Inter Mailand (offiziell Internazionale Football Club), kurz Inter, ist einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine Italiens. Der Verein trägt seine Heimspiele im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion – dem berühmten, 85.700 Zuschauer fassenden San Siro – aus. Inter teilt sich das Stadion mit dem Lokalrivalen und legendären Derby-Gegner AC Mailand. Die Clubfarben sind Gold, Schwarz und Blau. Der Spitzname des Vereins ist „nerazzurri“ (die Schwarz-Blauen). Derzeit wird die Mannschaft von Roberto Mancini trainiert. In der vergangenen Saison holten die Nerazzurri den Cup. Inter Mailand ist der Drittplatzierte der Serie A in der Saison 2004/2005. Damit mussten sie durch die CL-Qualifikation. In der Saison 2005/06 schied Inter gegen den spanischen Club FC Villarreal im CL-Viertelfinale aus.
Der Name „Internazionale“ (it. „International“)) wurde gewählt, um die Offenheit der Mannschaft, für Spieler aller Nationalitäten zu demonstrieren. Die Vereinsfarben waren schon damals das heute so bekannte Schwarz-Blau. Das erste Wappen (mit den Initialen FCIM) wurde während erwähnter Gründungssitzung auf einen Bierdeckel gezeichnet. Zum Präsidenten wurde Giovanni Paramithiotti, ein streng katholischer Venezianer gewählt. Ein weiteres Symbol für „Internazionale“ wurde das Wappen der ehemaligen Herrscherfamilie Mailands, der Visconti. Daher rührt auch der Grund, die Spieler als die „Biscioni“ (die Schlangen) zu bezeichnen. Während der AC Milan in der Frühzeit der Verein der Arbeiter war, wurde Inter zum Verein der Bürger, Künstler und Intellektuellen. Der erste Meistertitel konnte bereits 2 Jahre nach der Gründung des Vereins im Jahr 1910 gewonnen werden. Auch wenn dieser Titel, sowie der folgende 1920 nicht mit den späteren Titeln verglichen werden kann (siehe dazu auch Serie A).
Sein Spitzname lautete “Il Mago”, der Zauberer. Herrera baute eine disziplinierte und kämpferische Truppe auf, er war ein Meister der Übertreibung und befasste sich früher als Andere mit Sportpsychologie. Er begründete damit die Rolle des modernen Trainerberufs. Unter der Führung des „Sklaventreibers“ erlebten die Nerazzurri ihre Blütezeit. „La Grande Inter“ schaffte Mitte der 60er Jahre in vier Jahren dreimal den Einzug in ein Europapokalfinale, wovon zwei gewonnen wurden. Ab der Saison 1961/62 beendete Inter in den folgenden sechs Jahren die Meisterschaft nie schlechter als auf Platz. Harte Manndeckung, Vorstöße des Liberos Giacinto Facchetti, Konter durch Luis Suárez und Jair, und obendrein ein Stürmer wie Sandro Mazzola waren ein dauerhaftes Erfolgskonzept. „La Grande Inter“ gewann in der Saison 1962/63 den Scudetto und ein Jahr später mit einem 3:1-Endspielsieg über Real Madrid in Wien den ersten Europapokal der Landesmeister. Im selben Jahr beendete Inter die Meisterschaft als Vizemeister, dem vorangegangen war das bisher einzige Entscheidungsspiel um den Titel in der Serie A gegen den FC Bologna. Seinen größten Erfolg feierte der Verein in der Saison 1964/65, als Inter als erste italienische Mannschaft das Tripple aus Meisterschaft, Europapokal und Weltpokal gewann. Im Europapokal-Endspiel im San Siro wurde Benfica Lissabon mit 1:0 bezwungen. Im Anschluss verteidigte Inter gegen Indepediente aus Argentinien den Weltpokal, den es bereits im Vorjahr gewonnen hatte. Auch 1967 kam Inter ins Landesmeister-Finale, verlor da aber umstritten gegen Celtic Glasgow mit 1:2, aufgrund einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung. Ironischerweise endete ausgerechnet mit dem 10 Meistertitel, dem ersten Meisterstern und als erster Träger nach Juventus, die glorreiche Zeit des Grande Inter. In der Folgezeit wurden noch mehrere Titel gewonnen, doch an die erfolgreiche Zeit der 60er Jahre konnte der Verein, insbesondere auf europäischen Niveau, nicht mehr anknüpfen.
Am 21. August 1979 verstarb Giuseppe Meazza, das Mailänder San-Siro Stadion wurde daraufhin nach ihm benannt. Ein schöne Erinnerung für die Inter Anhänger ist die Saison 1979/80. Die Nerazzurri holten die Meisterschaft, während Stadtrivale Milan, zusammen mit Lazio Rom wegen Betruges und einem Wettskandal in die Serie B absteigen musste.
In den frühen 80ern spielten unter anderem Gabriele Oriali, Graziano Bini, Ivano Bordon und Giuseppe Baresi eine wichtige Rolle bei Inter. Sowohl 1977/78 als auch 1981/82 gewann Inter die Coppa Italia. Im Frühjahr 1989 konnte Inter unter der Trainerlegende Giovanni Trapattoni zum letzten mal bis heute die Meisterschaft gewinnen. Von Anfang an war bestand wenig Zweifel, dass Inter Meister werden würde. Inter holte 58 von 68 möglichen Punkten. Im selben Jahr holte Inter außerdem durch einen 2:0 Erfolg über Sampdoria Genua auch noch den Italienischen Supercup. In dieser Zeit, nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 spielten deutsche Fußballer eine große Rolle bei Inter. So halfen Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann mit, 26 Jahre nach dem letzten internationalen Titel des Vereins, im Mai 1991 gegen den AS Roma den UEFA-Pokal zu gewinnen. Drei Jahre später konnten ebenfalls beide Endspiele im UEFA-Pokal gegen Austria Salzburg nach Toren von Nicola Berti und Vim Jonk jeweils mit 1:0 gewonnen werden. Schlüsselspieler der frühen 90er waren der Torwart Walter Zenga sowie der Verteidiger Giuseppe Bergomi, der mit 756 Einsätzen den aktuellen Vereinsrekord hält.
1995 wurde Massimo Moratti, Sohn von Angelo Moratti, Interpräsident. Doch obwohl die Moratti-Familie kräftig in Spieler wie Ronaldo und Christian Vieri investierte, konnte Inter in der Liga seitdem nicht mehr vollends überzeugen. Bisher folgte unter Moratti Junior lediglich ein Erfolg im UEFA Pokal 1998. Gründe dafür waren wohl häufige Trainerwechsel und eine zum Teil falsche Transferpolitik, oder die Dauerverletzung(en) von Weltstar Ronaldo. Außerdem ist die Titelentscheidung in den letzten Runden der Saison 1997/1998 zugunsten von Juventus aufgrund einiger Schiedsrichterfehlentscheidungen viel umstritten.
Im Jahre 2005 und im Jahre 2006 konnte Inter die Coppa d'Italia (ital. Pokal) zweimal hintereinander gewinnen.
1999 beendete „Zio“ Giuseppe Bergomi, welcher sein ganzes Leben für Inter spielte, seine Karriere. Die Kapitäns-Binde übernahm Javier Zanetti. Tragisch ebenfalls die erneute schwere Verletzung von Stürmerstar Ronaldo am 12. April 2000 direkt beim Comeback im italienischen Pokalfinale. Während viele Ronaldos Karriere schon am Ende sah, hielt Inter weiter am „Phänomen“ fest und sollte recht behalten. Spätestens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 bewieß Ronaldo eindrucksvoll, dass mit ihm noch immer zu rechnen sei und wurde Weltmeister und Torschützenkönig, wechselte jedoch daraufhin zu Real Madrid.
Inter verlor 2002 den schon fast sicher geglaubten Titel erneut am letzten Spieltag, durch ein bitteres 2:4 gegen Lazio Rom. In der darauffolgenden Saison 2002/2003 wurde Inter nur ganz knapp im Halbfinale der Champions League vom AC Mailand mit zwei Unentschieden aus dem Wettbewerb geworfen. In der Saison 2004/2005 erhielt Inter Mailand eine Geldstrafe von 300.000 SFR wegen Fanausschreitungen im Viertelfinale der Champions League und musste die folgenden vier Spiele in der Champions League unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen, zwei weitere auf Bewährung, falls es bis 2008 erneut Krawalle gibt.
Im Juni 2005 nimmt der Club eine Herausforderung durch die mexikanische Rebellenorganisation EZLN zu einem Fußballmatch gegen eine Auswahl der Rebellen an. Inter Mailand hatte in der Region Chiapas bereits medizinische Projekte der Rebellen finanziell unterstützt.
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