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Inselverzwergung ist ein biologisches Phänomen, bei dem die Körpergröße von Tierarten, die auf einer Insel leben, ohne menschliche Eingriffe über Generationen hinweg deutlich abnimmt.

Beispiele für Inselverzwergung sind unter anderem:

Der Insel-Graufuchs hat sich aus dem Graufuchs entwickelt, nachdem Exemplare dieser Art auf die nördlichen drei Kanalinseln gelangten. Heute ist diese Art der Echten Füchse mit einer Körpergröße, die in etwa der einer Hauskatze entspricht, deutlich kleiner als die Stammform. Das Spitzbergen-Ren (Rangifer tarandus platyrhynchus) ist nur 65 cm hoch, während Rentiere auf dem Festland eine durchschnittliche Schulterhöhe von ca. 110 cm haben.

Fossil wurde das Phänomen bei dem 2006 beschriebenen sauropoden Dinosaurier Europasaurus nachgewiesen, der während des späten Juras eine Insel im heutigen Norddeutschland bewohnte. Während nahe verwandte Formen auf dem Festland bis zu 40 Meter Länge und ein Gewicht von 50 bis 80 Tonnen erreichen konnten, war Europasaurus bereits bei etwa 6,20 Metern Länge und einer Tonne Gewicht ausgewachsen.

Die Tendenz zur Inselverzwergung lässt sich außerdem bei Waschbären, bei Kaninchen, bei Schweinen und Rotwild feststellen. Auch Schlangen neigen mit ein paar Ausnahmen zur Inselverzwergung. Kleine Nagetiere auf Inseln neigen dagegen zum Gigantismus; d.h. Inselformen der Tierordnung neigen dazu, deutlich größere Körperformen als auf dem Festland zu entwickeln. Die Neigung zu Riesenwuchs bei Inselformen lassen sich auch bei Leguanen, Geckos, Skinks, Kanareneidechsen und Warane wie beispielsweise dem Komodowaran beobachten.

Die wichtigsten Forschungsarbeiten zur Inselverzwergung stammen von dem Biologen J. Bristol Foster, der sich allerdings nur mit Säugetieren befasste. Für ihn ist die Anpassungsmechanismen bei Übervölkerung der ausschlaggebende Faktor, ob eine Tierart zur Verzwergung oder zum Gigantismus neigt.

Weblinks


Ökologie | Evolution

Insular dwarfism | Enanismo isleño | Évolution insulaire | 섬의 왜소 발육화

 

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