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Moderne Iranische Sprachen.jpg Die indoiranischen oder indo-iranischen Sprachen, früher auch arische Sprachen genannt, bilden zusammen einen Primärzweig des Indogermanischen. Sie teilen sich ihrerseits in drei ungleich große genetische Untereinheiten auf:

  • Indoiranische Sprachen 192 Sprachen, 1116 Mio. Sprecher > Südwest- und Südasien
    • Iranische Sprachen 65 Sprachen, 106 Mio. Sprecher > Kurdistan, Iran, Afghanistan, Tadschikistan, Ossetien
    • Nuristani-Sprachen 6 Sprachen, 30.000 Sprecher > Afghanistan & Pakistan: Kafiristan (Nuristan), Romani
    • Indoarische Sprachen 121 Sprachen, 1010 Mio. Sprecher > Indien, Pakistan, Afghanistan, Nepal
Die dardischen Sprachen wurden früher zu den Nuristani-Sprachen gerechnet, nach aktueller Mehrheitsmeinung stellen sie eine Untergruppe der indoarischen Sprachen dar.

Die indoiranischen Sprachen weisen so viele gemeinsame Neuerungen gegenüber dem Urindogermanischen auf, dass man sie zu einer klar definierten eigenen genetischen Einheit zusammenfassen kann. (Es gibt kaum Sprachen, bei denen man Zweifel hat, ob sie zu dieser Gruppe gehören oder nicht.) Wesentlich problematischer aber ist die innere Struktur dieser Einheit, insbesondere das Erreichen der heutigen Dreiteilung war ein langwieriger wissenschaftlicher Prozess; gerade die Stellung der dardischen Sprachen - heute zum Nordwestzweig der indoarischen Sprachen gerechnet - ist noch immer nicht völlig geklärt. Die Nuristani-Sprachen stellen ein Zwischenglied zwischen den iranischen und indoarischen Sprachen dar. Zum Thema der inneren Struktur der drei Untergruppen siehe jeweils dort.

Die Aufspaltung der iranischen und indoarischen Sprachen ist vor dem Beginn der Besiedlung Indiens durch indoarische Gruppen anzusetzen, also vor 1500 v. Chr. erfolgt. Eine gemeinsame Herkunft aus dem Norden (zentralasiatische Steppe) ist unbestritten, meist wird die sog. Andronovo-Kultur mit den indoiranischen Völkern in Verbindung gebracht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Sprache der Mitanni, einer Führungsschicht der Hurriter im nördlichen Mesopotamien ca. 1500 v. Chr (sog. Mitanni-Reich). Vor allem die erhaltenen Herrschernamen weisen ihre Träger als indoarisch (!) aus, es muss sich also um eine weit nach Westen abgespaltene Untergruppe der Indoarier handeln.

Eine Übersicht über alle indoiranischen Sprachen und ihre genetische Klassifikation bietet der unten angegebene Weblink.

Siehe auch


Literatur


  • Nicholas Sims-Williams (ed), Indo-Iranian Languages and Peoples. The British Academy by Oxford University Press 2002. (Sammelband angesehener Linguisten zum Thema.)

  • George van Driem, The Languages of the Himalayas. Brill, Leiden 2001. (Dort eine Darstellung des kulturellen Hintergrundes der indoiranischen Völker, ihrer Wanderungsbewegungen und des Eindringens in ihre heutigen Habitate.)

Weblink


Sprachfamilie

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