassungsänderung eingeschränkt, ohne die Minderheitenrechte der Albaner anzutasten. So wurden etwa die Kompetenzen Kosovos bei der Landesverteidigung eingeschränkt, um einen Missbrauch durch sezessionistische Elemente zu verhindern. Dem gegenüber standen gewaltsame Sezessionsbestrebungen radikaler albanischer Elemente im Rahmen der verfassungsfeindlichen terroristischen Organisation UÇK, die auf eine Abspaltung und den Anschluss Kosovos an Albanien hinarbeitete und den Konflikt erfolgreich internationalisierte.
Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien bildete Montenegro zusammen mit Serbien das sogenannte "Restjugoslawien". Auch zu Zeiten des ehemaligen Jugoslawien sah man beide Staaten eigentlich als gute Verbündete. Montenegro beteiligte sich im Rahmen der großserbischen Politik zu Kriegszeiten an vielen unrühmlichen Ereignissen, hat sich aber im Gegensatz zu Serbien von diesen Taten distanziert und international entschuldigt. Es ist auch eine gewisse historische Aufarbeitung sowie ein großes Interesse an der europäischen Integration bemerkbar.
Viele Montenegriner betrachten sich etwas differenzierter zur serbischen Mehrheit und betonen die mediterrane und gemäßigtere politische Einstellung der dortigen Bevölkerung. Ebenso sind gewisse kulturelle Unterschiede bemerkbar, obwohl Montenegriner oft als Serben angesehen werden. Neuerdings sehen sich viele Menschen jedoch ausschließlich als Montenegriner an. Insbesondere der derzeitige Präsident Montenegros, Milo Đukanović, setzte sich stark für eine Unabhängigkeit des Staates ein.
Montenegro bildete seit Februar 2003 einen Staatenbund mit Serbien. Viele Menschen fanden diesen Staatenbund nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens nicht zweckmäßig und aufgrund innerer Differenzen und unterschiedlicher Interessen nicht mehr zukunftsträchtig. Befürworter einer Loslösung argumentierten damit, dass Montenegro bereits ein eigenes Parlament besaß, eine eigene liberalere Wirtschaftspolitik verfolgte, eine andere Währung als Serbien hatte (den Euro) und eine ernsthaftere Europapolitik als Serbien betrieb.
Am 21. Mai 2006 gab es ein Referendum über die staatliche Unabhängigkeit Montenegros. Die Montenegriner sprachen sich mit einer Mehrheit von 55,5 % für die Loslösung von Serbien aus. Am 3. Juni 2006 erklärte das montenegrische Parlament Montenegro für unabhängig. Der Zerfall Jugoslawiens ist damit endgültig besiegelt, da auch der letzte verbleibende Staatenbund zerfiel. Serbien ist durch die Loslösung Montenegros zu einem Binnenstaat ohne Meereszugang geworden.
Kroatien und die EU-Mitgliedsstaaten haben am 12. Juni 2006 Montenegro anerkannt. Die kroatische Staatsführung ließ unter anderem die Hoffnung auf die Entwicklung guter Nachbarschaftsbeziehungen verlautbaren, mit dem Wunsch der freundschaftlichen Aufarbeitung der Rolle Montenegros in den Jugoslawienkriegen und in den Fragen der Restitution.
Außer den Serben gibt es in der Vojvodina 25 Minderheiten-Volksgruppen.
Laut dem Ausschusses für Beziehungen zwischen den Ethnien des dortigen Regionalparlaments wurden in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt 178 ethnisch motivierte Übergriffe registriert. Die meisten Übergriffe richteten sich demnach gegen Ungarn, die Kroaten lagen mit 19 Fällen an zweiter Stelle, gefolgt von Serben (15), Albanern (14) und Roma (12).
Die Vojvodina hatte zur Zeit des ehemaligen Jugoslawiens den Status einer autonomen Region innerhalb Serbiens. Nach Ausbruch des Krieges in Kroatien und Bosnien-Herzegowina wurde der Vojvodina dieser Status einige Zeit lang aberkannt. Mittlerweile wurde auf Druck Europas hin wieder eine gewisse Autonomie hergestellt.
Griechenland wehrte sich zunächst dagegen, "Makedonien" (wie die Teilrepublik zu Zeiten des ehemaligen Jugoslawien hieß) anzuerkennen, da es sich auch um eine historische Gegend der griechischen Geschichte handelt. Es wurde daher ein zwischenzeitlicher Kompromiss gefunden, dass der Nachfolgestaat als "Ehemalige Jugoslawische Republik" (Former Yugoslav Republic, FYR) Mazedonien anerkannt werde sollte. 2005 wurde Mazedonien ohne das Kürzel "FYR" von den USA anerkannt.
Über das Ausmaß an Entschädigungs- oder Reparationszahlungen gegenüber Kriegsopfern oder die Begleichung der Kriegsschäden wurde bisher nur wenig bis gar nicht gesprochen.
Kroatien | Kroatische Geschichte | Slowenien | Geschichte Sloweniens
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world