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Die Innerste ist ein 95 km langer, östlicher Zufluss der Leine in Niedersachsen, Deutschland.
Namensherkunft
Der Name „Innerste“ stammt vom indogermanischen
Indistra ab, was soviel wie kräftig oder anschwellend bedeutet. Ursprüngliche Bezeichnungen der Innerste waren auch
Inderste (1567),
Indistria (1313),
Entrista (1065) und
Indrista (1013). Außerdem wird vermutet, dass sie um Christi Geburt den Namen
Idistaviso getragen haben kann. Der Name ist also kein
Superlativ und wird ohne Kasusendung
dekliniert:
Hildesheim liegt an der Innerste, nicht:
an der Innersten.
Verlauf
Die Innerste entspringt auf rund 615 m über NN im
Harz südöstlich von
Clausthal-Zellerfeld nahe der
Bundesstraße 242. Sie fließt bereits wenige Meter nach ihrer
Quelle in den
Entensumpf, einen im
16. Jahrhundert von den Clausthaler Bergleuten im Nordosten von Buntenbock angelegten Stauteich, der die erste von insgesamt sechs Staustufen der Innerste bildet.
Zwischen Langelsheim, wo sie den Harz verlässt und die Grane einmündet, und Baddeckenstedt fließt ein Teil der Innerste unterirdisch in 30 bis 100 m Tiefe und mit bis zu 3 km Entfernung vom eigentlichen Fluss. Danach erreicht sie Holle, wo die Nette zufließt, und dann passiert ihr Wasser das etwas südlich der Innerste liegende Bad Salzdetfurth, wo die Lamme beim Ortsteil Groß Düngen einmündet.
Nachdem sie Hildesheim passiert hat, wo sie beim Dammtor zu einer Wildwasseranlage ausgebaut ist, mündet sie im nördlichen Landkreis Hildesheim bei Ruthe in die Leine.
Wasserwirtschaft und Geologie
An der Quelle ist die Innerste zunächst ein gering belasteter Fluss (
Gewässergüteklasse (GWK) I-II), im weiteren Verlauf erreicht sie jedoch eine kritische Belastung (GWK II-III).
Aus den Halden des Erzbergbaus im Harz und aus den Rauchgasen bei der Verhüttung stammen Schwermetalle, die sich in den Sedimenten der Innerste ablagern, die Konzentration von Cadmium, Blei und Zink ist dort stark erhöht. Zum Schutz der Flussauen vor den Schwermetallen wurde daher die Innerste unterhalb von Langelsheim eingedeicht.
Innerstetalsperre
Die
Innerstetalsperre bei
Wolfshagen wurde 1963–1966 gebaut und gleicht mit ihrem Stauraum von 20 Mio. m³ Hoch- und Niedrigwasser aus. Der Erddamm ist 40 m hoch und 750 m lang. 2003 wurde das Wasser abgelassen, um bis 2005 Bauarbeiten am Hauptdamm und den Einrichtungen durchzuführen. Betreiber sind die
Harzwasserwerke. Der Stausee kann üblicherweise mit Segel- und Ruderbooten und zum Angeln und am Rande zum Campen genutzt werden.
Zuflüsse
Wichtige Zuflüsse der Innerste sind flussabwärts betrachtet unter anderem die
Grane, die von Osten kommend bei
Langelsheim einmündet, die
Nette, die westlich von
Holle aus Richtung Süden heran fließt, und die
Lamme, die dem Fluss bei
Bad Salzdetfurth-Groß Düngen von Süden kommend zufließt.
Literatur
- Sönke Martens, Erich Heinemann: Lebensader Innerste: von der Quelle bis zur Mündung. Gerstenberg, Hildesheim 1999, ISBN 3-8067-8543-0
- Heinrich Hofmeister: Naturraum Innerstetal. Mitteilungen der Paul-Feindt-Stiftung Band 4. Gerstenberg, Hildesheim 2003
In den Künsten
Die Innerste ist eine Novelle von
Wilhelm Raabe, darauf fußend eine Radierung von
Eberhard Schlotter.
Weblinks
Fluss in Niedersachsen | Harz (Mittelgebirge) | Hildesheim