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Innozenz X. (eigentlich Giovanni Battista Pamfili; * 6. Mai 1574 in Rom, † 7. Januar 1655 ebd.) war Papst von 1644 bis 1655. Diego Velasquez, Innozenz X.jpg | Papst_Innozenz_X_(1).jpg in Rom]] Pamfili, ehemals päpstlicher Legat in Frankreich und Spanien, wurde am 15. September 1644 durch das Konklave gewählt. Bei seiner Wahl war er schon 70 Jahre alt und wurde fortab sehr von seiner Schwägerin Olimpia Maidalchini beeinflusst, die sich dadurch stark bereichern konnte.

Innozenz X. zog die Nepoten seines Vorgängers Urban VIII. zur Rechenschaft, doch diese flohen nach Frankreich zu Kardinal Mazarin. Auf dessen Einwirken hin wurde der Prozess 1646 niedergeschlagen.

Während seines Pontifikats wurde 1648 der Westfälische Friede geschlossen, der den Herrschafts- und Einflussbereich der Protestanten für alle Zeit festschrieb. Das war eine empfindliche Niederlage für die katholische Kirche; daher verweigerte der päpstliche Gesandte als Einziger unter den Verhandlungsführern seine Unterschrift auf dem Friedensvertrag. Der Papst legte erfolglos mit dem Schreiben Zelo domus Dei Einspruch dagegen ein.

Im Krieg gegen den Herzog von Parma eroberten seine Truppen 1649 die Stadt Castro und machten sie nach der Kapitualtion dem Erdboden gleich. Ihr Gebiet wurde dem Kirchenstaat eingegliedert und an Stelle der Stadt errichtete man eine Säule mit der Aufschrift „Qui fu Castro“ („Hier stand Castro“).

In einem Breve vom 17. Dezember 1649 ordnete Papst Innozenz X. eine breitangelegte Umfrage unter allen Ordensleuten Italiens an, in der Angaben über die finanzielle und personelle Situation aller Konvente gesammelt werden sollten. Das Ergebnis dieser Datenerhebung stellt heute eine Fundgrube für die Geschichtswissenschaft dar. Marcella Campanelli hat 1987 die für diese Umfrage verfassten Berichte und Statistiken bezüglich der Theatiner ediert und ausgewertet. 1653 verurteilte er fünf Lehrsätze des Jansenismus als Häresie, was von den Jansenisten zwar anerkannt wurde, insgesamt im Streit mit dem Jansenismus aber keinen großen Erfolg brachte.

In seiner Sterbestunde plünderte seine Schwägerin die päpstlichen Gemächer und weigerte sich, eine standesgemäße Beisetzung zu finanzieren. Es soll sich drei Tage niemand um den Toten gekümmert haben, bevor er schließlich ohne jede Feierlichkeiten bestattet wurde.

Der für seine realistischen Portraits berühmte spanische Maler Diego Velazquez malte 1650 in nur wenigen Sitzungen einen Pontifex, der alles andere als ein frommer und gütiger Kirchenvater war. Im Gegenteil lassen der misstrauische, durchdringende Blick und die zusammengepressten Lippen auf einen illusionslosen Machtpolitiker schließen. Der für seine Zornesausbrüche gefürchtete Papst soll es mit den Worten "troppo vero" ("allzu wahr") kommentiert haben.

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