Informationswirtschaft ist die Lehre des wirtschaftlichen Umgangs mit Informationen. Die Informationswirtschaft entstand mit der Umwandlung der sogenannten Industriegesellschaft in die Informationsgesellschaft.
Es gibt mehrere unterschiedliche Auffassungsweisen des Begriffs Informationswirtschaft, was sich auch in der Ausbildungssituation an deutschen Hochschulen zeigt. Einige Beispiele sind:
- Informationswirtschaft als eigenständiger Bereich, der multidiziplinär angelegt ist
Inhaltlich werden
Informationswirte hier als
Mediatoren gesehen, die zwischen den verschiedenen Bereichen, in denen sie Grundkenntnisse erworben haben, vermitteln können. So hat ein Informationswirt dieser Ausprägung ungefähr gleich gute Kenntnisse von technischen Grundlagen,
Betriebswirtschaft und
Informationswissenschaft.
In dieser Ausprägung wird die Informationswirtschaft als eine Ebene des
Informationsmanagements betrachtet.
- Informationswirtschaft als eine "aktualisierte" Version von Bibliothekswesen und Dokumentationswesen
In dieser Ausprägung der Ausbildung wird der Informationswirt vor allem im Bereich Informationswissenschaft geschult, und ist zum Beispiel Spezialist für
Information Retrieval und
Indexierung.
- Informationswirtschaft als Unterart der Betriebswirtschaft
Hier findet eine starke Prägung durch die BWL statt, die die informatorischen Grundlagen legt.
Ausbildungen
Informationswirtschaft wird als Studiengang an verschiedenen deutschen Universitäten und anderen Hochschulen gelehrt. Dabei sind die Inhalte der Ausbildung, entsprechend der Mehrdeutigkeit des Begriffs Informationswirtschaft, zum Teil sehr verschieden.
- An der Universität Karlsruhe (TH) besteht der Studiengang Informationswirtschaft aus drei Teilbereichen: Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften, die im Verhältnis 2:2:1 unterrichtet werden. Der Studiengang beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen dieser Bereiche und untersucht deren Zusammenhänge, die sich als Folge der Informationsgesellschaft vermehrt ergeben. Der Studiengang wird von den Karlsruher Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften und Informatik zu gleichen Teilen getragen. Durch die Ausbildung in drei von Grund auf verschiedene Wissensgebieten in relativ kurzer Zeit hat der Student nach seinem Abschluss Erfahrung, um in jeden von seinem Wissen abgedeckten Beruf einzusteigen.
- Die Fachhochschule Köln legt den Schwerpunkt auf die Planung von Informationsabläufen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die effiziente Speicherung von Informationsinhalten und die Wiederverwendung bereits gespeicherter Informationsressourcen (z. B. Knowledge Management). Dementsprechend orientiert sich der Studiengang Informationswirtschaft am Berufsfeld der Informationsabteilungen in privatwirtschaftlichen Unternehmen oder in Einrichtungen der öffentlichen Hand. Eine wesentliche Aufgabe dieser Abteilungen besteht darin, die jeweiligen Betriebsziele durch Optimierung der innerbetrieblichen Informationsflüsse, -bereitstellung und -speicherung zu unterstützen.
Der Student kann dabei im Hauptstudium seine Schwerpunkte aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften (BWL, z.B. Marketing), Informationswissenschaften (z. B. Information Retrieval) und Informationstechnologie (z. B. Neue Medien, E-Business) wählen.
Der Absolvent erhält den akademischen Grad: Diplom-Informationswirt Fachhochschule, bzw. Dipl. Inf.-Wirt. (FH)
- Die Universität Augsburg bietet einen Bachelor-/Master-Studiengang „Informatik und Informationswirtschaft“ als eine von vier Spezialisierungen des Informatik-Studiums an.
Literatur
- Krcmar, H.: Informationsmanagement. 3. Auflage. Berlin: Springer, 2003
Weblinks
Wirtschaftsinformatik