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Die Internationale Astronomische Union, abgekürzt IAU, ist eine 1919 gegründete weltweite Vereinigung der Astronomen mit Sitz in Paris. Ihr Ziel ist die Förderung der Astronomie durch internationale Zusammenarbeit. Sie ist neben anderen ähnlichen Organisationen für andere Wissenschaftszweige ein Mitglied des International Council of Scientific Unions (ICSU), das seinen Sitz in Paris hat. Mit dem Stand vom Mai 2006 sind in der IAU astronomische Gesellschaften und nationale Akademien von 62 Ländern und 8869 Einzelmitglieder zusammengeschlossen.

Organisatorisches


Die Organisation richtet seit 1922 alle drei Jahre und immer in einem anderen Land eine Generalversammlung aus. Auf ihr werden neue astronomische Entdeckungen diskutiert und nötige Kooperationen und Standardisierungen behandelt. So werden Fragen der Nomenklatur geklärt, wie die Namensgebung von Sternen, Planeten, Planetoiden und anderen Himmelskörpern sowie von Oberflächenmerkmalen, wie zum Beispiel von Bergen und Kratern. 1922 in Rom legte die IAU die heutige Anzahl von 88 Sternbildern fest. 1925 im englischen Cambridge erhielt der belgische Astronom Eugène Delporte von ihr den Auftrag, die genauen Grenzen der Sternbilder parallel zu Kreisen des Äquinoktiums von 1875 zu ziehen. 1928 in Leiden wurden diese Grenzen von ihr genehmigt.

Nr. Name der Kommission
4 Ephemeriden
5 Dokumentation und
astronomische Daten
6 Astronomische Telegramme
7 Himmelsmechanik und
dynamische Astronomie
8 Astrometrie
9 Astronomische Techniken
und Instrumente
10 Sonnenaktivität
12 Strahlung und Aufbau
der Sonnenatmoshäre
14 Atom- und Moleküldaten
15 Physikalisches Studium der
Kometen und kleinen Planeten
16 Physikalisches Studium der
Planeten und Satelliten
19 Erdrotation
20 Positionen und Bewegungen kleiner
Planeten, Kometen und Satelliten
21 Nachthimmelslicht
22 Meteore, Meteorite und
interplanetarer Staub
25 Sternfotometrie und -polarimetrie
26 Doppel- und Mehrfachsterne
27 Veränderliche Sterne
28 Galaxien
29 Sternspektren
30 Radialgeschwindigkeit
31 Zeit
33 Aufbau und Dynamik
des galaktischen Systems
34 Interstellare Materie
35 Sternaufbau
36 Theorie der Sternatmosphären
37 Sternhaufen und Assoziationen
40 Radioastronomie
41 Geschichte der Astronomie
42 Enge Doppelsterne
44 Weltraum und
Hochenergieastrophysik
45 Sternklassifikation
46 Astronomieausbildung
47 Kosmologie
49 Interplanetares Plasma
und Heliosphäre
50 Schutz der existierenden und
potentiellen Sternwartenstandorte
51 Bioastronomie:
Suche nach außerirdischem Leben

Etwa 37 Kommissionen der IAU sind für verschiedene Sachgebiete und für die Planung und Durchführung von Forschungsprogrammen auf übernationaler Ebene zuständig. Daneben gibt es auch noch verschiedene Arbeitsgruppen, wie die für die Nomenklatur planetarischer Systeme (WGPSN: Working Group for Planetary System Nomenclature).

Die IAU trägt die Schirmherrschaft über zahlreiche internationale astronomische Tagungen wie speziellen Symposien und Kolloquien sowie über das Kleinplaneten-Zentrum und das Zentralbüro für astronomische Telegramme am Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge, Massachusetts, das den zentralen Nachrichtendienst wahrnimmt. Darüber hinaus fördert die IAU auch die Astronomie in Entwicklungsländern.

Ihre nächste, 26. Generalversammlung tagt vom 14. bis 25. August 2006 in Prag, der Hauptstadt von Tschechien.

Historisches


Als Ur-Organisation der IAU kann die Kommission des Carte du Ciel-Projektes betrachtet werden, die ihr Interesse an der vermessung von Sternpositionen ab 1887 auf andere Gebiete der Astronomie ausdehnte.
Jahr und Ort der Generalversammlungen
1. 1922 Rom, Italien
2. 1925 Cambridge, England
3. 1928 Leiden, Niederlande
4. 1932 Cambridge, Massachusetts, USA
5. 1935 Paris, Frankreich
6. 1938 Stockholm, Schweden
7. 1948 Zürich, Schweiz
8. 1952 Rom, Italien
9. 1955 Dublin, Irland
10. 1958 Sowjetunion
11. 1961 Berkeley, Kalifornien, USA
12. 1964 Hamburg, Deutschland
13. 1967 Prag, Tschechoslowakei
14 1970 Brighton, England
15. 1973 Sydney, Australien
16. 1976 Grenoble, Frankreich
17. 1979 Montreal, Kanada
18. 1982 Patras, Griechenland
19. 1985 Neu-Delhi, Indien
20. 1988 Baltimore, Maryland, USA
21. 1991 Buenos Aires, Argentinien
22. 1994 Den Haag, Niederlande
23. 1997 Kyoto, Japan
24. 2000 Manchester, England
25. 2003 Sydney, Australien

Siehe auch


Literatur


  • Rolf Sauermost (Hrsg.): Lexikon der Astronomie. In 2 Bänden. Herder, Freiburg 1989f. ISBN 3-451-21632-9
  • Helmut Zimmermann, Alfred Weigert: ABC-Lexikon Astronomie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 81995. ISBN 3-86025-688-2
  • Jacqueline Mitton: Astronomie von A bis Z. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1995. ISBN 3-440-07007-7

Weblinks


  • http://www.iau.org/

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