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Ein Informationssystem dient der rechnergestützten Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Verbreitung, Disposition, Übertragung und Anzeige von Information.

Es besteht aus Hardware (Rechner oder Rechnerverbund), Datenbank(en), Software, Daten und all deren Anwendungen (erweitert nach Bill 1994 und FIG 1990).

Informationssysteme sind soziotechnische Systeme, die aus Teilsystemen für optimale Bereitstellung von Information und (technischer) Kommunikation dienen . Diese Beschreibung lässt viel Spielraum zu Interpretationen.

Sie zielt eher auf betriebliche Informationssysteme ab, ist aber unter Einschränkung auch für Raumbezogene oder Personenbezogene Informationssysteme anwendbar (z.B. GIS, LIS, Grundbuch, Statistiksysteme usw). Krcmars Kurzbeschreibung weist darauf hin, dass ein technisches System allein kaum informieren kann. Das technische System ist nur Mittler von Informationen zwischen Informationsanbietern und Informationsabnehmern.

Die dafür notwendige Kommunikation beschränkt sich i.a. auf technische Vorgänge, ohne auf die daran beteiligten Personen stärker einzugehen. Dies kann Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation vermeiden, aber solche auch verursachen bzw. bewußtmachen . Kubicek et. al meinen: „Informationssysteme bieten für bestimmte Zielgruppen Informationen auf Abruf.“ .

Nach Heinrich et al. Wirtschaftsinformatik-Lexikon: Ein Mensch/Aufgabe/Technik-System zur Information und Kommunikation. Jedes System unterliegt einer Zweckbestimmung oder mehreren Zweckbestimmungen, die durch Begriffszusätze zum Ausdruck gebracht werden (z.B. Verkehrssystem, Versorgungssystem, soziales System). Die Zusätze Information und Kommunikation, die zwei Sichten auf ein und dasselbe Objekt sind und die es folglich notwendig machen, sie in einem Informations- und Kommunikationssystem miteinander verbunden zu betrachten, drücken die Zwecke dieses spezifischen Systems aus. Die Beziehungen zwischen den Elementen Mensch, Aufgabe und Technik beschreiben ihre gegenseitige Beeinflussung. Die Gesamtheit aller Bemühungen, in einem gegebenen Kontext aus diesen Elementen und ihren Beziehungen ein Informations- und Kommunikationssystem zu gestalten, wird als Systemplanung bez. (Sy., allerdings einengend, Systementwicklung, Systemgestaltung und – veraltet – Systemanalyse). Je nachdem, welche Art von Aufgabe (z.B. betriebliche Aufgabe) Element eines Informations- und Kommunikationssystems ist, werden weitere Zusätze zur Kennzeichnung seiner spezifischen Zwecksetzung verwendet (z.B. betriebliches Informations- und Kommunikationssystem). Synonym und als Kurzbezeichnung: Informationssystem, häufig wird auch Anwendungssystem synonym verwendet - allerdings nicht zutreffend, da einengend.

Formale Beschreibung


Ein Informationssystem IS kann formal als 7-Tupel beschrieben werden :

IS = (A, W, Q, I, E, U, D), mit
  1. A: Inputfunktion zum Aufbau der internen Repräsentationen (Erschließungsfunktion, Lernfunktion)
  2. W: Interne Repräsentationen (Dokumentmenge, Wissensbasis)
  3. Q: Inputmenge als Menge aller zugelassenen Inputkonfigurationen (Problemformulierung, Suchfrage)
  4. I: Outputfunktion (Inferenzfunktion, Retrievalfunktion, Rankingfunktion)
  5. E: Outputmenge als Menge aller möglichen Outputkonfigurationen (Problemlösung, Systemvorschlag)
  6. U: Updatefunktion der internen Repräsentationen (Lernfunktion, Relevanz-Feedback)
  7. D: Dialogkomponente, Interface

Fragen


Es gibt einen Streit um die Frage, ob bei der Betrachtung von Systemen Menschen und Technik als gleichwertig angesehen werden müssen.

Für diese Frage ist es nicht unwesentlich, wieweit ein Informationssystem auf die Bedürfnisse der Benutzer eingeht. Dies hängt u.a. mit folgenden Aspekten zusammen:

Da Informationssysteme Modelle von (realen) Phänomenbereichen sind, besitzen sie wie alle Modelle inadäquate und inakkurate Bereiche, insbesondere wenn ein dynamischer Phänomenbereich unterstellt wird, was zu veralteten Modellbereichen führen kann. Es sind daher Update- und Adaptionsfunktionen notwendig, um solche Modelleigenschaften anzupassen, wobei Relevanz-Feedback-Verfahren hierfür eine Beispielklasse sind.

Arten von Informationssystemen


Literatur


  • Armin Gärtner: Medizintechnik und Informationstechnologie. Band II, ISBN 3-8249-0941-3
  • Jörg Becker, Reinhard Schütte: Handelsinformationssysteme. Redline Wirtschaft, 2004, ISBN 3-478-25590-2
  • Lutz J. Heinrich: Informationsmanagement. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, seit 1985, 8. Auflage 2005, ISBN 3-486-57772-7
  • Helmut Krcmar: Informationsmanagement. Springer, Berlin 2000, ISBN 3-540-66359-2
  • Herbert Kubicek, Ulrich Horst, Volker Redder, Ulrich Schmid, Ingo Schumann, Wolfgang Taube, Heiderose Wagner: www.stadtinfo.de. Ein Leitfaden für die Entwicklung von Stadtinformationen im Internet. Hüthig Verlag, Heidelberg 1997
  • Jiri Panyr: Automatische Klassifikation und Information Retrieval. Tübingen 1986
  • Roman Schneider: Benutzeradaptive Systeme im Internet. Informieren und Lernen mit GRAMMIS und ProGr@mm. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim 2004 ("amades"-Reihe)
  • Peter Stahlknecht, Ulrich Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 10. Aufl., Springer-Verlag Berlin u.a. 2002
  • VGI 1994: Proceedings von GeoLIS-3. Sonderheft 'Vermessung & Geoinformation.' Wien 1994

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