Ingeborg Bachmann (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt, Österreich; † 17. Oktober 1973 in Rom) ist eine der bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Teilweise verwendete Ingeborg Bachmann das Pseudonym Ruth Keller.
In ihrer Zeit als Hörfunkredakteurin beim Wiener Sender Rot-Weiß-Rot schrieb sie 1952 ihr erstes Hörspiel: Ein Geschäft mit Träumen. Kurz darauf konnte sie bei einer Lesung der Gruppe 47 ihren literarischen Durchbruch feiern. Ab diesem Zeitpunkt galt sie als Literaturstar. Ulrike Draesner nannte sie die „erste Medienautorin“ im deutschen Sprachraum.
Ingeborg Bachmann erhielt im Jahr 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband Die gestundete Zeit. Infolgedessen wurde ihr im August 1954 eine Titelgeschichte im deutschen Wochenmagazin Der Spiegel gewidmet *. Mittlerweile lebte sie unter angespannten finanziellen Verhältnissen in Rom, doch verhalf ihr diese Titelgeschichte nicht zu weiteren Aufträgen.
In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze entstanden das Hörspiel Die Zikaden, die Textfassung für die Ballettpantomime Der Idiot (beide 1955) und 1960 die Textfassung für die Oper Der Prinz von Homburg.
1956 veröffentlichte Bachmann den Gedichtband Anrufung des Großen Bären, im Jahr darauf erhielt sie den Bremer Literaturpreis und wurde Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen.
Von 1958 bis 1963 führte Ingeborg Bachmann eine Beziehung mit dem Autor Max Frisch; 1958 entstand das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan, das 1959 mit dem bedeutenden Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde. 1971 schrieb sie den Roman Malina, den ersten Band der unvollendeten Romantrilogie Todesarten. Er wurde 1991 mit Isabelle Huppert, Mathieu Carrière und Can Togay erfolgreich verfilmt.
In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 erlitt Ingeborg Bachmann in ihrer Wohnung in Rom durch einen Brandunfall schwere Verletzungen, an deren Folgen sie am 17. Oktober 1973 starb. Sie wurde am 25. Oktober 1973 auf dem Friedhof Klagenfurt-Annabichl begraben.
Die Republik Österreich verlieh ihr 1968 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. 1972 erschien der Erzählband Simultan, der mit dem Anton-Wildgans-Preis ausgezeichnet wurde.
Zu ihren Ehren ist der Klagenfurter Literaturwettbewerb als Ingeborg-Bachmann-Preis benannt. Er findet seit 1977 alljährlich im Frühsommer statt und gilt als der wichtigste österreichische Literaturpreis.
posthum
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