Als inselkeltische Sprachen werden in der Sprachwissenschaft sämtliche Sprachen zusammengefasst, die auf eine oder mehrere ursprünglich auf den britischen Inseln gesprochene keltische Sprachen zurückgehen.
Diese Sprachgruppe wird in zwei Untergruppen eingeteilt:
Die Bezeichnungen Nord- und Südbritannisch bzw. West- und Ost-Goidelisch werden selten verwendet. Ob das Piktische und das Shelta ebenfalls zu den inselkeltischen Sprachen gehören, ist strittig. Das Piktische ist zu schwach belegt, um genau klassifiziert zu werden (einige Punkte sprechen für eine Zugehörigkeit zum Britannischen), und Shelta ist eine Sprache mit Elementen diverser Herkunft.
Um die Zeitenwende wurden höchstwahrscheinlich auf dem gesamten Gebiet der britischen Inseln inselkeltische Sprachen gesprochen (sofern das Piktische dazuzählt). Heute sind alle noch gesprochenen inselkeltischen Sprachen vom Aussterben bedroht und existieren als Mutter- oder Erstsprache nur noch in Randgebieten.
Gemeinsam ist allen inselkeltischen Sprachen die Satzstellung VSO (Verb-Subjekt-Objekt), wobei im Bretonischen und im Spätkornischen sehr häufig andere Satzglieder vorn stehen. Außerdem weisen alle diese Sprachen Anfangsmutationen auf, ein sprachliches Merkmal, das in den festlandkeltischen Sprachen kaum oder nicht systematisch auftritt. Weitere typologische Charakteristika des Inselkeltischen sind die Existenz konjugierter Präpositionen, was für indogermanische Sprachen ansonsten untypisch ist, und das Vigesimalsystem.
Die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Hauptgruppen:
| Irisch | Schottisch-Gälisch | Manx | Walisisch | Kornisch | Bretonisch | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ich lerne ("bin ich am Lernen") | tá mé ag foghlaim | tha mi ag ionnsachadh | ta mee ynsaghey | (ry)dw i'n dysgu | yth esof vy ow tysky | me zo o teskiñ (ich bin am Lernen) – SVO |
| Kopf, (auch "Ende") | ceann mit palatalem Anlaut /k´/ | ceann wie Irisch | kione mit /j/-Einschub aus Palatalisierung | pen (/kw/ > /p/) | mkorn.pen(n) (*), spätkorn. pedn wie Walisisch | penn wie Walisisch |
| zu mir, für mich | dom (Standard), auch domh, dhom, dhomh (Präp. do + Suffix) | dhomh (Präp. do + Suffix) | dou (Präp. do + Suffix) | i mi/fi** (Präp. i "zu" + Pers.pron. "ich") | dhym** (Präp. dhe + Suffix) | din (Präp. da + Suffix) |
(*) Anm.: Für das Neokornische sind drei unterschiedliche Orthographien in Gebrauch. Kemmyn schreibt
(**) Anm.: Im Walisischen und Spätkornischen ist eine Entwicklung in Richtung eines analytischen Systems nach Vorbild des Englischen festzustellen: spätkorn.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Inselkeltische Sprachen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world