Ein Inoffizieller Mitarbeiter (kurz IM, oft auch als Informeller Mitarbeiter bezeichnet) war in der DDR eine Person, die verdeckt Informationen an das Ministerium für Staatssicherheit (MfS oder „Stasi“) lieferte, ohne formal für diese Behörde zu arbeiten. Der allgemeine Sprachgebrauch, der diese Bezeichnung auf Mitarbeiter des einschlägigen DDR-Ministeriums beschränkt, täuscht hier darüber hinweg, dass es sich bei Inoffiziellen Mitarbeitern um eine „Beschäftigungsform“ handelt, auf die sämtliche Geheimdienste zurückgreifen, beispielsweise auch das Bundesamt für Verfassungsschutz.
Mit der Öffnung der Archive des MfS im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung gelangten die Berichte und die Identität zahlreicher IM ans Tageslicht, was zur Aufklärung etlicher menschlicher Tragödien führte.
Das MfS beschäftigte weit über 100.000 IM in allen Bevölkerungsgruppen der DDR. Das Netzwerk der Inoffiziellen Mitarbeiter war ein tragendes Element des Überwachungssystems der DDR, da so auch eine Überwachung von Personenkreisen möglich war, zu denen offen als solche zu erkennende Stasi-Mitarbeiter keinen Zugang gehabt hätten.
Von 1950 bis 1990 arbeiteten jedoch auch 20 000 bis 30 000 Bundesbürger als inoffizielle Mitarbeiter der StaSi. Von diesen waren viele ehemalige Bürger der DDR, die im Auftrag der StaSi in die BRD übersiedelten. Der Großteil dieser IMs war jedoch in der Bundesrepublik geboren und arbeitete aus Sympathie mit der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Band 2: Deutsche Geschichte vom Dritten Reich bis zur Wiedervereinigung. München 2000, S. 324
Als IMB wurden auch Bürger geworben, die interessante Beziehungen zu Personen im NSW hatten. Das konnten Mitarbeiter von Vereinen und Organisationen sein, aber auch von Parteien. Interessant waren hierbei Personen, die verwandtschaftliche Beziehungen zu Mitarbeitern der Sicherheitsorgane der Bundesrepublik, wie Polizei, BND etc. hatten. Waren dem MfS solche Verbindungen bekannt, wurde versucht, die Person in der DDR anzuwerben - wenn es sein musste auch mit Druckwerbung.
Nachrichtendienstlicher Begriff | Staatssicherheit (DDR) | Zeitgeschichte
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