Eine Intensivstation (gebräuchliche Abkürzungen: ITS, IPS von Intensivpflegestation, ICU von Intensiv Care Unit oder einfach Intensiv) ist eine Station im Krankenhaus, auf der Patienten mit schweren bis lebensbedrohlichen Krankheiten intensivmedizinisch behandelt werden.
Viele Krankenhäuser in Deutschland haben inzwischen eine Unterteilung der Patienten nach Schweregraden ihrer Erkrankung vorgenommen und Stationen eingerichtet, die in ihrer personellen wie technischen Ausstattung zwischen Intensiv- und Normalstation liegen. Solche Stationen werden oft als IC von Intermediate Care bezeichnet.
Für die pflegerische Arbeit auf Intensivstationen sind besondere Kenntnisse bei der Bedienung und Funktion von Geräten, bei der Assistenz und teilweise Übernahme ärztlicher Tätigkeiten und Fachwissen über spezielle Krankheitsbilder notwendig. Pflegekräfte können die Zusatzqualifikation "Fachkrankenschwester/ -pfleger für Anästhesie- und Intensivmedizin" bzw. "Fachkrankenschwester/ -pfleger für Intensivpflege" erwerben.
Die ärztliche Tätigkeit umfasst neben Notfallkompetenz auch die Fähigkeit verschiedene Katheter wie Zentraler Venenkatheter oder Swan-Ganz-Katheter beim Patienten zu legen und die Beatmung zu steuern. Zwar werden weniger Patienten betreut, als auf Normalstation, dafür müssen die Körperfunktionen wesentlich umfassender beobachtet und reguliert werden.
Eine unvollständige Aufzählung von Krankheitsbildern, die eine solche Überwachung erforderlich machen sind Herzinfarkt oder schwere Herzrhythmusstörungen, eine Lungenembolie, schwere Asthmaanfälle, Pankreatitis, Gastrointestinale Blutung und Sepsis. Auch die engmaschige Überwachung und medikamentöse Steuerung der Urinausscheidung bei Nierenversagen indizieren einen Intensivaufenthalt. Schwere Verletzungen wie Polytrauma oder Überwachung nach Operationen bedürfen ebenso der intensiven Betreuung wie Patienten mit schwerem Lungenödem und starker Lungenentzündung. Auch delirante Menschen und solche mit anderen schweren neurologischen Ausfallserscheinungen müssen wegen der notwendigen personellen Überwachung häufig dort versorgt werden. In vielen Kliniken werden bestimmte Therapien (z.B. Kardioversion, Lysetherapie) zur Sicherheit der Patienten nur auf der Intensivstation durchgeführt; auch dies kann der Grund für eine Verlegung von anderen Stationen sein.
Alle Patienten die auf Grund ihrer Krankheitszeichen eine künstliche Beatmung nötig haben, wie beispielsweise Menschen nach Herz-Lungen-Wiederbelebung, werden auf Intensivstation betreut, da nur hier die Maßnahme Beatmung durchgeführt werden kann.
Der Zugang zu einer Intensivstation erfolgt üblicherweise durch eine sogenannte Schleuse, um die Einfuhr krankheitserregender Keime möglichst gering zu halten. Für die aufwändigen Überwachungs- und Behandlungsverfahren werden pro Patient beispielsweise 20-25 m² Grundfläche, 16-20 Steckdosen und mindestens zwei Sauerstoffanschlüsse für notwendig gehalten. Zur kontinuierlichen Kontrolle von EKG, Blutdruck, Körpertemperatur und oftmals noch sehr viel mehr Vitalparametern sind an jedem Behandlungsplatz Monitore angebracht, deren Signale zusätzlich meist in eine Überwachungszentrale geleitet und auch von dort beobachtet und ausgewertet werden können. Viele der in der Intensivmedizin verwandten Medikamente müssen über elektronisch gesteuerte Medikamentenpumpen (Infusomaten) direkt intravenös verabreicht werden, so dass oft vier bis zehn derartige Infusionspumpen neben dem Patientenbett aufgestellt sind. Daneben werden viele Menschen künstlich beatmet, weshalb oft auch Beatmungsgeräte bereit stehen. Manche Patienten benötigen auch die Dialyse; sämtliche Gerätschaften müssen in unmittelbarer Patientennähe aufgestellt werden können.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Intensivstation".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world