International Business Machines (IBM) ist eines der ältesten IT- Unternehmen, welches anfangs mit Lochkartensortiermaschinen und später mit Großrechnern, z. B. der Serie 360, eine Markt beherrschende Stellung einnahm. Der Firmensitz befindet sich in Armonk bei North Castle im US-Bundesstaat New York.
IBM Selectric.jpg | Thomas J. Watson (1874–1956) wurde 1914 Chef der Computing-Tabulating-Recording Company, eine der Firmen, aus denen die IBM hervorging, und leitete die IBM bis 1955. Er prägte eine spezielle Firmenkultur mit einer starken Vertriebsorientierung. Großer Wert wurde auf unbedingte Loyalität der Mitarbeiter gelegt.
Im Jahr 1943 soll Watson folgenden denkwürdigen Satz gesagt haben: "I think there is a world market for maybe five computers." ("Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer."). Der Autor Kevin Maney hat versucht, den Ursprung dieses Zitats zu ergründen, konnte aber weder in den Reden Watsons noch in anderen Dokumenten einen Hinweis darauf finden.
In den fünfziger und frühen sechziger Jahren wurden erste Computer (701 und 1401) und die zugehörige Peripherie (Magnetplatten- und Trommelspeicher, Bandstationen), sowie Drucker entwickelt.
Im Jahr 1964 kam eine neue Großrechnergeneration, die S/360 auf den Markt. Die zugrunde liegende Architektur wurde bis heute evolutionär weiter entwickelt (S/370, S/390, zSeries, System z9). Parallel dazu wurde das Betriebssystem OS/360 über OS/VS1, MVS/370, MVS/XA, MVS/ESA und OS/390 zum aktuellen z/OS weiter entwickelt.
Das blaue Logo der Firma führte zu dem Spitznamen Big Blue oder auch Mother Blue.
IBM PC 5150.jpg, das Modell IBM 5150]] Im Jahr 1981 brachte IBM dann den ersten IBM-PC als Konkurrenten zu den ersten "personal computern" von Apple (Apple II) und Commodore auf den Markt. Die damals von IBM entwickelten Standards und Schnittstellen prägen noch immer die heutigen Computer. Daher spricht man auch von IBM-kompatibel, auch wenn IBMs Bedeutung im PC-Markt durch zahllose Nachbauten und Weiterentwicklungen anderer Firmen deutlich zurückgegangen ist. Dies wurde durch eine Fehleinschätzung des Marktes seitens IBM und der daraufhin erfolgten Freigabe von Schnittstellen- und Standardspezifikationen ermöglicht.
Aus der Arbeit in den Laboratorien (allein vier aus dem IBM-Forschungslabor Zürich in Rüschlikon) rund um die Welt gingen mehrere Physik-Nobelpreise hervor. Die Preisträger waren: Leo Esaki (1973, experimenteller Nachweis von Tunnelphänomenen in Halbleitern und Supraleitern), Gerd Binnig und Heinrich Rohrer (1986, für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops) sowie Johannes Georg Bednorz und Karl Alexander Müller (1987, für die Entdeckung der Hochtemperatursupraleiter). 2005 war IBM das dreizehnte Jahr in Folge das Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen weltweit.
1991 schrieb Don Eigler auf eine Ni (110) Oberfläche mit 35 Xenonatomen den Schriftzug "IBM" und somit die "kleinsten" Buchstaben.
Im Februar 2001 veröffentlichte der amerikanische Author Edwin Black das Buch IBM und der Holocaust. In diesem wirft er IBM vor, während des Dritten Reiches über seine Tochtergesellschaft DEHOMAG mit dem Hitlerregime zusammengearbeitet zu haben und so durch die Lieferungen der Hollerith-Rechner und der Lochkartentechnik den Holocaust logistisch möglich gemacht zu haben. Davor war IBM Deutschland GmbH bereits dem Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter beigetreten. Klagen der GIRCA (Gypsis International Recognition and Compensation Action) gegen IBM sind von Schweizer Gerichten wegen Nichtzuständigkeit (da Genf in den Jahren 1933 bis 1945 nicht Firmensitz der IBM gewesen sei) bzw. Verjährung abgewiesen worden.
Seit Ende der 1990er Jahre setzt sich IBM massiv für die Entwicklung der Open Source Projekte ein, so wurde Linux unter Beteiligung von IBM stark ausgebaut und zu einem Serversystem entwickelt, das auch für Unternehmensanwendung tauglich ist. Ein anderes Open-Source-Projekt, das von der IBM stark unterstützt wurde, war zum Beispiel das Eclipse Projekt. Diese Anstrengungen waren allerdings auch nicht immer ganz unproblematisch, so verklagte die Firma SCO Group seit 2003 die IBM wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung in den Codes, die IBM zu Linux beigetragen hat.
Als Reaktion auf veränderte Kundenbedürfnisse insbesondere bei Großrechnern wurde das Unternehmen seit den Neunzigerjahren radikal umgestaltet: Der Anteil an Beratung und Dienstleistungen wurde stark erhöht, organisatorisch zusammengefasst und zuletzt durch den Zukauf von PwC Consulting (ca. 30.000 Mitarbeiter weltweit) im Oktober 2002 inhaltlich und personell weiter ausgebaut.
Im Dezember 2004 entschied sich IBM zum Ausstieg aus dem Geschäft mit PCs und verkaufte die PC-Sparte zum 1. Mai 2005 für 1,75 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Computerhersteller Lenovo. Davor wurde bereits die Festplattensparte an Hitachi verkauft.
Im Jahr 2004 erreichte IBM mit weltweit 329.001 Mitarbeitern in 170 Ländern einen Umsatz von 96,293 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 8,448 Milliarden US-Dollar. IBM ist damit der weltweit größte Anbieter im Bereich Informationstechnik (Hardware, Software und Services).
Seit März 2002 ist Samuel J. Palmisano CEO von IBM. Sam Palmisano ist der Nachfolger von Louis Gerstner Jr. der von 1993 bis 2002 CEO war. Mit Louis Gerstner Jr. wurde der Posten des CEO erstmalig nicht durch einen eigenen Mitarbeiter besetzt.
IBM Thinkpad R51.jpg Mit Beratungsexperten in über 160 Ländern ist IBM Global Business Services die größte Unternehmensberatung der Welt.
IBM Systems and Technology Group
Die IBM STG ist für die Entwicklung und den Vertrieb von IT Infrastrukturlösungen mit den eServer Systemen, TotalStorage Speichersystemen und Drucksystemen verantwortlich. System i5 mit dem Betriebssystem i5OS wird als integriertes Rechnersystem häufig im Mittelstandsbereich eingesetzt. System p5 mit AIX ist das Unix-basierte System. xSeries mit Microsoft Windows sind die Intelsysteme der IBM. System z9 mit z/OS bzw. z/VM oder z/VSE sind die Mainframesysteme. Auf allen eServern stehen weiterhin unterschiedliche Linux Distributionen zur Verfügung. Zu den IBM Speicherlösungen gehören die Plattensubsysteme DS300/DS400 (Low-End), DS4000 (Midrange) DS6000 und DS8000 (High-End) sowie die Bandsysteme 3590, TS1120 oder VTS, optische Systeme und SAN Infrastrukturkomponenten.
Mit der Ankündigung der IBM Systems Agenda werden sukzessive die Produkte der Systems and Technology Group umbenannt. Vorreiter ist hier das Mainframe Flaggschiff IBM System z9. Weitere Produkte werden äquivalent umbenannt z.B. in IBM System Storage DS4000 etc.
IBM Software Group
Die IBM Software Group besteht aus den Marken
IBM Global Finance
Mit Geschäftstätigkeit in über 40 Ländern stellt Global Finance weltweit den größten IT Finanzdienstleister dar. Eines der Betätigungsfelder ist das Leasing-Geschäft für Software, Hardware und Services des Konzerns.
IBM Global Services
Mit einem Jahresumsatz von USD 46,2 Mrd. (2004) hat sich Global Services in den letzten Jahren als wichtiger Bestandteil des Unternehmens etabliert in dem zusätzlich weit mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ihr Tätigkeitsfeld finden. Neben dem Beratungszweig finden hauptsächlich in diesem Bericht die zahlreichen Service-Angebote ihr Zuhause. Ein Beispiel für mögliche Leistungen stellt der Bereich Strategic Outsourcing dar, der die teilweise oder komplette Übernahme von IT-Abteilungen anbietet.
Betätigungsfelder von Global Serivces sind im Einzelnen:
Nach den Restrukturierungsmaßnahmen 2005 sind im Jahr 2006 noch etwa 22.000 Menschen in Deutschland beschäftigt.
Heutige Tochtergesellschaften:
In den Dotcom-Boomjahren hatte IBM und ihre Tochterfirmen in vielen deutschen Städten Niederlassungen geöffnet. Nach 2000 jedoch wurden viele wieder geschlossen bzw. zusammengelegt.
Eines der ersten Outsourcing-Projekte der IBM in Deutschland war die Übernahme der EDV Abteilung von FAG Kugelfischer. Die daraus entstandene Niederlassung in Schweinfurt wurde 2005 von IBM geschlossen und die Arbeit ins Ausland verlagert. Die Art und Weise der Standortschließung hat viele IBM Mitarbeiter verunsichert. 2003 wurde das europäische Rechenzentrum der Deutschen Bank von IBM übernommen und die IBM Business Services GmbH gegründet, in der sämtliche Outsourcing-Bestrebungen der IBM zusammengefasst wurden. Dazu gehören unter anderem die ehemaligen Töchter DVO und IBB.
Bei den Großrechnern dominieren IBM-Betriebssysteme (z/OS) den Markt.
IBM kündigt im Februar 1999 zum ersten Mal offiziell an, Linux als Betriebssystemplattform zu unterstützen und gehörte schon bald zu dessen größten Förderern. 2000 investiert der Konzern etwa eine Milliarde US-Dollar in die Entwicklung des freien Betriebssystems. Unter anderem wurde eine Möglichkeit geschaffen, Linux auf z/Series - Rechnern zu betreiben, wahlweise direkt oder als Gastsystem unter dem Betriebssystem z/VM. Dadurch werden Serverkonsolidierungen auf dem Mainframe möglich. Die meisten Linux Distributionen sind heute auch für z/Series erhältlich.
Auf den Power Prozessor basierenden Workstations und Enterpriseservern (z.B. RS/6000 oder pSeries) von IBM läuft AIX, ein von IBM entwickeltes Unix-Derivat. IBM stellt für AIX eine Auswahl von meist durch Linux bekannte freie Software vorkompiliert bereit. Dazu gibt es auf den Webseiten von IBM die so genannte AIX Toolbox. Auch ein reines 64-bit Linux kann auf allen modernen pSeries Servern eingesetzt werden.
Weiterhin werden die POWER-CPUs in den i5-Servern verwendet, die neben dem IBM-eigenen Betriebssystem i5/OS auch Linux, AIX sowie über spezielle Steckkarten (IPCS; Integrated PC-Server) auch Windows als Betriebssystem in einer Maschine integriert ausführen können.
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