Der Indochinakrieg (auch als I. Indochinakrieg oder Französischer Indochinakrieg bezeichnet) war ein Kolonialkrieg in der französischen Kolonie Indochina zwischen Frankreich und der Liga für die Unabhängigkeit Vietnams (auch Viet Minh genannt), die unter der Führung der vietnamesischen Kommunisten stand. Er ist ein Teil einer Kette von militärischen Auseinandersetzungen, die die Länder Indochinas von 1941 bis 1979 zu überstehen hatten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Frankreich, seine ehemalige Kolonie, die es im Jahr 1941 kampflos an die Japaner hatte abtreten müssen, wieder zu erlangen. Die Rebellenorganisation Viet Minh verfolgte unter ihrem Anführer Ho Chi Minh jedoch das Ziel die Unabhängigkeit des Landes zu erreichen. Nach anfänglichen Zugeständnissen an die Viet Minh entschloss man sich im Dezember 1946 auf französischer Seite, die Organisation militärisch zu beseitigen und den alten Status der Kolonie wieder herzustellen. Nach anfänglichen Erfolgen im Jahr 1947 entschieden sich die Franzosen, die die Kampfkraft der Viet Minh Organisiation unterschätzt hatten, sich aufgrund des Mangels an Soldaten in Befestigungen entlang der wichtigen Straßen im Norden Vietnams zurückzuziehen. Nach einer zwei Jahre andauernden Patt-Situation hatte sich die Viet-Minh-Armee auch aufgrund von Hilfslieferungen aus dem kommunistisch gewordenen China soweit gestärkt, dass es ihr möglich war, die Franzosen in den Jahren von 1950 bis 1953 fast vollständig aus dem nordvietnamesischen Landesteil Tonking zu vertreiben. Nach der Schlacht von Dien Bien Phu, bei der die französische Kolonialarmee im Frühling 1954 eine vernichtende Niederlage erlitt, wurden Friedensverhandlungen eröffnet. Auf der Genfer Konferenz wurde am 21. Juli 1954 die Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrades beschlossen, mit einem Nordteil (später Nordvietnam) unter Führung von Ho Chi Minh und einem Südteil (später Südvietnam) unter dem Präsidenten Ngo Dinh Diem. Die USA weigerten sich, dieses Abkommen anzuerkennen.
Vietnam1954.jpg und Hanoi, der leichte Panzer im Hintergrund vom Typ M24 Chaffee stammte ursprünglich aus amerikanischen Beständen]] VietnamEvakuierung1954.jpg in Südvietnam]]
Ho Chi Minh hatte zusammen mit Vo Nguyen Giap und Chu Van Tan die Organisation Viet Minh geschaffen, die zum Sammelpunkt des nationalistischen und kommunistischen Widerstands der Vietnamesen gegen die Fremdherrschaft der Franzosen und der Japaner wurde. Nach der Ausrufung des Waffenstillstands zwischen Japan und den Alliierten am 19. August 1945 begannen die Viet Minh Guerillas, die zu diesem Zeitpunkt aus nur 5.000 Mitgliedern bestanden*, die Macht in Vietnam zu übernehmen. Dieser Prozess, der als Augustrevolution in die vietnamesische Geschichte einging, war mit der Befreiung Saigons am 28. August 1945 abgeschlossen. Die nun gewonnene Freiheit wurde von Ho Chi Minh dazu genutzt, am 2. September 1945 in Hanoi die Unabhängigkeit Vietnams zu verkünden. **
Das diesen Schritt ermöglichende Machtvakuum währte jedoch nicht lange. Das Land wurde südlich des 17. Breitengrades von britischen und nördlich davon von nationalchinesischen Truppen (Kuomintang) besetzt. Diese Regelung hatte ihre Ursache in der Aufteilung Ostasiens in verschiedene Kriegsschauplätze und Zuständigkeiten durch die Alliierten. Die im Süden befindlichen britischen Truppen begannen sofort, jegliches Unabhängigkeitsbestreben zu unterdrücken. Die chinesischen Truppen im Norden waren dagegen lediglich daran interessiert, sich durch Plünderungen zu bereichern und mischten sich daher nur wenig in die Politik des Landes ein. So konnte sich die Organisation Viet Minh zunächst den Norden als Machtbasis erhalten.
Frankreich war nach der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit im Herbst 1944 im Verlauf des folgenden Jahres bestrebt, seine militärische Stärke wiederherzustellen und sein Kolonialreich (Französische Union) mit Ausnahme Syriens wieder in den Zustand zu bringen, der vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges Bestand hatte. Begründet wurde diese Politik damit, dass die Kolonien als notwendiges Mittel zur Wiedererlangung von wirtschaftlicher Stärke betrachtet wurden. Ein wichtiger Teil dieser Bestrebungen war die Wiederangliederung des an Rohstoffen reichen Französisch-Indochinas. Bei dem raschen Aufbau der französischen Kolonialarmee war man nicht wählerisch: Nahezu die Hälfte der Fremdenlegion rekrutierte sich nun aus ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen. Die Ausrüstung erhielt Frankreich zu einem großen Teil von den USA und Großbritannien, teilweise wurde auch deutsches oder vor Ort vorhandenes japanisches Waffenmaterial verwendet.
Geschätzte Zahl, die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen 5000 bis 7600 Mitgliedern.
Wirklich gesicherte Angaben über die Tätigkeit Ho Chi Minhs und seiner Anhänger liegen erst ab dem 31. Juli 1945 vor. (Ankunft von René Défourneaux im Lager der Viet Minh.) Davor befinden sich in allen mir zugänglichen Quellen nur Angaben, die von vietnamesischer Geschichtsschreibung geliefert werden und viele Zusammenhänge nicht erwähnen, die eventuell mit der Parteidoktrin der KPV in Konflikt stehen könnten. So existiert z.B. ein Band über Ho Chi Minhs Reden und Schriften, der für den Zeitraum von 1941 und bis Ende 1944, in dem die Organisation Viet Minh entstanden ist, nichts weiter als Gedichte beinhaltet. Auch Nachdrucke der Kommunikation der Zusammenarbeit Ho Chi Minhs mit dem amerikanischen Geheimdienst OSS lassen sich nicht finden, obwohl diese durch mehrere andere Quellen belegt ist.
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