Informationsträger im engeren Sinne ist alles, was von Lebewesen zur Übertragung oder Speicherung von Information genutzt werden kann. In der Kommunikation spricht man von Speichermedien. So kann man beispielsweise mehrere kleine Steine zum Abzählen benutzen.
Informationsträger im weiteren Sinn sind Dinge, die nur über sich selber Auskunft geben. Dazu zählen beispielsweise Steine am Strand.
Man kann Informationsträger unterscheiden in "flüchtige" (beispielsweise Funkwellen) oder dauerhafte (siehe Permanentspeichermedium).
Information gibt es nur in Systemen, die mehrere mögliche Zustände einnehmen können.
Im Vakuum, das heißt im luftleeren Raum, ist keine Information zu finden, die auf Luft als Träger basiert (beispielsweise Schall, Temperatur). Aber schon in der äußeren Form, die das Vakuum begrenzt, findet sich Information. Auch können physikalische Felder ein Vakuum durchkreuzen. In diesen Feldern steckt dann potentielle Information. In der allgemeinen Relativitätstheorie kann der leere Raum (also das Vakuum) gekrümmt sein, und daher auch ohne materiellen Inhalt Information enthalten (beispielsweise in Form von Gravitationswellen).
Von der Seite des Informationsempfängers gesehen, findet man dort keine Information, wo man den Informationsträger nicht wahrnehmen kann.
Allerdings kann die Abwesenheit von Information selber eine Information darstellen. Zum Beispiel kann die Tatsache, dass ein Hohlraum evakuiert ist, die Information beinhalten, dass die Vakuumpumpe funktioniert (ansonsten wäre der Hohlraum noch immer mit Luft gefüllt).
Der Soziologe Niklas Luhmann hat die Unterscheidung Medium/Form als Ersatz für die Unterscheidung Informationsträger/Information vorgeschlagen. Dann kann man die Informationsträger ihrerseits in formalisierte (d. h. selbst zur Form gemachte) und nicht-formalisierte Medien unterscheiden.
Ein nicht-formalisiertes Medium wäre Erde, aus der man etwas formt. Ein formalisiertes Medium wäre dagegen ein Computer-Betriebssystem. Der Computer, auf dem es läuft, ist als Medium nur insoweit formalisiert, als er den Erwartungen entspricht. Jede Fehlfunktion würde enthüllen, dass er ein in Wirklichkeit ein nicht-formalisiertes Medium ist (vgl. Störfall).
Der äußerste Informationsträger ist also immer ein nicht-formalisiertes Medium mit ungewisser Funktion, das formalisierte Medien enthalten kann, die wiederum Formen enthalten: Ein Informationsträger für ein Bit muss die technische Anforderung erfüllen, einen klar erkennbaren Unterschied erhalten zu können. Dann wird er als Dimension mit zwei möglichen Werten brauchbar.
Eine Dimension als Informationsträger ist also ein formalisiertes Medium, und ihr Wert ist seine Form. Um eine Dimension zu verkörpern, braucht es allerdings konkrete Dinge oder Vorgänge, die nicht-formalisierte Medien sind, solange ihr Verhalten nicht vollumfänglich berechenbar ist. Die Konstanz oder Stabilität formalisierter Medien (wie Energie und Materie als Verallgemeinerungen konkreter Erscheinungen) muss stets vorausgesetzt werden. Dadurch werden die nicht-formalisierten Medien scheinbar zu formalisierten (vgl. Nominalismus, Induktionsproblem).
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Informationsträger".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world