Ein Informationskriterium ist ein Kriterium zur Auswahl eines Modells. Dabei gehen die Anpassungsgüte des geschätzten Modells an die vorliegenden empirischen Daten (Stichprobe) und Komplexität des Modells, gemessen an der Anzahl der Parameter, in die Beurteilung ein. Die Anzahl der Parameter wird dabei "strafend" berücksichtigt, da sonst umfassende Modelle mit vielen Parametern bevorzugt würden. In diesem Sinne ist das korrigierte Bestimmtheitsmaß, das auf Theil (1970) zurückgeht, ein Vorläufer der heute bekannten Informationskriterien.
Allen heute verwendeten Informationskriterien ist gleich, dass sie in zwei verschiedenen Formulierungen vorliegen. Entweder ist das Maß für die Anpassungsgüte als die maximale Likelihood oder als die minimale Varianz der Residuen formuliert. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Beim Ersteren ist das Modell "am besten", bei dem das jeweilige Informationskriterium den höchsten Wert hat (die "strafende" Anzahl der Parameter muss dabei abgezogen werden). Beim Letzteren ist das Modell mit dem niedrigsten Wert des Informationskriteriums am besten (die Anzahl der Parameter muss "strafend" addiert werden).
Das historisch älteste Kriterium wurde 1973 von Akaike als "an information criterion" (engl.) vorgeschlagen. Heutzutage ist es als Akaikes Informationskriterium (engl. Akaike's Information Criterion, AIC) bekannt und wird vorwiegend in der Ökonometrie verwendet. Es lässt sich mit der Maximum-Likelihood-Formulierung wie folgt darstellen:
Unter Verwendung der minimalen Varianz der Residuen ergibt sich im klassischen Regressionsmodell mit normalverteilten Fehlern folgende Notation:
Der Nachteil des Informationskriteriums von Akaike ist, dass es Modelle mit vielen Parametern bervorzugt. Deshalb empfiehlt sich die Verwendung des durch Schwarz 1978 vorgeschlagenen bayesschen Informationskriteriums (engl. Bayesian Information Criterion, BIC):
bzw.
Zur Notation:
T: Anzahl der beobachteten Stichprobenwerte
M: Anzahl der geschätzten Parameter
σ: Standardabweichung
Z: Störvariable
: empirisch gemessene Varianz der Störvariablen Z (als Proxy wird hier die Varianz der Residuen verwendet)
Letzteres Modell wird vor allem in der Soziologie häufig verwendet. Kuha (2004) weist auf die unterschiedlichen Ziele der beiden Kenngrößen hin: Während das BIC das wahre Modell zeigen soll, wird beim AIC die Existenz eines wahren Modells ausgeschlossen und man versucht, möglichst gute Vorhersagen zu treffen.
Daneben existieren weitere, seltener verwendete Informationskriterien, wie das von Hannan-Quinn, das DIC (Spiegelhalter, Best, Carlin und van der Linde (2002)), EIC (Ishiguro, Sakamoto, and Kitgawa (1997)), FIC (Wei (1992)), GIC (Nishii (1984)), NIC (Murata, Yoshizawa und Amari (1991)) und das TIC (Takeuchi (1976)).
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Informationskriterium".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world