Der Begriff Warmzeit bezeichnet meist im geologischen Sinne einen Zeitraum zwischen zwei Kalt- bzw. Eiszeiten (im Sinne von Glazialen). Daneben wird er auch dem Begriff Eiszeit (im Sinne von Pleistozän) gegenübergestellt. Daher ist der Begriff Warmzeit genauso wie Eiszeit unscharf. Man spräche besser von Zwischenkaltzeit (Interglazial) und Kaltzeit (Glazial) sowie von Eiszeit (Pleistozän) und Warmzeit. Ein gutes Beispiel für eine ausgeprägte Warmzeit im letzteren Sinne ist das Tertiär, heute Paläogen. Dabei muss man beachten, dass die Warmzeit erdgeschichtlich den Normalzustand darstellt. Er macht etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte aus. Die Zeiten mit vereisten Polkappen, speziell die so genannten Eiszeiten, stellen die Ausnahme dar, so auch die Gegenwart bzw. das Holozän.
Die letzten großen Warmzeiten (im Sinne von Zwischenkaltzeit) waren die:
In der Quartärgeologie sind Warmzeiten ausschließlich die Zeiträume zwischen den Kaltzeiten. Man spricht hier auch von Zwischeneiszeiten.
Der Begriff "Warmzeit", sofern er auf z. B. das Tertiär oder auf andere geologische Perioden (z. B. die Kreide) angewendet wird, muss daher klar abgegrenzt sein gegen die Namensgebung für Klimaschwankungen mit erheblich geringerer Dauer. Solche sind die z. B. die Interglaziale. Auch in Interglazialen ist zwar die Mittetemperatur der Erde relativ erhöht, die Dauer und die Amplitude der wärmeren Mitteltemperaturen während eines Interglazials ist nun aber deutlich geringer als im Falle einer Warmzeit. Ein Interglazial, wie z. B. das Holstein- Interglazial oder das Holozän, in dem wir heute leben, hat eine durchschnittliche Dauer von nur ca. 20.000 Jahren und kann daher als mittelskalige Klimaschwankung betrachtet werden.
Da sich die Datenlage über fossile Klimaschwankungen immer weiter verbessert, je mehr man sich der Gegenwart nähert, lässt die zeitliche Auflösung der aus Tiefseesedimenten und Eisbohrkernen gewonnen Sauerstoffisotopenkurve des 18O noch weiter als in die mittelskaligen Klimaschwankungen zwischen Glazialen und Interglazialen unterteilen. Somit gelangt man dann zu geologisch betrachtet kleinskaligen Klimaschwankungen, den Interstadialen. Diese haben wiederum relativ erhöhte Mitteltemperaturen vorzuweisen, jedoch mit abermals geringerer Dauer und Amplitude der wärmeren Mitteltemperaturen. Ein Interstadial hat daher eine durchschnittliche Dauer von einigen hundert bis einigen tausend Jahren und ist somit eine vergleichsweise kleinskalige Klimaschwankung.
Analog zu dieser Hierarchie (Warmzeit --> großskalig, Interglazial --> mittelskalig, Interstadial --> kleinskalig) verhält es sich mit den Bezeichnungen Kaltzeit, Glazial und Stadial für die Zeiträume mit relativ erniedrigten Mitteltemperaturen der Erde.
Siehe auch: Klimageschichte
Glaziologie | Historische Geologie | Klimatologie | Zeitbegriff
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