article

Ein Instrumentalstück ist ein Musikstück ohne Gesang, bei dessen musikalischer Darbietung die Melodie des Liedes und die Ton- und Klangeffekte der Instrumente im Vordergrund stehen. Vereinzelt werden in Instrumentalstücken auch vokale Laute (z.B. Pfeifen oder Summen) eingesetzt. Das Instrumentalstück ist nicht zu verwechseln mit einer Instrumentalversion, welche die instrumentale Darbietung eines in der Originalversion mit Text gesungenen Liedes beschreibt.

Das Instrumentalstück wird der Instrumentalmusik zugeordnet, in bestimmten Fällen auch der elektronischen oder der Popmusik.

Das musikalische Gegenstück zum Instrumentalstück wird a cappella bezeichnet.

Allgemeines


Sowohl in der Klassischen Musik als auch in der Kirchenmusik, aber auch in der Marschmusik und weiteren Musikrichtungen gibt es eine Vielzahl bekannter Instrumentalstücke.

Eines der bekanntesten Stücke ist Für Elise, das 1810 von Ludwig van Beethoven komponiert wurde. Ebenfalls sehr bekannt ist der erste Satz der Serenade Eine kleine Nachtmusik (Originaltitel: Serenade für Streicher in G-Dur, Köchelverzeichnis KV 525), die Wolfgang Amadeus Mozart 1787 komponierte. Ebenso bekannt und sehr populär ist der so genannte Flohwalzer – ein einfaches Klavierstück, das sogar viele Menschen auf dem Klavier spielen können, obwohl sie nie das Klavierspielen gelernt haben.

Eine wichtige Rolle für die Instrumentierung spielen Satz und Arrangement. In der Barockmusik wurden beispielsweise viele Stücke für Orgel und Trompete komponiert.

Instrumentalstücke mit hohem Schwierigkeitsgrad und kleinen Notenwerten nennt man auch Perpetuum Mobile.

Viele Hymnen, Titelmelodien, Filmmusikstücke, „Erkennungsmelodien“ und Stücke der Muzak („Fahrstuhlmusik“) können auch als Instrumentalstücke bezeichnet werden.

In einigen Instrumentalstücken gibt es manchmal einen kurzen Sprechgesang oder eine kurze Textzeile, wie beispielsweise in dem Song One Of These Days von der britischen Rockband Pink Floyd. Solche Lieder werden manchmal auch als „unechte Instrumentalstücke“ bezeichnet.

Instrumentalstücke ab der Postmoderne


Mit Beginn der 60er-Jahre wurde immer häufiger „moderne“ Instrumentalmusik veröffentlicht, so dass ab Mitte der 70er-Jahre in den Schallplattengeschäften häufig eine eigene Rubrik Instrumental zu finden war. Hier wurde überwiegend instrumentale Musik aus dem Bereich Easy Listening geführt. Sowohl „echte“ Instrumentalstücke als auch Instrumentalversionen wurden hier zusammen angeboten.

Die bekanntesten Beispiele in dieser Rubrik waren die Orchester Bert Kaempfert, Paul Kuhn, James Last und Max Greger sowie diverse Solisten wie Klaus Wunderlich, Franz Lambert, Ricky King und Richard Clayderman.

Einige Künstler wie Jean-Michel Jarre spielen ausschließlich eigens komponierte Instrumentalstücke. Aber auch viele Solo-Künstler und Musikgruppen veröffentlichen auf ihren Alben regelmäßig Instrumentalstücke oder Songs mit instrumentalen Intros oder sehr langen instrumentalen Passagen. Letztere werden aber nicht als Instrumentalstücke bezeichnet.

Einige Bands aus dem Musikgenre Rock ’n’ Roll spielen fast ausschließlich Instrumentalstücke und werden daher dem Instrumental-Rock ’n’ Roll zugeordnet.

Bekannte Instrumentalstücke


Beispiele bekannter Instrumentalstücke und bekannter Instrumentalkünstler:
Der Song war u.a. Erkennungsmelodie der TV-Show Na sowas! mit Thomas Gottschalk im ZDF.
  • Sri Chinmoy: Meditationsmusik und verschiedene spirituelle Lieder
Der indische Guru Sri Chinmoy spielt nach eigenen Angaben über 20 Instrumente und hat bis heute über 1.000 spirituelle Lieder und über 17.000 Songs insgesamt komponiert. Unter seinem Namen gibt es in den USA eine eigene Radiostation.
Die Sonate platzierte sich mit mehreren Unterbrechungen von 1977 bis 1979 insgesamt 36 Wochen in den deutschen Charts und erreichte als höchste Platzierung den 6. Platz.
Phil Collins war bestrebt, jeden Song mit einem unverwechselbaren instrumentalen Intro zu beginnen. Eine hohe Bekanntheit erreichten beispielsweise die instrumentalen Intros der gesungenen Songs In The Air Tonight, I Cannot Believe It´s True oder It Don´t Matter To Me.
Der Song platzierte sich insgesamt 51 Wochen in den deutschen Verkaufscharts – davon 21 Wochen unter den „Top 10“ und 8 Wochen auf Platz 1. Dance Little Bird war 1981 die meistverkaufte Single in Deutschland. Im gleichen Jahr erschien unter dem Titel „Ja, wenn wir alle Englein wären“ auch eine gesungene Parodie vom Entertainer Frank Zander alias „Fred Sonnenschein und seine Freunde“.
Der Song war die Titelmelodie aus dem Spielfilm Beverly Hills Cop mit Eddie Murphy und erreichte 1985 Platz 2 der deutschen Single-Charts. Der Song wurde bereits mehrfach als Coverversion veröffentlicht. 2005 wurde der Song von einem Produzententeam mit dem Klingelton Crazy Frog zu dem Song Crazy Frock – Axel F. kombiniert und veröffentlicht. Der Song belegte in vielen Ländern vorderste Plätze in den Charts (siehe auch: Crazy Frog).
Der Song wurde vor allem durch die TV-Serie Miami Vice bekannt. Er konnte sich 10 Wochen in den deutschen „Top 10“ platzieren und erreichte als höchste Chart-Platzierung Platz 4.
  • Jean-Michel Jarre: Oxygene II (1976), Oxygene IV (1976), Equinoxe Part V (1978), Magnetic Fields Part II (1981), Orient Express (1982) und weitere
Jean-Michel Jarre hat u.a. die Alben Oxygène, Equinoxe und Magnetic Fields als instrumentale Konzeptalben veröffentlicht.
Der Song gilt als der erste auf einem Synthesizer komponierte Instrumental-Hit. Der Song wurde bereits mehrfach als erfolgreiche Coverversion veröffentlicht. U.a. 1972 von Hot Butter (Platz 1 in den deutschen Charts), von den Pop-Corn Makers (Platz 7) und von Anarchic System (Platz 13) sowie 2005 von Crazy Frog (Platz 35).
  • Kitaro: Morning Prayer, Sacred Journey II, Silk Road und weitere
Kitaro gilt als einer der bedeutendsten Musikkünstler Japans. Sein persönlich größter Erfolg war der Gewinn des Grammy 2001 in der Kategorie "New Age" für sein Album Thinking of You.
Das melodische Trance-Stück Children schaffte es bis auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Auch die nachfolgende Single Fable aus dem gleichen Album Dreamland wurde zu einem Erfolg.
  • Glenn Miller: Moonlight Serenade, In The Mood, Chattanooga-Choo-Choo (Komponist: Harry Warren) und weitere (1938 - 1944)
Viele seiner Stücke sind in Filmen wie z.B. 1941 in Sun Valley Serenade oder 1988 in Big mit Tom Hanks zu hören. Zu vielen Melodien von Glenn Miller wurden von verschiedenen Künstlern nachträglich Songtexte entwickelt. So basiert z.B. das Lied Sonderzug nach Pankow vom deutschen Rocksänger Udo Lindenberg auf dem ursprünglichen Instrumentalstück Chattanooga-Choo-Choo. In späterer Zeit wurden die Melodien auch in Werbespots verwendet.
  • Mike Oldfield: u.a. Sailor's Hornpipe (1973), Portsmouth (1976), In Dulci Jubilo (1976), Blue Peter (1979), Arrival (1980), Wonderful Land (1980) und weitere
Der Song Arrival ist eine Coverversion vom gleichnamigen ABBA-Song und Wonderful Land ist eine Coverversion vom gleichnamigen Song der Instrumental-Rockband The Shadows. – Ein weiteres musikalisches Projekt mit Instrumentalmusik ist sein Debütalbum Tubular Bells (1973), aus dem auch die Titelmusik für den Film Der Exorzist stammt.
Der Song belegte u.a. Platz 3 in den deutschen Charts.
Die Berliner Elektronik-Pioniere komponierten eine Vielzahl von Instrumentalkompositionen sowie einige Soundtracks zu Spielfilmen oder Dokumentationen. Die Titelmelodie Das Mädchen auf der Treppe aus der gleichnamigen Tatort-Folge kam als Single in die Top 20 der deutschen Charts.
  • The Alan Parsons Project: I Robot (1977), Lucifer (1979), The Gold Bag (1980), Mammagamma (1981), Pipeline (1983) und weitere
Das englische Rock-Projekt hatte es sich schon quasi zur Pflicht gemacht, dass auf jedem Album mindestens ein Instrumentalstück eingespielt wird. Einige dieser Songs wurden später u.a auf dem Album The Instrumental Works gesammelt veröffentlicht. – Der Song Lucifer ist die Titelmelodie des politischen Fernsehmagazins Monitor.
The Shadows waren eine britische Instrumental-Rockband, die fast 50 Jahre lang aktiv war und ihre größten Erfolge Anfang der 60er-Jahre hatte, als sie u.a. mit 5 Songs Platz 1 der britischen Charts erreichten. In den ersten Jahren waren sie auch die Begleitband von Cliff Richard.
Der Song ist ein „unechtes Instrumentalstück“, da er mit einem kurzen Lachen und Sprechgesang beginnt („Ha, ha, ha, ha, ha – wipe out!“). Wipe Out wurde zuerst auf der B-Seite der Single Surfer Joe veröffentlicht und erreichte später u.a. Platz 2 in den US-Charts und Platz 5 in den UK-Charts. – Der Song ist auch in dem Spielfilm Dirty Dancing in der Szene zu hören, als Frances „Baby“ Houseman einige Tanzschritte auf einer kleinen Hängebrücke übt.
Der Song belegte 13 Wochen lang Platz 1 der deutschen Charts (27. Januar - 20. April 1992) und ist damit einer der kommerziell erfolgreichsten Instrumentalstücke in Deutschland. Das Boot (1992) ist eine instrumentale Coverversion. Das Original wurde 1981 von Klaus Doldinger für den gleichnamigen Film Das Boot komponiert.
  • Vangelis: Pulstar (1976), Chariots of Fire (1981) und viele andere
Vangelis hat sehr viele Songs und Filmmusiktitel als Instrumentalstücke komponiert. Das Stück Pulstar wurde 1983 von Hypnosis gecovert und platzierte sich 15 Wochen in den deutschen Charts bis hinauf auf Platz 10. Der in Deutschland bislang kommerziell erfolgreichste Vangelis-Song Conquest Of Paradise aus dem Film 1492 – Die Eroberung des Paradieses, der 11 Wochen lang auf dem ersten Platz der deutschen Charts war, ist allerdings kein „reines“ Instrumentalstück, da Chorstimmen die Strophen singen.

Spielfilme, Fernsehsendungen und Fernsehserien mit bekannter instrumentaler Titelmusik


Spielfilme

Beispiele für Spielfilme mit instrumentaler Titelmusik (Titelmelodie), die über den Spielfilm hinaus Bekanntheit erlangten und eine hohe Wiedererkennung haben:

Marvin Hamlisch erhielt für die adaptierte Version 1973 den Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik (Adaption)“.
Ebenfalls sehr bekannt ist das Titellied der späteren deutschen Zeichentrickserie Paulchen Panther mit dem gesungenen Text „Wer hat an der Uhr gedreht?...“ von Fred Strittmatter und Quirin Amper jr.
Die Titelmusik wurde viele Jahre auch in Werbespots der Zigarettenmarke Marlboro eingesetzt.
Maurice Jarre erhielt für die Filmmusik 1965 einen Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“. – In einem Sketch mit dem deutschen Schauspieler Dieter Hallervorden sucht dieser die Titelmelodie aus dem Film („schnieff, schnieff, schnie-schneuff“) und verursacht dadurch ein Verkehrschaos.
In einem Wahlwerbespot der SPD mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Bundestagswahl 2002 wurde eine modifizierte Version der Titelmusik eingesetzt.
Der Komponist John Williams erhielt für die Filmmusik 1982 einen Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“. Der Film erhielt insgesamt 4 Oscars.
  • Indiana Jones, (Abenteuerfilmreihe ab 1981): The Raiders March, Komponist: John Williams
Die Titelmusik basiert melodisch auf einem Marsch des französischen Heeres (Armée de Terre). John Williams wurde 1982 für einen Oscar nominiert und erhielt einen Grammy.
Für die Bond-Filme wurden zahlreiche Songs auch von anderen Komponisten produziert. Zu den späteren Bond-Filmen gab es stets einen „offiziellen Titelsong“, der von namhaften und populären Künstlern gesungen wurde. (Siehe hierzu auch James Bond-Musik)
Den Titelsong für den Soundtrack zum Film nahmen die Musiker Adam Clayton und Larry Mullen von der irischen Rock-Band U2 auf.
Für den ersten Kinofilm Der Film komponierte Jerry Goldsmith eine weiteres Titelstück, das 1979 für den Oscar nominiert wurde.
Bei einer Abstimmung der Fußballfans des FC Bayern München wurde die Star Wars-Titelmelodie zur Einmarschmusik gewählt, die seitdem bei jedem Einzug der Fußball-Mannschaft bei den Heimspielen in der Allianz-Arena gespielt wird.
  • Superman, (Actionfilmserie ab 1978): Komponist: John Williams
Die Filmmusik wurde für einen Oscar nominiert.
Nach den ersten erfolgreichen Verfilmungen der Romane von Karl May wurde die so benannte Old Shatterhand-Melodie auf Single veröffentlicht und mehr als 100.000 mal in Deutschland verkauft.

Fernsehsendungen

Beispiele für Fernsehsendungen mit instrumentaler Titelmusik bzw. Erkennungsmelodien, die über die Sendung hinaus Bekanntheit erlangten und eine hohe Wiedererkennung haben:

1996 produzierte Stefan Raab anlässlich des 25. Geburtstag der Sendung unter dem Titel Hier kommt die Maus einen Hip-Hop-Remix der bekannten Titelmelodie, der bis auf Platz 2 der deutschen Charts aufstieg.
  • Herzblatt (Single- und Flirt-Show der ARD ab 1987): Komponist: (?)
  • Tagesschau, (Nachrichtensendung der ARD ab 1952): Komponist(en): (?)
Seit 1997 läuft bereits die siebte Version der Titelmelodie.
Die Titelmelodie der Sendung wurde bereits mehrfach musikalisch modifiziert.

Fernsehserien

Beispiele für Fernsehserien mit instrumentaler Titelmusik (Titelmelodie), die über die Serie hinaus Bekanntheit erlangten und eine hohe Wiedererkennung haben:

Die Serie mit Richard Chamberlain in der Hauptrolle wurde erstmals im Oktober 1985 im ZDF gezeigt und war einer der „TV-Hits des Jahres“:
Ron Grainer komponierte die ebenso bekannte Titelmusik für die englische Original-Version der Fernsehserie.
  • Lassie, (amerikanische Fernsehserie ab 1954): Komponisten der Titelmelodien: Nathan Scott, Les Baxter, William Lava. In Deutschland erhielt die Serie eine weitere neue Titelmelodie von Fred Strittmatter und Quirin Amper jr.
Die deutsche Erstausstrahlung der TV-Serie war am 21. Juni 1958 in der ARD.
Jan Hammer erhielt 1986 in den Kategorien „Best Instrumental Composition“ und „Best Pop Instrumental Performance“ für das Miami-Vice-Theme jeweils einen Grammy Award. (Weitere Informationen zu der vielfältigen Musik dieser TV-Serie stehen im Hauptartikel Miami Vice.)
Besonders bekannt ist der Teil der Titelmusik, der immer zusätzlich eingespielt wird, wenn Pan Tau mit seiner rechten Hand die geheimnisvolle Zauberbewegung an seiner schwarzen Melone ausführt.
Mit weltweit über 50 Lizenznehmern ist die Serie die bislang am häufigsten exportierte deutsche Fernsehproduktion – (vor Derrick).
Die Titelmusik ist ursprünglich aus der amerikanischen TV-Serie Dragnet (dt. Titel: „Polizeibericht“). Die sehr bekannte instrumentale Fanfare „Taa-Ta-Tamm-Tamm-Ta“ zu Beginn stammt vom Hollywood-Komponisten Miklos Rozsa (u.a. Ben Hur) und wurde ursprünglich für den Film The Killers komponiert. – Später wurde in der Kindersendung Sesamstraße bei den Geschichten des Detektives Sherlock Humbug stets eine Adaption dieser Fanfare eingespielt.

Siehe auch


  • Kapitel „Rock ’n’ Roll – Instrumental“ *
  • Umfangreiche Liste mit Rock-Instrumentalstücken *

Weblinks


Musikglossar

Instrumental

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Instrumentalstück".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld