Als Informationssystem wird ein System aus in Verhältnis stehenden Information bezeichnet. Insbesondere Wissen ist ein solches System aus Informationen im wechselseitigen Zusammenhang, die auf eine bestimmte Art organisiert sind. Häufig werden auch Fragmente des all umfassenden Wissens als Informationssystem bezeichnet, nämlich dann wenn sich bestimmte Informationen herauslösen lassen.
Ein Informationssystem in der Informatik dient der rechnergestützten Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Disposition, Übertragung und Anzeige von Informationen.
Informationssysteme sind Erkenntnisobjekt oder Gegenstandsbereich der Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft. Sie sind offene Systeme; sie interagieren mit ihrer Umwelt, insbesondere mit anderen Informationssystemen. Die Wirtschaftsinformatik befasst sich mit der Einbettung von Informationssystemen im Sinn der Informatik in reale ökonomische und soziale Umgebungen.
Betrachtete Informationssysteme sind komplex oder sogar äußerst komplex, weil die Anzahl ihrer Elemente und ihr Beziehungsreichtum groß sind. Diese Systeme sind zu dem kompliziert oder sogar äußerst kompliziert, weil auch die Elemente sehr unterschiedlich sind (Hardware, Software, Personal, Methoden, Prozesse usw.). Informationssysteme sind dynamische Systeme; beispielsweise entstehen in ihnen Veränderungen durch Lernprozesse ihrer Benutzer, etwa bezüglich solcher Systemeigenschaften wie Benutzerakzeptanz oder Produktivität.
Informationssysteme sind zweck- und zielorientiert, weil sie bewusst von Menschen zur Informationsproduktion geschaffen werden und ganz bestimmte Qualitätseigenschaften haben sollen. Weitere Eigenschaften von Informationssystemen können aus den Merkmalen ihrer drei Komponenten Mensch, Aufgabe und Informations- und Kommunikationstechnik abgeleitet werden, andere können hinzugefügt werden. Das ergibt folgende Eigenschaften:
Informationssysteme sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ein bestimmtes Informationsangebot auf Grund einer bestimmten Informationsnachfrage bereitstellen und dass sie zur Deckung der Informationsnachfrage von den Aufgabenträgern genutzt werden. Die Informationsnachfrage wird durch alle Aufgabenträger ausgeübt, die Benutzer des Informationssystems sind. Praktische Erfahrungen der Nutzung von Informationssystemen zeigen, dass das Informationsangebot und die Informationsnachfrage nur selten übereinstimmen, vielmehr gibt es einerseits häufig eine Nachfrage nach Informationen, die nicht angeboten werden, also ein Informationsdefizit, und andererseits gibt es häufig ein Angebot an Informationen, die nicht nachgefragt werden, also einen Informationsüberschuss. Da sich Aufgaben, Aufgabenträger und verfügbare Informations- und Kommunikationstechnologien ständig verändern, wird ein Veränderungsdruck auf bestehende Informationssysteme ausgeübt. Diese Tatsache kann als der entscheidende Antrieb für einen permanent vorhandenen Bedarf nach Veränderung bestehender und nach Schaffung neuer Informationssysteme angesehen werden.
Die Entscheidungstheorie untersucht auch, in wiefern es sinnvoll ist ein Informationssystem zu ergänzen und was dies kosten darf. In der Spieltheorie beschreibt das Informationssystem zusätzlich die Präferenzen des Gegenspielers und so weit möglich seine Entscheidung.
Auch in Kriminalistik lässt sich der Begriff für Systeme aus Beweisen, Gutachten und Zeugenaussagen verwenden.
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