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Die Induratio penis plastica (auch Peyronie-Krankheit) ist eine Erkrankung des Penis.

Krankheitsbild


Leitsymptom der Induratio penis plastica (IPP) ist eine neu aufgetretene, umschrieben tastbare – als Plaque bezeichnete – Verhärtung im Penis, die im erigierten Zustand eine neu aufgetretene Deformität des Penis bewirken kann. Die Deformität stellt sich am häufigsten als Penisverkrümmung aber auch als Einziehung, sanduhrförmige Einschnürung, flaschenhalsförmige Verjüngung, Verkürzung oder als Kombination dieser Formen dar. Die IPP kann zu (starken) Schmerzen bei der Erektion führen.

Verlauf


Es wird ein akutes Erkrankungsstadium von einem chronischen Stadium unterschieden. Das akute Stadium ist durch entstehende Plaques und zunehmende Deformität gekennzeichnet. Es wird häufig von Schmerzen bei der Erektion begleitet. Das chronische Stadium ist durch stabile Deformität und durch nachlassenden oder fehlenden Erektionsschmerz gekennzeichnet. Es wird häufig durch eine erektile Dysfunktion begleitet. Der natürliche Verlauf ist in der überwiegenden Zahl der Fälle fortschreitend bis zu einem stabilen chronischen Stadium, graduelle spontane Besserungen sind eher selten zu erwarten.

Der Verlauf kann – insbesondere im akuten Stadium – durch Behandlung günstig beeinflusst werden.

Diagnose


Die Diagnose kann im allgemeinen durch Erhebung der Krankengeschichte und Palpation der Plaque gesichert werden. Zur Verlaufsdokumentation eignet sich die Photographie des erigierten Penis in drei Ebenen.

Ursachen


Auf dem Boden einer individuellen Disposition kommt es – ausgelöst durch kleine Verletzungen – zu unbalancierten Entzündungen, die schließlich zu einer bindegewebigen Umwandlung von Gewebe führen.

Behandlung


Die Behandlung der Induratio penis plastica sollte im allgemeinen so früh wie möglich erfolgen. Denn die Chancen sind höher, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, als die Rückbildung einer bestehenden Symptomatik zu bewirken.

Hervorzuheben sind die Behandlung durch Einnahme von Kalium-4-Aminobenzoat (Potaba®) und die Behandlung durch Ionophorese oder Electromotive Drug Administration von Verapamil und Dexamethason. Ein Nutzen dieser beiden Therapien wurde durch Studien belegt, die durch Ihre methodische Qualität überzeugen. Es wurde gezeigt, dass unter der Behandlung mit Kalium-4-Aminobenzoat die Rückbildung einer bestehenden Deformität nicht bewirkt wurde, aber ein erstmaliges Auftreten einer Verkrümmung bei bereits bestehender Plaque oder die Verschlechterung einer Deformität verhindert wurde (Weidner W). Für die Ionophorese von Verapamil und Dexamethason wurde gezeigt, dass das Fortschreiten der Erkrankung verhindert und eine bestehende Deformität vermindert werden konnte (Di Stasi SM).

Weitere Behandlungen umfassen u. a. die Einnahme von Acetyl-L-Carnitin, von Tamoxifen, die Injektion von Verapamil oder Kollagenase in die Plaque und die Behandlung durch Extrakorporale Stoßwellentherapie. Für die Anwendung von Röntgenstrahlen in der Therapie der Induratio penis plastica wurde bisher kein Nutzen nachgewiesen.

Der Behandlungserfolg ist – abhängig u. a. von der Krankheitsdauer, dem Krankheitsstadium, der Ausdehnung der Plaque, einer begleitenden erektilen Dysfunktion und der gewählten Therapie – nur begrenzt oder nicht gegeben. Das kostet Kraft und Nerven der Betroffenen.

Die operative Korrektur einer Induratio penis plastica sollte nur unter bestimmten Bedingungen und nur als letzte Möglichkeit nach dem Versagen der konservativen Behandlung erwogen werden, weil relevante Risiken bestehen. Wenn eine operative Behandlung angezeigt erscheint, dann sollte diese nur in einem Zentrum erfolgen, das entsprechende Operationen regelmäßig, häufig und sicher durchführt.

Weblinks


  • http://www.urologielehrbuch.de/ipp.pdf: Übersicht zur Induratio penis plastica aus dem Lehrbuch "Aktuelle Skripte der Urologie" von Dirk Manski
  • schoenheit-und-medizin.de: Extrakorporale Stoßwellentherapie bei der Induratio penis plastica
  • netdoktor.at: Erworbene Penisverkrümmung (Induratio Penis Plastica, IPP)
  • dupuytren-online.de: Therapie mit Röntgenstrahlung
  • www.induratio.de.vu: Aktuelle Informationen zur induratio penis plastica

Siehe auch: Penisfraktur, Penisverkrümmung

Urologie | Sexuelle Dysfunktion

Literaturverzeichnis


Di Stasi SM J Urol. 2004 Apr;171(4):1605-8 A prospective, randomized study using transdermal electromotive administration of verapamil and dexamethasone for Peyronie's disease. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=15017231&query_hl=4&itool=pubmed_docsum

Weidner W Eur Urol. 2005 Apr;47(4):530-5; discussion 535-6 Potassium paraaminobenzoate (POTABA) in the treatment of Peyronie's disease: a prospective, placebo-controlled, randomized study. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=15774254&query_hl=2&itool=pubmed_docsum

Peyronie's disease | Maladie de La Peyronie | מחלת פיירוני | Induratio penis plastica | Ziekte van Peyronie

 

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